KIRCHENTOUR DUBAI - UCCD - UNITED CHRISTIAN CHURCH OF DUBAI
Heute morgen mache ich mich zum ersten Mal auf, in die Kirche zu gehen. Ich nehme das Taxi nach Jebel Ali. Um 10.15 Uhr soll in der Kirche St. Francis of Assisi ein Gottesdienst stattfinden. Der Taxifahrer kennt die Kirche nicht. Wir fragen uns durch, fahren regelrecht durch Staub- und Wüstenstrassen, vorbei an The Gardens, einer sehr schönen Wohnsiedlung und vorbei an Labourercamps.
Wir erreichen das Kirchenviertel. Auf einem Gelände von ca. 200m x 200m verfügen acht christliche Kirchen über eigene Räume mit Kirche, Administrations- und Wohnräumen, Cafeteria und Unterhaltungsräumen. Das Gelände wurde 2001 gebaut und ähnlich wie in Media City alle Medien vertreten sind, in der Internet City die grössten IT Branchen angesiedelt sind oder in der Knowledge Village führende Universitäten und Bildungsinstitute zu finden sind, so gibt es hier verschiedene christliche Kirchen.
Ich komme mir vor wie im Shopping Center. Den ganzen Tag über gibt es Messen in allen möglichen Sprachen und in verschiedenen Gotteshäusern: Arabic, Englisch, Deutsch, Französisch, Koreanisch, Konkani, Malaysisch, Singhales, Spanisch, Syrisch, Tagalog, Tamil, Südafrikaans. Koptische Kirche, Orthodoxe Kirchen, Arabische Reformierte, Malaysische Reformierte, Philippinische Reformierte, Indische Katholiken, westliche Katholiken, Syrisch Orthodoxe Kirche usw.
Ich bin bereits etwas knapp zum Gottesdienst in der römisch-katholischen Kirche und gehe zuerst in die nächst-mögliche, die Evangelische Kirche. Dort hat aber der Gottesdienst bereits um 10 Uhr begonnen. Ich suche die St. Francis Church auf. Das Kyrie wird gesungen. Die Gottesdienstbesucher kommen aus den Philippinen, Indien, Pakistan, Malaysia und es gibt auch einige local Araber. Bei der Kommunion wird die Hostie auf die Zunge gelegt. Ich strecke meine Hände aus. Am Schluss der Messe pilgern alle Leute zum Marienbildnis. Sie berühren für kurze Zeit Marias Hand.
Nach der Messe schaue ich mir die nächste Kirche an. Alle Kirchen haben den selben Architekten. Die Gebäude ähneln sich. In der indisch-katholischen Kirche sind sogar die Decken, Wände und Leuchter dieselben wie in der römisch-katholischen Kirche. Die 10 Uhr Messe ist bereits vorbei und drei Kirchenmusiker üben indische Ragas für die nächste Messe von 12.30 Uhr. Ein kurzes Gespräch und ich suche die Tamilische Kirche auf. Die Messe ist ebenfalls zu Ende und einige Familien verpflegen sich im Freien vom kleinen Kiosk Angebot.
Nächste Station: Evangelische Kirche. Im ersten Stock gibt es drei verschiedene Kirchenräume, alle mit den gleichen Kirchenfenstern, gleiche Architektur. Der mittlere Raum ist der grösste. Ein philippinischer Gottesdienst hat begonnen. Türen auf und zu - die Leute kommen und gehen. Rechts davon ein tamilischer Gottesdienst. Ich entscheide mich für den linken, den Evangelisch-Arabischen Gottesdienst. Die KIrche ist zu Dreiviertel gefüllt. Ein Katechet betet und singt. Die Gottesdienstbesucher halten die Bibel in der Hand und schlagen jeweils die Texte nach, die auf der Leinwand angezeigt werden.
Auf der Empore sitzt kein Organist aber ein Techniker, der die verschiedenen Power Point Präsentationen mit den Gesangs- und Gebetstexten und den kitschigen Bildern managt. Im vorderen Kirchenraum sitzen zwei Musiker, ein Pianist und eine Cellistin, daneben ein Ensemble mit 4 Solosängerinnen. Die Gesangsbegleitung und die Gesänge gefallen mir sehr gut.
Eine gute Idee finde ich den Kinderhort. Im hinteren Teil gibt es einen Raum für Kinder - ein gemütlicher Spielraum hinter Glas und akustisch isoliert. Die Eltern haben ihre Kinder stets im Blickfeld.
Dienstag, 31. Juli 2007
10 VOR 10 IN DUBAI
Gestern habe ich endlich ein TV-Gerät angeschafft. So kann ich das Notebook mit dem Bildschirm verbinden und zusätzlich auch mal Unterhaltungssendungen und News schauen.
Zwei Inder haben die Kabel eingezogen und den Receiver programmiert. Sie fragten mich, aus welchem Land ich komme. Die erste Sendung, die sie dann auf Platz 01 einrichteten, war SF INFO Kanal. So kann ich nun auch 10vor10 und verschiedene News oder Dok's ansehen, wie gestern den Film "Vollenweider".
Montag, 30. Juli 2007
300 TAGE BAUZEIT FUER 6-SPUR-BRUECKE UEBER CREEK
Für die 6-spurige Floating Bridge über den Dubai Creek hat die RTA (Strasseninspektorat) gerade mal 300 Tage Bauzeit eingeräumt. Vor zehn Tagen wurde sie eröffnet und heute ist bereits ein erstes Leck aufgetaucht: Eine Fahrbahn hat sich um mehrere Zentimeter gesenkt.
Die RTA ist weiter gefordert mit dem grossen Verkehrsaufkommen in Dubai. Täglich fahren um die 150'000 Fahrzeuge über den Creek. Die Floating Bridge kann in der Stunde 6'000 Fahrzeuge passieren lassen und sie kann damit den Stau bei der Garhoud Bridge etwas entspannen. Sie soll 37% des gesamten Verkehrs über den Creek schlucken.
Mittwoch, 25. Juli 2007
FUER 60 DIRHAM IN DIE KAELTE
Chill out, so heisst die neuste Bar in Dubai mit einer Temperatur von Minus 6 Grad. Draussen sind es 41 Grad. Abdallah, Confisier beim Kempinski, und ich probieren die exklusive Bar aus. Beim Eingang zahlen wir je 60 Dirham (20 CHF) - 1 Getränk inklusive.
Ich erhalte eine dicke Winterjacke, Handschuhe und .. wer mit Flip Flops kommt, kriegt warme Boots. Die Metalltüre zum Chill Out öffnet sich wie jene in einem Tiefkühlhaus. Dann stehen wir mittendrin im Eis. Ein Russe, wie könnte es anders sein, bietet uns einen Drink an - Lemon oder Mango. Tische, Wände, Theke, ja selbst die Gläser sind aus Eis. Wir halten es 15 Minuten aus, ehe uns die Nase abfriert.
Sonntag, 22. Juli 2007
RESULTAT VOM FILM MAKING KURS
Heute habe ich wieder sechs Stunden im SAE-Institut gearbeitet. In dieser Zeit habe ich gerade mal etwa 5 Minuten Film bearbeitet. Ich probiere das neue Final Cut Studio Pro 2 aus und da geht manchmal einfach was schief.
Ich habe nun von Reena, Supervisor am SAE-Institut, ein Mail erhalten, dass ich meinen Filmkurs erfolgreich bestanden habe. Am Tag meiner Ankunft in Dubai, am 18.07.07 hatte ich ja schriftliche Prüfung und das 5-Minuten Filmprojekt musste ich der Klasse und den Lehrern präsentieren. Reena schreibt: "Your film 'Burj Dubai goes to Switzerland' was very original, imaginatively presented and very well shot. It also used humour in the presentation which is rare! Besides this, the jacket cover was very well designed. Congratulations! I do hope you intend to pursue filmmaking and that we will be treated to more of your work in the future..."
"Dein Film "Burj Dubai goes ...." - es sollte natürlich heissen "Burj al Arab ..." - war sehr originell und beeindruckend präsentiert und du hast sehr gute Szenen geschossen. Der Film kommt mit Humor daher, was eher selten ist! Dazu ist die Filmhülle sehr schön gestaltet. Herzliche Gratulation! Ich hoffe, du hast im Sinn weiterhin Filme zu drehen und dass wir noch mehr von deiner Arbeit in Zukunft kennenlernen können..."
Hat sich wieder mal bewiesen, dass sich der Aufwand gelohnt hat ... ich hatte über 5 Stunden Videomaterial in 14 Tagen gedreht - für 5 Minuten Film.
Samstag, 21. Juli 2007
HOECHSTES GEBAEUDE DER WELT IN DUBAI
Ab heute steht das höchste Gebäude der Welt in Dubai. Der Burj Dubai ist nun auf 512 m gewachsen und wird bis Ende 2008 um die 800 m messen. Bis anhin war Taipei 101 in Taipeh mit 508 m das höchste Gebäude. Die Baufirma gibt allerdings die endgültige Höhe noch nicht bekannt - es gibt ja immer Konkurrenten.
Das Gebäude kostet um die 1.2 Milliarden Franken und wird über 160 Etagen haben. Darin sollen 30'000 Appartments und das grösste Einkaufszentrum der Welt entstehen. Emaar, der Bauträger, gehört zu einem Drittel der Regierung Dubais und zu einem anderen Teil dem südkoreanischen Konzern Samsung.
Freitag, 20. Juli 2007
Seit zwei Tagen bin ich bereits wieder zurück und zu Hause in Dubai. Die Tage in der Schweiz gingen viel zu schnell vorbei und ich konnte nur einen Bruchteil all meiner Bekanntschaften besuchen. Es tut mir leid, dass ich nicht überall vorbeikommen konnte.
Für meine Filmschule in Dubai musste ich bis 18. Juli 07 ein 5-Minuten Projekt fertigstellen und so hatte ich in der Schweiz ganz schön viel Arbeit. Allen, die mir dabei geholfen haben, ein herzliches Dankeschön - vor allem meinen Eltern in Bilten und Hansruedi Wyler.
Ich habe aber die restliche Zeit in der etwas kühlen Schweiz genossen und ich wurde überall verwöhnt. Jetzt muss ich wieder selber kochen.
In den nächsten Wochen werde ich weiterarbeiten im Editieren von Filmmaterial und ich werde zwischendurch mal an den Beach fahren oder einige Exkursionen unternehmen.
Vereinzelt werde ich auch wieder einige News erstellen.
Nochmals ein herzliches Dankeschön für alle Begegnungen in der Schweiz. Ich hatte mich sehr gefreut darüber.
Sonntag, 1. Juli 2007
SUPER SALIK !
Ich habe heute Salik bereits zu spüren bekommen. Um 13.30 Uhr fahre ich mit dem Taxi zur Knowledge Village um mit dem Final Cut Pro, mit dem Filmprogramm von Mac, zu üben. Via Sheikh Zayed Road gelange ich jeweils in knapp 10 Minuten dorthin. Mein Taxichauffeur will Salik umgehen, damit ich die 4 Dirham sparen kann. Das ist mir egal. Er entscheidet sich durchs Quartier und hinten herum zu fahren. Toll. Wir bleiben 50 Minuten in einer Doppelkolonne stecken.
Die Sheikh Zayed Road ist fast leer. Ein Student übertreibt wohl, dass er 300 km/h auf der Strasse fahren konnte.
In beiden Richtungen Dubai-Jebel Ali-Dubai und auf beiden Seiten der Sheikh Zayed Road gibt es diverse Parallelstrassen. Die sparsamen Autofahrer nehmen heute diesen Umweg in Kauf ... aber zahlen mit viel Zeit im Kolonne stehen. Ich denke, das ist die ersten Tage so, dann werden wieder alle Automobilisten auf der Sheikh Zayed Road rasen.
Mit Glück bekomme ich um 18 Uhr vor der Knowledge Village ein Taxi um zum Burj Al Arab zu gelangen. Ich will dort noch ein paar Filmaufnahmen machen für meine Prüfung am Filminstitut. Die Jumeirah Road, der kürzeste Weg, ist völlig verstopft von Fahrzeugen. Wir nehmen einen Umweg über die Sheikh Zayed Road – 6 Spuren freie Fahrt, aber wieder 4 Dirham für Salik.
Samstag, 30. Juni 2007
SALIK - STRASSENZOLL AUF SHEIKH ZAYED ROAD
Ab Mitternacht zum 1. Juli 2007 wird auf der Sheikh Zayed Road an zwei Stellen Strassenzoll erhoben. Eine Erfindung der RTA Road and Traffic Authority von Dubai - nach Vorbildern aus Europa. Pro Fahrt 4 Dirham (CHF 1.30), aber maximal 40 Dirham pro Tag. Dazu sind spezielle Kameras über der Strasse montiert, welche eine Vignette an der Frontscheibe des Fahrzeugs erfassen und direkt belasten. Die Kameras sind nur 100 m von meiner Wohnung entfernt auf der Sheikh Zayed Road angebracht. Deshalb wird befürchtet, dass viele Automobilisten aus Abu Dhabi kommend, die Ausfahrt vor den Kameras nehmen und durch unser Quartier in Al Barsha einen Weg suchen. Warten wir mal ab.
Freitag, 29. Jun. 2007
SCHNELLSTER HAARSCHNITT
Für meine Ferien in der Schweiz gehe ich besser hier zum Friseur – das ist billiger. In der Mall wird für 60 Dirham (CHF 20) geschnitten, zwar teurer als sonst wo – egal. Der Friseur fragt mich, wie ich die Haare gerne geschnitten hätte. Nur ganz wenig. Überall oder nur auf der Seite? Nur auf der Seite. Ok – nehmen wir Stufe 3 auf dem elektrischen Haarschneider. Yallah. Los. Oh, das ist etwas kurz. Noch kurz mit der Schere ein bisschen nachhelfen.
Wo kommen Sie her, fragt mich der Friseur. Aus der Schweiz. Aha, dann sprechen Sie deutsch? Er ist Libanese und hat neun Jahre in Hannover gelebt. Nach 10 Minuten zahle ich die 60 Dirham, schliesslich warten weitere Kunden beim Eingang.
Donnerstag, 28. Juni 2007
FÜHRERSCHEIN IM SHOPPING CENTER
Nach der Schule mache ich für den Erwerb des Führerscheins in einem Optikergeschäft in der Mall of Emirates einen Augentest.
Ich sitze auf einen Stuhl. Schliessen Sie das linke Auge und sagen Sie mir, welche Buchstaben Sie auf dem Display sehen. Drei Linien mit dem rechten Auge, drei Linien mit dem linken. Anschliessend der Farbentest: Nun sagen Sie mir die Zahlen auf diesen farbigen Tafeln. Die Zahlen sind sooo gross geschrieben - inmitten von farbigen Punkten. Kein Problem. Sie kriegen die Bestätigung. 25 Dirham (CHF 8), ein Passfoto wird an das Papier geheftet. Mit der Bestätigung fahre ich zum Police Departement gleich neben der Mall.
Es ist 14 Uhr – ich werde in die Schreibkammer gelotst, der Araber geht erst mal eine Zigarette rauchen. Ich warte. Er kommt zurück und füllt das Formular in Arabisch aus. Kopie von Führerschein, Internationalem Führerschein, Kopie von Passport und Residenzausweis. Die Dokumente schmeisst er vom rollenden Bürostuhl aus auf den Kopierer. That´s it. Ein Foto. 40 Dirham (CHF 13). Der Araber erklärt mir, dass für den Ausweis zum Safa Park fahren kann, weil hier die Büros um 14.30 Uhr geschlossen sind - oder ich könne am Sonntag wieder hierher kommen. Ich will den Ausweis heute.
Mit dem Taxi fahre ich zum Dubai CO-OP. Ich gehe durch die Lebensmittelabteilung und suche den Lift. Im ersten Stock befindet sich das Büro der RTA, Road and Transport Authority. Das kleine Büro in der Shopping Area scheint ein Face-Lifting zu bekommen. Gipser füllen Fugen. Chaos. Ein Mann am Schalter bittet mich etwa 15 Minuten zu warten, der Zuständige sei grad in der Pause. Zwei Araberinnen sitzen an einem Bürotisch und kichern die ganze Zeit. Inzwischen kommen neue Bewerber. Ich erkläre, dass Pause angesagt ist. Stirne runzeln.
Nach 20 Minuten geht es vorwärts. Ein Araber trifft im Büro ein, in den Händen eine Platte mit arabischen Süssigkeiten für die Frauen.
Auf meinen Papieren sucht der Araber das Gültigkeitsdatum und findet es nicht. Ich bekomme die Papiere zurück und er beschäftigt sich mit einem neuen Kunden in der Schlange. Ich finde das Datum, schiebe die Papiere zurück. Anscheinend meistert er gleich beide Ausweise auf einmal. 110 Dirham (rund CHF 40).
Er ordert mich ins Büro zu kommen, damit er ein Foto schiessen kann. Ich rücke meine Haare zurecht, mache auf Lächeln. Keine Ahnung, wann er abdrückt? It´s ok. Nach 2 Minuten erhalte ich den Führerschein in Kreditkartenformat. Sch... Foto. Der Ausweis ist bis 2017 gültig.
TAXIFAHRT – ALLAH AL AKBAR
Vor dem Police Department nehme ich ein Taxi Richtung Co-op Dubai. Der Taxifahrer fragt mich das Übliche. ...aus der Schweiz and you? From New America. Wo ist das? Afghanistan. Er wettert die ganze Fahrt über die Amerikaner. Ich glaube die Afghaner fahren hier am Verrücktesten. Bei der Einfahrt Richtung Co-op gibt es einen Fast-Crash mit einem Peugeot. Das Reissverschlusssystem kennen die hier nicht, der Stärkere ist der Schnellere - oder umgekehrt. Ich höre nur Allah Al Akbar und fluchen. Wieder mal Glück gehabt.
Mittwoch, 27. Juni 2007
REPORTS AUSHÄNDIGEN
Zwischen 10 und 14 Uhr hatten wir in der Schul-Kantine die Tische so eingerichtet, dass wir den Eltern oder Schülern die Zeugnisse aushändigen konnten – getrennt nach Klassen. Die meisten Kids oder ihre Eltern kamen vorbei. Sie mussten eine Unterschrift abgeben – Schöne Ferien – und Bye. Morgen letzter Schultag für uns Lehrpersonen und Sekretariat.
Dienstag, 26. Juni 2007
SCHULSCHLUSS IM AL HABTOOR
Im Al Habtoor Grand Resort & Spa in Dubai Marina sind wir von Al Habtoor um 11.30 Uhr zum Mittagessen eingeladen. Al Habtoor ist eine grosse Investorengruppe im Engeneering-, Immobilien- und Hotelbereich – und natürlich gehören unsere zwei Schulen von Jumeirah und Meadows der Habtoor Family. Die beiden Schulen zählen zusammen rund 300 Angestellte.
Nach verschiedenen Irrläufen durch das Hotel treffen wir im Al Andalous Ballroom ein. Erst eine kurze Begrüssung und Ehrung von Lehrkräften, die bereits 15 und 10 Jahre an der Schule unterrichten, dann lädt uns der Schulleiter zum Buffet ein. Aus dem riesengrossen Buffet findet wohl jede Nationalität eine Delikatesse. Ich geniesse vor allem die Desserspezialitäten. Nach nur eineinhalb Stunden machen wir uns bereits auf den Heimweg.
Montag, 25. Juni 2007
WAS FÜR EIN DURCHEINANDER
Ausverkauf. Dubai Summer Shopping hat am 21. Juni 07 begonnen. Gestern ging ich durch die Mall of Emirates. Die meisten Schaufenster locken mit SOLD und mit Tafeln: 25%, 50% und 75% Vergünstigung. In einem Schuhgeschäft scheint ein Orkan gewütet zu haben. Einzelne Schuhe – nicht etwa Paare – liegen im ganzen Geschäft herum. Die Kunden müssen sich einen Weg durch die Schuhlandschaft bahnen. Ein Schuh sticht mir ins Auge, aber wo finde ich das Pendant dazu. Ein Verkäufer sagt mir: Suchen Sie selber.
Schachteln um Schachteln öffne ich – mit der Hoffnung den zweiten Schuh zu finden. Nach ungefähr 20 Minuten habe ich mein Paar beisammen. An der Kasse gibt mir ein Verkäufer den Preis bekannt: 190 Dirham (CHF 60). Der Verkäufer reserviert mir den Schuh für zwei Stunden. Ich gehe weiter durch die Mall, finde aber nichts Besseres. Als ich zurück komme und bezahlen will, kostet der Schuh nur noch 170 Dirham.
Sonntag, 24. Juni 2007
GUTE ZEITEN – SCHLECHTE ZEITEN
Am vergangenen Mittwoch konnte ich mich über die bevorstehende Lohnerhöhung freuen. Ist ja zwar nicht viel: 500 Dirham (CHF 160). Am Donnerstag gebe ich bei Aji meinen neuen unterschriebenen Vertrag ab.
Time changes. Aji informiert mich, dass ich für Juli und August keinen Lohn erhalte, weil ich die Schule erst am 18. Februar 2007 angetreten hatte. Für vollen Lohn hätte ich am 11. Februar 2007 beginnen müssen. Mir bleibt die Spuke weg. Bis 9. Februar 07 hatte ich ja noch in der Schweiz unterrichtet. Aji kann nichts dafür, er führt nur aus, was ihm von oben befohlen.
Ich informiere Simon, Head of Music. Schnurstraks gehen wir zu Jason, zum Schulleiter. Er kann im Moment auch nichts machen und anderen Lehrpersonen gehe es ähnlich wie mir. Die nächste Ansprechpartnerin, Miss Habtoor (Eigentümerin der Schule) ist kurzfristig in die Ferien verreist. Jason vertröstet mich auf Sonntag. Ich mache klar, dass ich in diesem Fall die Kündigung überlege.
Heute um 09.45 Uhr kommt Jason in mein Musikzimmer. Sein Gesicht verheisst keine positive Botschaft. Leider konnte er Miss Habtoor nicht erreichen. Ich müsse bis nach den Ferien warten. OK. Er gibt mir zu erkennen, dass er um die gleiche Sache für sich selbst kämpft. Er hat ja die Schule erst Anfang April angetreten.
Um 16 Uhr telefoniert mir Chandini, sie wolle nur kurz abklären, ob das meine Telefonnummer sei. Yes. 5 Minuten später telefoniert mir Jason. Neue Hoffnung. Er konnte erreichen, dass ich wenigstens EIN HALBES Salär Ende August erhalte – für beide Monate – inshallah – so Gott will. Es sei ihm wichtig, dass er mir dies heute schon mitteile denn erst morgen Montag. Er will wohl nicht, dass ich abspringe.
Die Schule hat erst vor einer Woche informiert, dass die Lehrer-Crew für das Schuljahr 2007/08 komplett sei. Komplett?? Ich habe zwei Monate Zeit, mir Gedanken darüber zu machen.
Samstag, 23. Juni 2007
BLUE SOUQ
Am Freitag konnte ich um 11.30 Uhr mit Mohammed nach Sharjah fahren. Er besuchte seine Schwester. Ich erkundete den Blue Souq, ein grosser Markt von Teppichen, Gold, Silber, Souvenirs und jeglichem Kitsch. Ich habe nicht miteingerechnet, dass der Markt erst um 16 Uhr geöffnet wird – Freitagsgebet. So schlafe ich von 12.30 – 15.00 Uhr auf einer Bank in einem geschlossenen Cafe im Blue Souq.
Als ich in die nahe gelegene Pizzeria gehe, gibt es nicht mal einen Espresso – die Maschine sei kaputt. Ich begnüge mich mit einem Automaten-Capuccino und einem Coupe Danmark.
Allmählich öffnen die Geschäfte im Blue Souq. Manche Läden sind vollgestopft mit imitierten Antiquitäten, Pergament, Holz- und Metallfiguren, Textilien aller Art für die Wohnung. Die Perser Teppiche haben mich in ihren Bann gezogen, doch sind sie mir etwas zu teuer. Später vielleicht mal. In einigen Geschäften sitzen die jungen Wüstensöhne an einem Computer, Geschäftsinhaber - für die Beratung und den Verkauf sind Inder zuständig.
Freitag, 22. Juni 2007
ALLES DREHT SICH UM SALIK
Salik ist nicht etwa ein Kakerlaken in meiner Wohnung, kein Hund und keine Katze, auch habe ich kein neues Kamel gekauft. Salik ist nichts zum Essen und nichts zum Trinken. Und Anfassen kann ich Salik schon gar nicht. Eigentlich müsste ich mich gar nicht um Salik kümmern. Aber alle sprechen in Dubai über Salik. Klar, Salik heisst clear. Am 1. Juli 07 ist Salik soweit ..... Alles klar ?
Donnerstag, 21. Juni 2007
LAZY TAXIFAHRER
Ich habe in der Mall of Emirates eingekauft – 8 Liter Milch und Fruchtsäfte. Vor dem Kempinski nehme ich ein Taxi. Der „gewichtige“ Chauffeur ist erbost, dass er mich nur die kurze Strecke nach Habtoor House bringen kann. Seine Sitzlehne ist mindestens 120 Grad nach hinten gekippt, er liegt regelrecht während der Taxifahrt und seine rechte Hand stützt er am hinteren Fenster ab – Automatik-Getriebe wie alle Taxis hier - cool. Die Fahrt kostet 5.50 Dirham (CHF 1.80). Auf die 10 Dirham gibt er mir lediglich 3 Dirham zurück, er habe schliesslich eine Stunde beim Kempinski gewartet. Ist nicht mein Problem. Ich insistiere, ich will noch einen Dirham zurück. Widerwillig drückt er mir einen Dirham in die Hand und Bye.
Mittwoch, 20. Juni 2007
LOHNERHÖHUNG AB SEPTEMBER
Im Musikraum übe ich Bach Inventionen am Klavier. Plötzlich steht der Principal, Schulleiter Jason, neben mir. Hi Kurt – Hi Jason. Ich habe noch nie ein Wort mit ihm gewechselt, wie kommt es, dass er meinen Namen kennt?
Jason überreicht mir einen Umschlag – neuer Vertrag – etwas mehr Lohn ab 1. September 07. Toll. Bis morgen muss ich den Vertrag unterschrieben zurückgeben. Für Juli und August erhalte ich nur den halben Lohn - den vollen Lohn kriege ich erst Ende August, wenn ich wieder an die Schule zurückkehre. Es gab in der Vergangenheit öfters Lehrpersonen, die im voraus ihren Lohn kassiert haben und nicht mehr zurückgekehrt sind. Die Schuladministration ist schlauer geworden. Falls ich den Vertrag nicht einhalte, zahle ich 5´000 Dirham (CHF 1´700). Mal sehen ....
Dienstag, 19. Juni 2007
FINGERPRINT
Seit 1. Juni 07 müssen unsere Angestellten der Administration mit Fingerprint morgens ein- und am Nachmittag auschecken. Ab Schulbeginn, 2. September 2007 gilt dies auch für uns Lehrpersonen. Dann kann keine Lehrperson mehr früher abschleichen.
Montag, 18. Juni 2007
PIZZERIA MIT EINEM SITZPLATZ
Gestern war es doch ein bisschen staubig und heiss um in meiner Lieblingspizzeria 800PIZZA draussen eine Pizza zu essen. Die Service Angestellte bat mich ins Restaurant hinein. Ein Tisch und ein Stuhl hatten gerade knapp Platz.
Rechts neben mir und hinter Glas wallt ein Malaysier den Pizzateig aus. Zwei Serviceangestellte und zwei delivry boys stehen um mich herum, als ich die Pizza verschlinge. Das Geschäft läuft natürlich mit dem Hauslieferdienst.
Sonntag, 17. Juni 2007
WIEDER MAL GLÜCK GEHABT
Ich komme um 15 Uhr nach Hause. Irgendwie ist es heute lärmiger in meiner Wohnung als sonst. Ich merke, dass meine Balkontüre offen steht. AC ON. Mist. Ich habe am Morgen vergessen die Türe zu schliessen. Das erste was ich mache, ich fahre mit meiner Hand über das Bettgestell. In den acht Stunden ist bestimmt alles staubig geworden und die Wohnung voller Fliegen. Glücklicherweise ist heute die Luftfeuchtigkeit eher niedrig. Wenig Staub und nichts feucht. Ich habe wirklich wieder mal Glück gehabt.
ENTHÜLLUNG
Auf der gegenüberliegenden Strassenseite tut sich was. Das Hämmern an Metallstangen ist unüberhörbar. Die Arbeiter befreien das neue Gebäude von all dem Gerüste. Die Balkone haben noch keine Geländer. Das Gebäude sieht jetzt ganz nackt aus. Kein Wunderwerk.
LETZTER SCHULTAG
Morgens habe ich drei Lektionen mit den neunten Klassen und eine Orchesterlektion. Die Schüler sind überraschend recht angenehm und freuen sich natürlich auf die bevorstehenden Ferien. Viele Schüler sind gar zu Hause geblieben. Einige bringen ein Video mit – kurzweilig. Von einem Schüler bekomme ich eine Rose, ein anderer überreicht mir eine Büchse voll Bonbons, von einem weiteren Schüler erhalte ich einen CD-Gutschein von Virgin-Megastore als Dankeschön.
Am Nachmittag müssen wir eineinhalb Stunden im Schulzimmer der Form Class überstehen. Um 13.50 Uhr ist Assembly angesagt. Alle Klassen von 7 – 9 begeben sich ins Theater, wo Anissa, Pam, Dolores und Anne die Awards des letzten Monats abgeben. Die Schüler verabschieden sich. Schöne Ferien !
Start ins Neue Schuljahr: Sonntag, 9. September 2007
Samstag, 16. Juni 2007
KLASSENFOTO - ENDLICH - NO COMMENT
KONDENSWASSER AN DER BALKONTÜRE
Tolle Isolation. Die Fenster sind hier meist nur einfach verglast – das heisst innen kalt und aussen heiss. Zur Zeit ist es so feucht, dass an der Aussenseite der Balkontüre Kondenswasser herunterfliesst. Fast wie in meiner alten Schorieder Wohnung zwischen 1984 – 1993 – nur umgekehrt.
Heute Abend ist es draussen so feucht, dass sich Nebel gebildet hat und die Sichtweite ist gering. Ein Vorteil - es dringt nicht mehr so viel Staub in meine Wohnung. Ein Nachteil - ich kann die Balkontüre nicht für längere Zeit öffnen, sonst bildet sich überall in der Wohnung Kondenswasser.
Freitag, 15. Juni 2007
MEINE LIEBLINGSSPEISEN
Wenn ich zu faul bin zum Kochen ...
Ruccola-Salat auf Bresaola mit Parmesan, Zitronensaft, wenig Balsamico und Olivenöl, Salz und Pfeffer. Dazu ein frisches Cerealien-Brot mit Butter .... Mmmmh....
Bresaola ist übrigens mein fast perfekter Bündnerfleisch Ersatz. Bresaola ist eine Spezialität aus dem Veltlin.
Wenn ich Lust habe zum Kochen ...
Lammkoteletts mit Reis und Zwiebeln, mit viel Knoblauch und Peperoni
Penne mit Lachsstreifen an einer Rahmsauce und mit knackigem Salat
Spaghetti aglio e olio und Salat
Wenn ich in Eile bin ...
Instant-Nudeln in zwei Minuten zubereitet ... schmecken nicht grad lecker, aber akzeptabel. Ein feines Mango-Joghurt und einige Früchte zum Dessert.
Donnerstag, 14. Juni 2007
STUDENTEN OUT
Nach der heutigen Registration der Schüler vor der Sporthalle und vor der Abgabe der Examen, nennt Anissa drei Sünder, welche gestern während des Examens gepfiffen haben. Die Studenten stehen auf und müssen die Halle verlassen. Wahrscheinlich wurden sie von anderen Schülern verpetzt – alle drei waren völlig verblüfft. Glück für die 400 Studenten – kein Nachsitzen nach dem heutigen Examen.
NEUE LÄDEN IM QUARTIER
Es ist interessant, wie jede Woche in einer anderen Ecke meines Quartiers in Al Barsha ein neues Geschäft, ein Restaurant oder ein Hotel eröffnet wird. Für Brot und Milch muss ich nun nicht mehr zur Mall marschieren – die 5 Minuten Walk sind schon heiss genug.
Mittwoch, 13. Juni 2007
400 SITZEN 45 MINUTEN STRAFE
Meine Aufsichtszeit bei den Examen war heute von 09.07-09.30 Uhr. Als ich um 09.05 Uhr die Sporthalle betrat, waren die meisten Schüler bereits fertig mit ihren Arbeiten, aber sie mussten noch bis 09.17 Uhr warten.
Ich wandere durch die Reihen. Einige Schüler smilen oder runzeln die Stirn, einige Schüler haben ihren Kopf auf der Tischfläche, ruhen sich aus, ein Schüler fragt mich, ob er kurz zur Toilette gehen kann – dringend - ist aber nicht erlaubt, und zwischendurch gibt es einige Pfiffe. Anissa steht vorne am langen Tisch und schaut sehr ernst in die Runde, während wir acht Lehrpersonen durch die Reihen gehen, mal da, mal dort einen Becher Wasser oder ein Kleenex verteilen – und immer wieder Pfiffe aus verschiedenen Richtungen.
09.17 Uhr: Anissa erklärt den Schülern still sitzen zu bleiben und uns Lehrern die Tests auszuhändigen. Wir sammeln ein. Die Meute ist erleichtert und Start bereit, den Raum zu verlassen.
Doch Anissa gibt den Schülern zu bemerken, dass sie die Halle erst verlassen dürfen, wenn die Pfeif-Sünder aufstehen und nach vorne kommen. Warten, warten, warten. Abdulrahman fragt wieder, ob er zur Toilette gehen kann - wohl noch dringender - nicht erlaubt. Nach etwa 20 Minuten sind zwei Schüler dingfest gemacht. Sie müssen auf direktem Weg zu Anne gehen, zum Head of Students. Es ist 09.45 Uhr und die Schüler werden unruhig, fragen andauernd: Wie lange noch?
Um 10 Uhr – nach 45 Minuten - erklärt Anissa, dass alle 400 Schüler morgen nach dem Examen nochmals 45 Minuten Strafe sitzen müssen, wenn sich die Sünder nicht melden, denn es waren ja nicht nur die zwei.
Um 10.05 Uhr verlassen die Schüler in Einerkolonne die Sporthalle. Ob die Story morgen weitergeht ?
Dienstag, 12. Juni 2007
KLEIDER ENGPASS
Da heute wieder mal die Sonne scheint :) , richte ich mir heute den Waschtag ein. Ich wasche hier viel öfter als in der Schweiz, denn jeden Tag trage ich von unten bis oben frische Kleider – und die Frottetücher stinken schnell – bei diesen Temperaturen in und ausserhalb der Wohnung.
Inzwischen habe ich mir die Kleiderausstattung auf 10 Tage erweitert. Noch vor einem Monat hatte ich einen Kleider-Engpass. Alle Hosen waren in der Wäscherei zum Bügeln und ich hatte nur noch ein Paar Jeans zu Hause – Blue Jeans sind aber in der Schule nicht erlaubt.
Die Wäsche hänge ich heute um 16 Uhr an die Sonne – nach dem Gym um 17.15 Uhr ist bereits alles trocken und zum Bügeln bereit.
Montag, 11. Juni 2007
HEISS UND FEUCHT - WIR SCHWIMMEN
Jetzt hat es angefangen: In den letzten Tagen ist es in den Morgenstunden bis etwa 15 Uhr sehr heiss und feucht. Das Radio berichtete heute über 81 % Luftfeuchtigkeit - und es wird noch extremer im Juli und August. In 15 Minuten Pausenaufsicht ist mein Hemd vollgeschwitzt - wir schwimmen regelrecht im Schweiss. Wenn ich von der Air Condition-Zone nach draussen komme, sehe ich erstmal Nebel durch meine Brille - bis sich die Gläser angepasst haben. Der AC läuft jetzt doch etwas öfter in meiner Wohnung.
Sonntag, 10. Juni 2007
EXAMENWOCHE
Fuer mich etwas Besonderes: Die Examenwoche. Am Morgen um 07.30 Uhr versammeln sich alle Studenten der Klassen 7 – 9, aufgeteilt in Faechergruppen vor, hinter oder neben der Sporthalle. Nicht alle Studenten der gleichen Form Class besuchen zum Beispiel das Fach Mathematik beim gleichen Lehrer. Deshalb ist es etwas schwierig die Registration vorzunehmen. Ich kursiere um alle achten Klassen herum, bis ich alle Schueler meiner Form Class gefunden habe. Schueler mit Lern- oder sozialen Schwierigkeiten absolvieren die Examen bei Anne, Head of Students.
Um 07.45 Uhr werden die Klassen einzeln zu ihren zugewiesenen Reihen in der Sporthalle gelotst. Rund 200 Tische stehen in der Sporthalle in Reih und Glied, immer zwei Schueler an einem Tisch, aber nicht von der gleichen Klasse. Handys und iPODs muessen am Eingang abgegeben werden. Zugelassen sind nur Schreibzeug in einem durchsichtigen Plastikbeutel und Wasserflaschen. Fast wie beim Einchecken am Flughafen.
Pro 45 Minuten sind etwa acht Aufsichtspersonen in der Halle. Wir erhalten die mehrseitigen Tests, verpackt in riesengrossen, braunen Umschlaegen und verschlossen. Ich gebe jedem Schueler ein Exemplar und wuensche “Good luck” – viel Glueck.
Kein Wort wird gesprochen – es herrscht absolute Stille. Einige Studenten sind verkrampft, einige spielen mit dem Kugelschreiber. Auf einigen Tischen liegen kleine gelbe Zettel mit der Aufschrift, dass dieser Schueler 25% laenger Zeit hat fur den Test.
Beim Herumgehen kickt mich Mohammed, der immer fuer einen Spass aufgelegt ist, mit seinem Fuss. Smile. Auf eine Kommando von Anissa starten um 08 Uhr alle Schueler zur gleichen Zeit.
Ein Test dauert 1 ½ Stunden – von 09.45 – 10.15 Uhr ist Pause. Die Examen gehen jeweils bis 12 Uhr – dann werden die Schueler nach Hause gefahren oder sie werden abgeholt. Mein Dienst ist morgens von 07.30-08.00 Uhr und zweimal 45 Minuten Aufsicht pro Tag. That´s it.
Lehrpersonen mit Prüfungsfächern korrigieren die ganze Woche. Musik ist kein Examenfach. So sitze ich halt herum, lerne English oder spiele Klavier. So geht dies jeden Tag bis Donnerstag. Good luck!
Samstag, 9. Juni 2007
CHRISTLICHE KIRCHEN IN DEN UAE
In einigen arabischen Ländern wie Jordanien, Libanon oder Syrien ist es einfach Kirchen zu bauen, weil da auch arabische Christen wohnen. In Saudi Arabien sind Kirchen ganz verboten. In den Vereinigten Arabischen Emiraten gibt es inzwischen 18 christliche Kirchen und in Abu Dhabi ist der Schweizer Bischof, Paul Hinder, zuständig für die Katholische Gemeinde der arabischen Länder.
Freitag, 8. Juni 2007
DIEBE IN DER SCHULE ?
Mittwoch, 6. Juni: Wir hatten Partytime während einer Musiklektion. Am Ende der Lektion, als ich die CD versorgen will, finde ich einen leeren CD-Player vor. Hoppla. Entweder habe ich die CD verhühnert oder sie ist abhanden gekommen.
Um 14.40 Uhr gehe ich zu Anne, Head of Students, um festzustellen, ob es in der Schule Diebe gibt. Auf dem Weg zu Anne finde ich ein zerbrochenes Stück meiner gesuchten CD. Anne will der Sache nachgehen.
Während der Registration am Donnerstag Morgen droht Anne mit break und lunch detention für die ganze Klasse, wenn sich die Diebe nicht melden. Bereits eine Stunde später liegt ein Brief von zwei Sündern auf dem Pult von Anne.
Anne erklärt mir, dass die beiden je 50 Dirham (CHF 17) bezahlen müssen und während der Examenwoche zweimal lunch Arrest haben. Zudem müssen sie sich bei mir dafür entschuldigen.
Am Mittag kommen die beiden Jungs wie geschlagene Hunde bei mir vorbei und entschuldigen sich für das Vergehen. Ihr Problem: Wie sagen sie es ihren Eltern, um an die 50 Dirham zu kommen?
Donnerstag, 7. Juni 2007
MULTIKULTI IM FITNESS
Um 19.45 Uhr gehe ich ins Fitness. Ich treffe einen Libanesen und einen Iraner, später kommt ein Engländer mit einem Ghettobluster dazu – seine Lieblingsmusik - und das Volume voll aufgedreht: Gospel und Country.
Vor der Glastüre machen sich Inderinnen bemerkbar – sie sind sich wohl nicht sicher, ob sie reinkommen sollen. Schliesslich wagen sie es doch. Zwei junge Inderinnen probieren erste Schritte auf der Laufmaschine. Schliesslich erklären sie der dritten Frau mit Sari – es könnte ihr Mutter sein – wie sie auf der Laufmaschine zu walken hat. In Zeitlupe bewegt sich die Frau auf dem rollenden Band vorwärts – hin und wieder auf ihren Sari tretend.
Nach Gym und Dusche geniesse ich eine halbe Stunde Swimming Pool und Sprudelbad auf dem Dach – mit Aussicht auf das farbig beleuchtete Jumeirah Beach Hotel und das Burj al Arab.
Mittwoch, 6. Juni 2007
15 MINUTEN PARTY - 25 MINUTEN AUFRÄUMEN
Es ist genau eingetroffen, was ich mir schon gedacht habe. Die Klasse 7B wollte unbedingt Party in meiner Musiklektion. Ist ja schliesslich interessant, wie das hier abgeht. Also sollen sie sie haben.
Mit Säcken voll Chips, Popcorn, Pralinenschachteln, Biscuits, Cola und Fanta stürmen die Schüler mein Schulzimmer. Ich habe mein Pult freigeräumt, wo sie die vielen feinen Sachen aufreihen können. Allerdings alle Naschereien sind verpackt. Es ist unmöglich, gerecht zu verteilen. Die Schüler organisieren sich selbst. Auf ein Zeichen von Erhamah stürzen sich fast alle Schüler auf all die Tüten. Für Nadine, die immer ganz ruhig in einer Ecke sitzt und kaum redet, habe ich eine Tüte Chips ergattert. Cola und Fanta fliesst durcheinander über mein Pult. Putzmaterial haben wir keines. Ich schicke einen Jungen zur Toilette um Papier zu holen.
Putzen will niemand. Plötzlich möchten einige Schüler zum Trinkwasser Behälter vor dem Schulzimmer gehen um Wasser zu trinken - das lass ich aber diesmal nicht zu. Meine Devise: Kein Schüler verlässt das Schulzimmer, bevor dieses nicht gründlich geputzt ist. Alle stehen rum. Erhamah holt in der Hauswirtschaft einen kleinen Besen und Schaufel. Auf dem Teppich ist es besonders schwierig, das Chaos von Chips, M&M´s, Popcorn und Biscuitresten zu entfernen. Ist aber wirklich nicht mein Problem. Viel Vergnügen.
15 Minuten Party und nach 25 Minuten ist das Zimmer einigermassen sauber für die nächste Klasse. Glücklicherweise habe ich das nur dieses eine Mal erlaubt.
CYCLON GONU- AUSLÄUFER AUCH IN DUBAI SPÜRBAR
Heute ist das Wetter den ganzen Tag stürmisch. Am Nachmittag ist es bedeckt - keine Sonne mehr - schon fast Abendstimmung und es scheint, als würde es nächstens regnen.
Der Grund dafür ist der Cyclon GONU, der die Ostküste gestreift und vor allem in Oman gewütet hat. .... und das ganze ist noch nicht vorbei. Es gibt Warnungen für das Wochenende besonders aufmerksam die Wetterberichte zu verfolgen, wer in den Osten nach Fujairah reisen will.
Dienstag, 5. Juni 2007
EIN ANSTRENGENDER TAG
Am Morgen stehe ich um 05.30 Uhr auf – Dusche, Frühstück und ich nehme heute das Taxi zur Schule. 9 Lektionen sind angesagt – Full Time Programm - das erste Mal seit ich hier bin.
Voererst bereite ich die Bühne im Theater für unsere Assembly vor. Mit dem Tape markiere ich alle Positionen auf der Bühne für Tisch, Stühle und Leiter. Ich lege alle Requisiten bereit.
Die Schüler meiner form class 8F lass ich heute direkt ins Theater kommen – die Registration nehme ich im Laufe des Morgens vor.
Nach und nach trudeln meine Schüler ein – so nervös, dass ich kaum eine Anweisung geben kann. Sie schwirren durchs Theater, auf die Bühne und zurück. Für Rod muss ich noch einen Krawattenknopf zaubern, Raheem weiss nicht, wie er die Batterien an seiner Taschenlampe austauschen kann. Ananya sucht ihre Krawatte. Leonardo kann heute nicht spielen, weil ihm schlecht ist und Shaan und Rayhan sind gar nicht erschienen. Wir suchen Ersatz. Abdulaziz übernimmt die Rolle von Shaan und Tooba jene von Rayhan.
08.55 Uhr sitzen alle 150 Schüler der Klassen 8 im Theater. Anissa, Head of Year, gibt kurz einige wichtige Informationen ab und dann geht es los.
Während rund 20 Minuten spielen meine Schüler diverse kurze, witzige Szenen aus dem Alltagsleben einer Schule und was zu unterlassen ist. Einzig die Gruppe mit Mobile Phone und iPod stellt den Tisch und die Stühle so hin, wie wir es noch nie geübt haben – selbst die Markierungen auf der Bühne haben nichts gebracht! Shaan ist dann doch noch auf der Bühne aufgetaucht – er kommt ja regelmässig zu spät.
Am Schluss der Assembly gratulieren uns Anissa und Pam für die tolle Darbietung – erster oder zweiter Platz aller Assemblies in diesem Schuljahr. Great – die Kinder freuen sich und ich natürlich mit ihnen.
Die zweite Lektion habe ich für Grade 6 vorbereitet, sie haben in diesen Tagen Schnupperwoche an der Middle School, also kommen sie auch im Musikdepartement vorbei. Vergeblich warte ich 20 Minuten – keine Schüler kommen vorbei. Ich telefoniere Anissa. Sie sagt mir, dass die Schüler lediglich den Musikraum anschauen werden. Vorbereitung für die Katz. Während der ganzen Lekion taucht keine Klasse 6 auf.
Es folgen vier Lektionen mit Grade 7 und 8. Da es die letzten Schulstunden vor den Ferien sind, dürfen die Schüler spielen – Mörderlis, Graffiti und Plaudern, iPod hören und mit dem Handy spielen. Am Nachmittag habe ich zwei Orchesterlektionen 7 und 8 und eine Klasse 9. Mohammed bringt eine Wunderkerze mit, die er unbedingt abfeueren möchte. Ich gebe ihm meinen Anzünder.
Karu bringt mich um 14.45 Uhr nach Hause. Eigentlich wollte ich zum Hotel Marriott fahren, wo eine Speakerskonferenz stattfindet und ich wollte Soraya Leupi dort treffen, doch die letzte Redner-Session beginnt um 17.05 und mit dem Taxi würde ich wohl erst um 16.30 Uhr dort erscheinen. Ich schlafe mal besser eine Runde.
GOOD NEWS
An der Assembly teilt uns Anissa mit, dass die Schüler nur noch diese Woche zum Unterricht kommen, dann eine Woche Examen haben und nochmals am Sonntag, 17. Juni 07 zum Bücher abgeben und zu Party zur Schule kommen. Ab 18. Juni 07 haben die Schüler Ferien und die Lehrer eine Woche Zeit zum Korrigieren der Examen, was mich nicht betrifft – Langeweile ist angesagt – vielleicht schleiche ich mich dann einfach mal weg??
PORTEMONNAIE VERGESSEN
Gestern nahm ich das Taxi zur Knowledge Village, wo ich den Film making Kurs besuche. Zuvor hatte ich eine Stunde geschlafen. Als ich dem Taxifahrer die 15 Dirham (CHF 5) geben wollte, merkte ich, dass ich kein Geld dabei hatte. No problem. Ich gab dem Chauffeur meine Nummer.
Nach dem Kurs musste ich wieder ein Taxi nehmen. Aber diesmal konnte der Taxifahrer vor meiner Wohnung warten, bis ich das Geld geholt hatte.
Der erste Fahrer hat sich bis jetzt noch nicht gemeldet. Ich mag mich nicht erinnern, wann ich je mein Geld zu Hause vergessen habe.
Montag, 4. Juni 2007
FÜR 99 EURO NACH DUBAI
CONDOR.COM bietet zwischen Januar und Februar 2008 Billigflüge ab 99 € an. Abflughafen Frankfurt. Nicht schlecht. Ob man da Cargo fliegt oder einen Stehplatz kriegt?
ZWEITER FEUERALARM – UND NIEMAND WEISS WARUM
Ich trainiere mit meiner Klasse über Mittag im Theater für die Assembly von morgen Dienstag. Plötzlich geht der Feueralarm los. Die Schülerinnen und Schüler speeden von der Bühne in alle Richtungen – ich hinterher. Wir treffen Angestellte in den Gängen, die uns nach draussen lotsen.
Die ganze Masse von rund 800 Schülern rennt auf die Sportwiese – die Lehrer zögern etwas am Schatten. Es ist 43 Grad, sehr feucht - alle Klassen stellen sich auf der Spielwiese in Einerkolonne auf. Jeder Form Teacher checkt seine Schüler anhand der Klassenliste. Alle da. Nach 10 Minuten ist der Spuk vorbei und wir halten wieder Unterricht – doch niemand weiss, WER den Alarm ausgelöst hat.
Sonntag, 3. Juni 2007
MEGAPROJEKTE UND SUPERLATIVEN DUBAI
Wer sich all die Megaprojekte und Superlativen von Dubai anschauen möchte:
Unter folgendem LINK gibt es einen über einstündigen Film zu all den derzeitigen und zukünftigen Projekten – „The fastest growing city in the world“ (Die am schnellsten wachsende Stadt der Welt). Total interessant und schnell geladen. Einzig die Musik hat mich nach 15 Minuten genervt - abschalten.
Ich fahre ja kein Auto in Dubai. Mein Hauptverkehrsmittel ist das Taxi. Es ist nicht allzu teuer und für meine Fahrten, die ich unternehme, immer noch billiger als ein eigenes Auto. Manchmal erlebe ich skurrile Fahrten.
Von der Emirates Mall will ich mit Taxi nach Hause fahren. Der Portier bei der Mall legt die Einkaufstüten in den Kofferraum, ich setze mich ins Fahrzeug und erkläre dem Taxifahrer die Destination. Ah, nur 3 Minuten Taxifahrt ... viel zu kurz, ich könne doch zu Fuss gehen – ein kurzer Disput – der Taxifahrer will, dass ich aussteige und ein anderes Taxi nehme. Er habe lange genug auf einen Kunden gewartet und er wolle eine längere Strecke fahren. Ich steige aus, packe meine Sachen und versuche es beim nächsten Taxi.
Pakistanis fahren hier auf den Strassen wie die Wilden. Sie wechseln die Fahrbahn im Höllentempo – von links nach rechts und umgekehrt - und können dabei noch telefonieren. Abstand kennen die Taxifahrer nicht – oft trennen uns nur Centimeter vom nächsten Fahrzeug. Sie hupen und fluchen im Fahrzeug - Business ist in ihr Hirn eingebrannt.
Wenn ich nach Deira fahren will – Nasser Square oder Goldsouq – so habe ich schon mehrmals erlebt, dass der Taxifahrer mich in der Nähe aussteigen lässt, damit er nicht in den Stau hineinfahren muss. Klar, manchmal ist Fussmarsch schneller als die Taxifahrt.
Freitag, 01. Juni 2007
BALD 400 NEUE NACHBARN
Noch führen -zig Arbeiter am gegenüberliegenden Haus verschiedene Kleinarbeiten aus. Am Morgen kommen sie mit einem Bus auf der Baustelle an. Um 06.00 Uhr sitzen sie wie Hühner auf ihrer Stange auf den verschiedenen Balkonen und frühstücken - Food aus der Papiertüte - wohl vom Bauunternehmen. Ihre Köpfe hängen sie manchmal über die Balkonbrüstung um das Leben in den gegenüberliegenden Wohnungen und auf der Strasse zu beobachten. Um 13 Uhr das gleiche Bild und um 17 Uhr wieder das gleiche Bild - um 18 Uhr werden sie abgeholt. Das Gebäude hat Farbe bekommen, Fenster werden montiert und Böden verlegt. In einigen Monaten kriege ich einige hundert neue Nachbarn, die dann zu mir herüber glotzen.
STEUEROASE OBWALDEN DAHIN - AB NACH DUBAI
Da das Bundesgericht nun die degressiven Steuern in Obwalden als verfassungswidrig deklariert hat, wäre doch der Umzug der Firmen nach Dubai eine Alternative ???? In Dubai zahlen wir keine Steuern.
Donnerstag, 31. Mai 2007
INTERNET ZENSUR
Auf BLUEWIN gab es heute einen interessanten Artikel:
Nicht alle Länder geben Ihren Kunden Zugang zu allen Bereichen im Internet. So sind zum Teil kulturelle, politische oder religiöse Seiten gesperrt. Die Vereinigten Arabischen Emirate filtern vor allem Seiten im sozialen Bereich aus. Kontakt-, Chat- und Erotikseiten werden hier systematisch geblockt – halb so schlimm.
Schade aber, dass Seiten zum Gratis-Telefonieren hier geblockt werden – damit Etisalat nicht zu kurz kommt.
Tim ist wohl mein ehrgeizigster Musikschüler, er spielt Saxophon. Seine Familie ist im Februar 2007 von Australien nach Dubai übersiedelt. Sein Bruder, Matthias, spielt im Grade 7 Kontrabass. Heute kam Tim ganz aufgelöst in die Orchesterlektion. Seine Wohnung sei überflutet und er habe nicht üben können und auch keine Noten dabei. Die letzte Nacht hätte seine Familie im Hotel übernachten müssen. Sein Computer stehe 30 cm im Wasser drin.
Die Familie hat ein 2-jähriges Haus gekauft, das seit Februar bereits zum 2. Mal von einem Leitungsbruch überrascht wurde. Eine Folge der schnellen Bauerei und schlechter Reparaturarbeit in Dubai.
Dienstag, 29. Mai 2007
EXAMEN
Zwischen 10. - 14. Juni 2007 finden die Examen für Grade 7 - 9 in der Sporthalle unserer Schule statt. In dieser Woche gibt es keinen Schulunterricht.
Die Studenten werden in fast allen Fächern schriftlich geprüft (nicht in Musik, Drama, Hauswirtschaft). Alle Lehrpersonen der entsprechenden Klassen müssen täglich zweimal während ca. 90 Minuten Aufsicht halten, entweder vor oder in der Sporthalle, auf dem Schulgelände und während Pause oder Lunchtime. Ich bin ja gespannt, wie das abläuft.
Montag, 28. Mai 2007
KALTE FÜSSE
Im Knowledge Village in Jumeirah besuche ich den Film Making Workshop. Der Manager des SAE-Instituts, ein Holländer, führt uns über eine Stunde in die Philosophie und die Regeln der Schule ein. Da wird über Ernstfall Evakuierung gesprochen, über Rassendiskriminierung - falls Lehrer oder Studenten ausfallende Bemerkungen machen - über Alkohol - klar ist das nicht erlaubt - über Beschädigungen, Mobile Phone Handhabung und wir kriegen ein Handout mit über 15 Seiten dazu, das wir bis Mittwoch unterschrieben dem Sekretariat abgeben müssen, dass wir mit den Regeln der Schule einverstanden sind.
Die folgenden zwei Stunden macht uns Omar, ein Deutscher aus Stuttgart, bekannt mit Bytes und Bits, mit verschiedenen Videoformaten, Computer-Systemen wie PC und MAC und ... wir müssen mit MAC arbeiten. Heisst für mich, dass ich einen MAC kaufen muss.
Omar gibt uns einen Crash-Kurs in Filmgeschichte und unterdessen habe ich kalte Füsse bekommen, nicht wegen des Stoffes sondern wegen der Klimaanlage.
Übrigens, die Kurse finden nur Montag und Mittwoch statt, nicht wie gestern mitgeteilt Mo-Mi - und wir können während unserer Ausbildungszeit die Workstation im Institut benützen.
Sonntag, 27. Mai 2007
WEITERBILDUNG – FILM UND ENGLISH
Am Montag beginnt für mich ein Kurs zum Thema Film. Kamerahandling, Lichteinstellungen, Effekte, Bearbeitung am Computer bis zum Final Cut sind nur einige Themen, die wir behandeln werden. Der Kurs dauert 8 Wochen und ich freue mich auf das neue Medium - jeweils Montag bis Mittwoch von 18 - 21 Uhr.
Diese Woche beginne ich auch meine ersten Englisch Lektionen. Ich war ja ganz ehrlich gesagt etwas zu faul in den ersten drei Monaten in Dubai, aber ich kann bestimmt noch viel dazulernen. Colette, eine Englisch Lehrerin an unserer Schule, wird mich während der Schulzeit zweimal wöchentlich unterrichten.
Samstag, 26. Mai 2007
VERY EASY – GANZ EINFACH
In Megaplex Grand Cinema in der Ibn Battuta Mall besuche ich einen 2-stündigen Workshop über Final Cut Studio 2 von Macintosh. Die sympathische Kanadierin gibt in eindrücklicher Weise einen Überblick über die ganze Software und was alles möglich ist beim Schneiden von Videos. Toll. Die Frau verwendet während der ganzen Vorführung im Kino wohl über 100 mal das Wort EASY. Da muss ja wohl jeder Interessent dieses Produkt kaufen.
Als ich mir die Ausstellung von MAC angeschaut habe, fällt mir ein Final-Cut-2-Workshop-Programm in die Hände – ein Kursprogramm für mehrere 1´000 Dirham je nach Anzahl Lektionen. Ich dachte, das Programm wäre so EASY??
Freitag, 25. Mai 2007
MIT SCHÜLERN IM TONSTUDIO
Morgens um 10 Uhr haben sich etwa 15 Schülerinnen und Schüler vom Schülerchor, Simon und ich im Tonstudio in der Nähe unserer Schule getroffen.
Meine Aufgabe war es, die Kinder etwas zu überwachen, damit der Aufenthaltsraum mit Küche, Billardtisch und TV-Sitzecke in den folgenden 5 Stunden nicht allzu arg entstaltet wird. Als die Kinder den Pepsi-Automaten entdeckt hatten, konnte ich gleich mal Wechselstube spielen, bis schliesslich alle Dirhams ausgegangen sind.
Zwei dreistimmige Songs wurden abwechselnd im Chor für eine Schüler- und Promo-CD aufgenommen. Simon singt an Weihnachten mit den Kindern in Shopping Malls und so hat er bereits die ersten Vorbereitungen getroffen.
Das Tonstudio arbeitet vor allem für die Werbung in Radio und TV und es hält immer Ausschau nach Stimmtalenten. So hatten alle Kinder die Möglichkeit ihre persönliche Stimme zum Besten zu geben. Im Tonstudio und hinter Glas lasen sie in unterschiedlichen Stimmlagen Werbetexte vor und durften während etwa 30 Sekunden einen Song vortragen.
Um etwa 15.30 Uhr wurden die Kinder von ihren Eltern abgeholt. Kein Glasbruch - aber alle Möbel voll Chipsresten.
Donnerstag, 24. Mai 07
IM BAUSTAUB - BEIM ITALIENER UM DIE ECKE
Ich gehe sehr gerne in die Pizzeria 800PIZZA um die Ecke essen, (800PIZZA steht für die Telefonnummer des Homeservices). An der Türe ranken sich Reben hoch, in den Töpfen blühen herrliche Blumen und Basilikum. Es gibt nur 10 Plätze im Freien, an einer Wohn- und Geschäftsstrasse, die erst vor zwei Monaten eröffnet wurde. Die Geschäfte sind so klein, dass gar keine Gäste Platz haben. Von den etwa 20 Geschäften sind erst drei geöffnet – also immer noch Baugelände – und die Wohnungen sind erst zu etwa 50 % bezogen.
Die Strasse wird manchmal vom Wüstensand beherrscht und heute musste ich meine Pizza im Baustaub essen. Die Serviceangestellte hat in den 30 Minuten meiner Anwesenheit zweimal die Tische und Stühle entstaubt. Gleich neben der Pizzeria hat ein Bauarbeiter Bodenplatten mit der Trennscheibe bearbeitet. Trotzdem ziehe ich die Pizza im Restaurant und im Freien vor, als diese nach Hause kommen zu lassen.
Mittwoch, 23. Mai 2007
FERIEN IN DER SCHWEIZ
Bereits bin ich am Ferien planen und den Flug für meinen Heimurlaub habe ich auch schon gebucht. Ich komme vom 3. – 17. Juli 07 in die Schweiz und ich freue mich darauf, bei einigen Daheimgebliebenen zu einem Espresso vorbeizukommen. Bitte Pullover bereit halten – 24 Grad sind für mich bereits kühl.
In den letzten Tagen ist es hier recht feucht geworden, es ist nicht sehr angenehm, über längere Zeit sich im Freien aufzuhalten – ausser am Pool und nach 15 Uhr.
Dienstag, 22. Mai 2007
SOMMERLAUNE
Speziell am Abend sind sie unterwegs: BUM, BUM, BUM .... von weitem sind sie zu hören. Cabrios in allen Sorten. Sie fahren dann extra langsam an den Wohnhäusern vorbei, halten mal da, mal dort – um die Aufmerksamkeit der Passanten zu erwecken - und vor allem unter meinem Balkon, wenn sie in der Apotheke die gewissen Dinger kaufen gehen für die bevorstehende Nacht – die Soundanlage auf Vollgas und manchmal kreischende Girls, die sich nicht mehr halten können.
Kenn´ ich das nicht auch aus der Schweiz? Nur, hier ist das ganze Jahr Sommerlaune.
Montag, 21. Mai 2007
STRASSENZOLL IN DUBAI
Wie andere europäische Städte beginnt auch Dubai ab 1. Juli 07 mit einem Strassenzoll zwischen Garhoud Brücke und Mall of the Emirates – genannt Salik. Der Autofahrer kann eine Pre-Paid-Karte kaufen, die er an der Frontscheibe befestigt. Bei jeder Fahrt auf der Sheikh Zayed Road wird via Video-Sensor-Kamera die Pre-Paid-Karte mit 4 Dirham (CHF 1.40) erfasst und belastet. Pro Tag werden aber höchstens 24 Dirham (CHF 8) belastet. Das System soll den Verkehr auf Dubai´s meist befahrener Strasse um ca. 25 % senken, was natürlich für die nächsten Monate stimmen mag, denn die Stadt wächst und wächst und mit ihr auch das Verkehrsaufkommen, derweil ich noch mit dem Taxi unterwegs bin.
Sonntag, 20. Mai 2007
ELIE - DER TINA TURNER FREAK
Elie ist ein 11-jähriger Schüler aus Ägypten, der wöchentlich einmal in den Musikunterricht kommt. Bestimmt jeden zweiten Tag während Pause oder Lunch kommt er im Musikzimmer vorbei oder er trifft mich im Korridor und fragt mich oder Simon: Sir, do you like Tina Turner? Ja, ich mag Tina Turner. And what´s about Diana Ross? Ja, Diana Ross mag ich auch .... and Ella Fitzgerald? Yes.
Dann kommt immer die nächste Frage, ob er ein Lied von Diana Ross vorsingen darf. Nein, besser von Tina Turner. Und er singt und mimt die drei Stars nach, als ob er schon alle Konzerte besucht hätte.
Kürzlich habe ich ihm die Frage gestellt: Elie, do you like Sting? Und prompt kommt die Antwort: Yes, can I sing a song from Sting? Nun hat er eine Frage mehr in seinem Repertoire - und am letzten Donnerstag wollte er mit Soham unbedingt einen Rap vorführen. Dabei haben die beiden Schüler gekonnt über mich und über die Schüler Texte improvisiert mit Keyboard Unterstützung.
Falls jemand eine Autogrammkarte von Tina Turner auftreiben kann – wäre genial ! Sie wohnt ja in Küsnacht ZH.
Samstag, 19. Mai 2007
LEERER SWIMMING POOL
Bereits zum zweiten Mal bin ich auf dem Dach auf einen leeren Swimming Pool gestossen. Letztes Mal war es im März für die Reinigungsarbeiten. Diesmal wird ein Scheinwerfer ausgewechselt, er hängt denn schon seit Tagen an einem Kabel über den Poolrand hinaus. Es wird bestimmt noch einige Tage dauern, bis der Pool wieder gefüllt ist. Vielleicht gehe ich zu einem Nachbarshaus zum Baden - auf jedem Dach gibt es einen Swimming Pool - das merkt ja eh keiner.
Freitag, 18. Mai 2007
FOTOVERBOT AUF DER PALM JUMEIRAH
Ich nehme ein Taxi um heute die Palme von Jumeirah zu erforschen. Gleich bei der Auffahrt zur Palme, die ins Meer hinaus reicht, fällt mir auf, dass ein grosses Aufgebot an Sicherheitskräften bereit steht.
Die Palme ist noch längst nicht fertig gebaut, aber anscheinend hat David Beckham seine geschenkte Villa bereits zu Werbezwecken beziehen können. Nach etwa einem Kilometer ist bereits Schluss. Securitas zwingen mein Taxi zur Rückkehr. Der Taxifahrer gibt mir 10 Minuten für einen Spaziergang. Taxis gibt es sonst keine für ein Zurück aufs Festland.
Also versuche ich in ein Haus hineinzugehen und auf dem Dach ein paar Fotos zu schiessen. Ein Sicherheitsbeamter aus Nepal winkt ab – keine Fotos. Die Projektfirma Nakheel hat wohl nach den verschiedenen negativen Meldungen in der Presse ein Fotoverbot ausgehängt. Ich beschränke mich auf´s Fotografieren aus dem Taxi heraus. BILDER
MEIN ONE AND ONLY BIER
Nach der erfolglosen Fahrt auf die Palme fahre ich zum THE ONE AND ONLY ROYAL MIRAGE, ein Fünfsternhotel der Luxus Klasse. Ich habe schon Einiges über dieses Hotel aus 1001 Nacht gelesen und es bietet von jedem Zimmer Meersicht - auf den weissen Sandstrand wird speziell hingewiesen. Das Hotel besticht im Inneren wirklich durch eine luxuriöse, orientalische Architektur.
Ich spaziere durch die Gänge und durch den Arabian Court mit seinen Brunnen, Palmen und Mosaikböden.
Am Sandstrand lege ich mich um 17.30 Uhr auf eine weiche Liege am Meer. Ich frage mich, wo der weisse Sand hingekommen ist. Und die Meersicht ist geblockt durch die Palme von Jumeirah – nur ein paar hundert Meter vom One and Only entfernt wird gebaut, was das Zeug hält, ich zähle über 70 Baukrane am Horizont.... von Meersicht keine Rede, eher eine Bucht. Entweder müssen die Werbebotschaften geändert werden oder das Hotel muss an einen einsamen Strand verlegt werden. Für mein Panasch im Plastikglas blättere ich 35 Dirham hin (CHF 12) – wenigstens etwas, das der Luxusklasse gerecht wird.
Donnerstag, 17. Mai 2007
ZEUGNISSE BEREIT
In der vergangenen Woche musste ich jede freie Minute nutzen, um die Zeugnisse für über 300 Studenten im Fach Musik zu schreiben.
Unser SMS System – das Intranet der Schule – gibt für jeden Schüler 5 Kolonnen vor, in die wir in Worten und Zahlen die Leistungen und das Sozialverhalten des vergangenen halben Jahres dokumentieren müssen. Für mich war das nicht so einfach, weil ich die Schüler erst seit rund 3 Monaten kenne. So habe ich mir diese Woche während jeder Musiklektion 15 Minuten Zeit genommen, die Gesichter mit den Namen in Verbindung zu bringen und diese mit einem Code im Namenverzeichnis zu vermerken, um die richtigen Texte im Zeugnis wiederum dem richtigen Namen zuzuordnen. Hoffentlich gab es keine Verwechslungen ? !
Meine erste ausserschulische Arbeit besteht darin, übers Wochenende nochmals einen Check zu machen, ob auch alles richtig ausgefüllt ist. Dann gelangen die Zeugnisse via SMS-System am 20. Mai 07 an Simon, den Hauptmusiklehrer, der nochmals einen Check vornimmt. Am 28. Juni 2007 kommen die Studenten nochmals einen Tag in die Schule, um ihre Zeugnisse abzuholen.
Mittwoch, 16. Mai 2007
3 MONATE DUBAI - JA, ES GEFÄLLT MIR
Ich werde immer wieder gefragt, ob es mir in Dubai gefällt. Ja, ganz klar.
Ich bin ja nicht nach Dubai ausgezogen um hier wieder als Lehrperson tätig zu sein. Aber ich werde wohl noch einige Zeit im Lehrberuf bleiben.
Das Unterrichten gefällt mir nicht besonders, weil eine Lektion oft mehr organisatorischen und disziplinarischen Aufwand erfordert als der eigentliche Lernstoff. Einen reibungslosen, programmierten Unterricht gibt es kaum, weil in manchen Stunden die Schüler so sehr mit sich selbst beschäftigt sind und die Störfaktoren unvorhersehbar sind. Wenn ich mal herumschreien und Studenten zurecht weisen muss, sind sie nie nachtragend und sie haben bestens gelernt sich in aller Form und ausgiebig zu entschuldigen.
Der Schulstundenplan ist mit vielen Freistunden gespickt – Erholungsphasen genug. Pro Tag habe ich zwischen 2 und 8 Lektionen – Sonntag bis Donnerstag. Die Lehrpersonen müssen aber von 07.30-14.40 Uhr an der Schule bleiben. Dabei kann ich während der Schulzeit alle Vorbereitungen planen – um 14.40 Uhr ist Schluss.
Ich habe echt viel Freizeit und manchmal ist es während der Schulzeit richtig langweilig. Dann setze ich mich ans Klavier und übe Mozart, Bach oder sonst was, das mir in die Hände fliegt. Der Dienstag mit seinen anstrengenden 8 Lektionen ist mir schon fast lieb geworden, weil da was läuft.
Sogar das Orchester der 8. Klasse habe ich inzwischen umerzogen, so dass sie nicht mehr ständig ihre Plätze und Instrumente wechseln, sie können ruhig sitzen und ich kann, wenn auch begrenzt, mit einzelnen Registern kurz proben. Konzentration ist einfach nicht die Stärke dieser Schüler hier.
Nach der Schule gibt es keine Termine, für die ich mich vorbereiten und präsent sein muss. Ich kann den Abend gestalten wie ich will und oft gehe ich eher früh zu Bett – zwischen 22 und 23 Uhr. Ich kann faulenzen, bis es mir stinkt!
Ich unternehme Kurztrips in die Stadt oder in ein anderes Emirat und ich lerne viele neue Aspekte dieser Kultur kennen.
Meine Wohnung ist zwar klein aber übersichtlich und ich fühle mich wohl. Zum Putzen komme ich wöchentlich – es gibt ja auch nicht viel zu tun.
Ich liebe es, am Abend auf den Balkon zu sitzen, die Wärme zu geniessen und einfach nichts zu tun. Zum Lesen begebe ich mich meistens an den Pool auf dem Dach.
Was ich vermisse: ein Gespräch auf Schwiizerdütsch, ein Hallihallo da und dort, Luzerner Rahmkäse, Bündnerfleisch, eine Kalbsbratwurst, ein Glas Wein zu Hause, .... für die Alkohollizenz habe ich mich einfach noch nicht bemüht, eine Fahrt im eigenen Auto.
Was ich hasse: die ganzen Versicherungs- und Vorsorgegeschichten, so lange ich im Ausland weile.
Natürlich will ich nicht ewig unterrichten, aber vorerst bleibt mir nichts anderes übrig und ... es kommt ja immer alles, wie es kommen muss. Bis jetzt war meine Entscheidung nach Dubai zu gehen richtig und wenn sich mir in Dubai andere Wege und Tore öffnen, werde ich meine Überlegungen dazu machen, in welche Richtung es gehen soll.
Dienstag, 15. Mai 2007
HEAD OF STUDENTS IM SCHULZIMMER
Um 10.40 Uhr beginne ich die Lektion mit der Klasse 8E - Thema Dur und Moll. Ich mache Appell - die Schüler sind heute sehr unruhig. Buti und Majid spielen ohne Erlaubnis auf einem Keyboard und stören.
Wir klären zuerst die Begriffe MAJOR und MINOR, dabei spiele ich Lieder auf dem Klavier. Buti gelingt es mit Schaukeln die Sitzfläche des Stuhls vom Gestell zu brechen. Ich schicke Buti auf eine Runde ums Schulgebäude - eigentlich verboten - die Schüler müssen im Schulzimmer beschäftigt werden. Im Ansatz gelingt es mir, mit Hörtest alle Schüler abzufragen.
Buti kommt zurück, provoziert weiter, eine Schülerin malt mit Kugelschreiber einem anderen Schüler aufs Hemd, die Mädchen quasseln unaufhörlich. Meine ermahnenden Worte nützen nichts. Ich entschliesse mich, den Head of Student zu rufen. Anne Daedswell kommt ins Schulzimmer, absolute Stille. Anne schreit los - die Schüler müssen mit Rücken gegen Wand stehen. Sünder müssen vor die Tafel stehen. Anne verbringt rund 50% ihrer Zeit mit dem Zurechtweisen von Studenten der 6 Klassen vom Jahrgang 8.
Nun kann ich die Lektion erneut beginnen, Anne sitzt als Polizistin vorne an meinem Pult. Die Schüler kapieren - endlich. Sie stehen auf und geben die Lösung bekannt. Die ruhigsten 20 Minuten - allerdings ist Anne nur die Notlösung.
ETHIK & RELIGION AN UNSERER SCHULE
An unserer Schule besuchen Studenten aus islamischen Ländern den Islamic Unterricht, wo ihnen die Kultur, die Sprache und ethische Werte beigebracht werden. Religionsunterricht für anders Gläubige gibt es keinen - das ist eher ein Tabu Thema.
Allerdings findet einmal pro Monat die Assembly statt – für alle Schüler. Ähnlich wie in der Schulmesse werden Themen und Situationen aus dem täglichen Leben aufgegriffen und in Szene gesetzt. Jede Klasse bereitet pro Jahr einen Themenblock vor. Wir treffen uns dann im Theater, wo wir während einer Lektion die Aufführungen anschauen. Bei den letzten Zusammenkünften ging es um Vorurteile, Gewalt, Mobbing und Rassismus.
Meine Form class beschäftigt sich zur Zeit mit Themen wie Abfall, Rauchen, Schnupfen, Uniform tragen, Make up, Selbstverantwortung. Übrigens Make up und Nagellack, Schmuck wie Ohrringe und Ketten sind an unserer Schule verboten.
Morgens bei der Registration muss ich jeweils überprüfen, ob alle Schüler in richtiger Uniform erscheinen, keine farbigen T-Shirts unter dem Hemd tragen, keine farbigen Socken, kein Schmuck und kein Make up.
Unsere Aufführung findet am 5. Juni 07 statt. Doch beim Zusammentragen von Ideen und Dialogen stiften die Schüler manchmal mehr Chaos als dass sie echte Arbeit leisten.
Montag, 14. Mai 2007
UNERWÜNSCHTE SMS UND E-MAIL
Seit ich mich bei Etisalat mit ADSL und Mobile Phone angemeldet habe, erhalte ich des Öfteren unerwünschte Werbebotschaften per Mail und SMS. Veschiedene öffentliche Institutionen und Banken verkaufen Adressen ihrer Kunden an Business gierige Unternehmer. Was kann ich anderes tun, als diese Botschaften gleich in den Papierkorb zu verfrachten?
WIEDER UND WIEDER - BALKON
In den vergangenen zwei Monaten habe ich vergeblich versucht, dass mein Vermieter von DANIA PROPERTY meine Balkontüren abdichtet. Heute hat es wieder mal geklappt. Ein Inder ist vorbeigekommen - aber keine Abdichtung. Stattdessen putzt er den Balkon vom Sand und Dreck, der allwöchentlich einmal aus dem Abfluss hervorquillt. Aus meiner Kleenex-Box bedient er sich ohne zu fragen mit etwa 10 Tüchern und putzt damit die Fenster beim Balkon.
Sonntag, 13. Mai 2007
AUTONUMMER FÜR 25 MIO. VERSTEIGERT
In Abu Dhabi fand die Auktion der begehrtesten Autonummern statt, wie die 5, 50, 55 oder 55555. Der Geschäftsmann, Talal Al Khoury ersteigerte die 5 für 25.2 Mio. Dirham (CHF 8 Mio.) und erreichte damit den Weltrekord als Meistbietender für ein Autokennzeichen.
Bei der Auktion in Abu Dhabi wurde ein Gesamterlös von rund 76 Mio. Dirham (CHF 25 Mio.) erzielt, welcher für karikative Zwecke verwendet wird – ob auch wirklich die gesamte Summe dahin fliesst?
Samstag, 12. Mai 2007
KULTUR AM WOCHENENDE
Das Dubai Chamber Orchestra gab am Freitag Abend ein Gratis Konzert im Theater der Mall of Emirates. Gespielt wurden Werke von Grieg, Mozart, Copland und Schubert. Dabei konnten drei junge Studenten, die im März 07 in der Bahrain Music Competition einen Titel geholt hatten, ein Solostück vortragen.
Während der Vorstellung - und das ist hier üblich - gibt es Leute, die den Raum verlassen und zwischendurch klingelt irgendwo ein Mobil Telephon und die Person antwortet so laut, dass alle Leute nach dem Störenfried schauen. Das Dubai Chamber Orchestra umfasst rund 40 Laien- und Profimusiker aus aller Welt und aus allen Berufssparten. Insgesamt stufe ich das Orchester aber eher als mittelklassigen Dorfverein ein.
Am späteren Nachmittag nahm ich den Bus nach Sharjah, ins Nachbaremirat von Dubai. Dort besuchte ich die Art Biennale Sharjah.
In meiner Wohnung wird das Heisswasser elektrisch aufgeheizt. Bis jetzt habe ich jeweils den Schalter während der Nacht auf ON gekippt. In letzter Zeit heize ich aber nur noch alle zwei oder drei Tage, ich will ja auch zum Abwaschen warmes Wasser benützen.
Beim Duschen wollte ich mich mit ewas kühlerem Wasser erfrischen – Wassertemperatur von extrem heiss bis warm. Der Wasserhahn lässt sich nicht mehr weiter nach rechts drehen – kein kaltes Wassser.
Dasselbe bei der Dusche und im Swimming Pool auf dem Dach – warm bis heiss.
Donnerstag, 10. Mai 2007
DIRHAM – SCHWACHE WÄHRUNG
Dass der Dirham eine schwache Währung ist, zeigt sich in verschiedenen Beispielen: Die Dubaianer investieren nicht in Dubai sondern in Übersee. Ein grosser Teil der Öleinnahmen in Dollar werden gleich in Übersee Projekten wieder eingesetzt. In Dubai investieren vor allem Firmen und Privatpersonen aus Übersee. Dubai hat ein ausgezeichnetes Marketing aufgebaut und es gibt kaum negative Meldungen über Dubai.
So gibt es reiche Russen, Iraner, Saudis, Inder, Europäer, Amerikaner usw., welche hier das grosse Geld liegen lassen. Aus Indien fliessen beispielsweise pro Monat etwa 200 Mio. CHF nach Dubai.
Die Computer-Firma Macintosh gestattet keine Downloads in einheimischer Währung (Dirham), akzeptiert werden nur Kreditkarten der mächtigen Wirtschaftsmächte. So kann ich mit meiner Kreditkarte der UAE keine Downloads dieser Firma tätigen. Glücklicherweise habe ich noch eine Kreditkarte aus der Schweiz.
In der Formel I haben die Ölscheichs bereits bis zu 30 % Beteiligungen gesichert - dies bei Ferrari und Mac Laren. Europa wird langsam Formel I Drittweltregion. In Abu Dhabi entsteht denn auch die Welt attraktivste Rennstrecke bis im Jahr 2009 - ein Gesamtprojekt in der Höhe von etwa 30 Milliarden CHF.
Mittwoch, 9. Mai 2007
FEUER AUF DER PALME JUMEIRAH
Am Montag wurde die von Menschenhand gebaute Palme von dickem, schwarzem Rauch eingehüllt. Ein 9-stöckiges Gebäude in Konstruktion fing Feuer und Hunderte von Arbeitern mussten fliehen.
An der Palme arbeiten zur Zeit rund 14´000 Arbeiter und im 2011 soll sie fertig erstellt sein. Sie bietet Häuser und Wohnungen für über 100´000 Einwohner und pro Tag sollen um die 20´000 Touristen die Insel bevölkern. Kosten: 14 Milliarden Dirham (CHF 5 Milliarden).
Dienstag, 8. Mai 2007
OHNE CHAUFFEUR
Karu, mein Chauffeur, hat mir gestern mitgeteilt, dass er mich in den nächsten drei Tagen nicht nach Hause fahren kann, sein Fahrzeug stehe bis Mittwoch in der Garage.
Als ich gestern mit Gerry, dem English Lehrer, ein Taxi genommen hatte, erklärte mir dieser, dass Karu über´s Rotlicht gefahren ist. Sein Fahrzeug wurde für drei Tage konfisziert, dazu bekam Karu eine Strafe von 500 Dh (CHF 170).
Gestern Taxi .... und heute hat Anissa, Head of Year, am Strassenrand gehalten, sie wolle mich nach Hause fahren, obwohl sie Richtung Sharjah fahren muss. Nett. Wir haben soviel gequasselt, dass Anissa die Ausfahrt verpasst hat – schliesslich landeten wir fast in Jebel Ali, ehe mich Anissa vor meiner Haustüre absetzte. Für mich eine Abwechlsung mit anderen Fahrern unterwegs zu sein - aber Karu tut mir wirklich leid.
Montag, 7. Mai 2007
INTERNET BANKING - VERFLIXTES LOGIN
Ich habe bei der Emirates Bank zwei Konten eröffnet. Mein erstes Konto lautet über die Bank in Karama - 20 km von meiner Wohnung entfernt. Nun habe ich ein zweites Konto bei der gleichen Bank an der Mall of Emirates eröffnet, damit ich für Beratung nicht so weit gehen muss.
Für beide habe ich separat Internet Banking eingerichtet. Ich habe bis jetzt noch nie beide Konten nacheinancher öffnen können. Einmal sind die Login-Daten für das eine Konto gesperrt, ein anderes Mal jene für das zweite Konto.
Über eine 800-Nummer muss ich dann den Kundendienst verlangen, der mir nach langen Rückfragen das Konto entsperrt – um gleich das andere wieder zu sperren.
Sonntag, 6. Mai 2007
IMMOBILIEN IN DUBAI – AUF SAND GEBAUT
Nebst dem 7 Sternhotel Burj al Arab ist die Palme ja eine der grossen Attraktionen in Dubai. Neulich hat ein Käufer aus Übersee die unglückliche Nachricht erhalten, dass sich sein Haus um mehrere Centimeter gesenkt hat.
Der Sand, der in jahrelanger Arbeit angschleppt wurde, ist nicht überall zu 100 Prozent verdichtet, daher kann es vorkommen, dass das eigene Haus plötzlich weg geschwemmt wird – regelrecht auf Sand gebaut.
In Dubai wird oft das gleiche Bauprojekt von mehreren Maklern angepriesen. So kann es vorkommen, dass die gleiche Wohnung wie in einem Fall gleich 23mal verkauft wird. Die 23 Besitzer der gleichen Wohnung kämpfen jetzt um ihr Geld.
Samstag, 5. Mai 07
KAMEL KURIERDIENST
Ich erwarte seit 10. April 07 ein Paket aus der Schweiz. Nach Informationen eines Schweizers in Dubai wird das Paket nach ca. 3-4 Monaten in Dubai eintreffen. DHL würde die Sendung innerrhalb 3 Tagen ausliefern. Emirates Post unterhält wahrscheinlich einen Kamel Kurierdienst.
Freitag, 4. Mai 2007
RUSH HOUR - 1 ½ STUNDEN WARTEZEIT FÜR TAXI
Gestern Abend, 23 Uhr, versuchte ich vergeblich beim Nasser Square ein Taxi zu finden. Eine halbe Stunde lang fuhren sehr viele besetzte Taxis an mir vorbei, aber ein leeres Taxi, das bei mir halten würde, schien ein Ding der Unmöglichkeit. Weitere 35 Minuten telefonierte ich an die Taxizentrale, bis ich endlich durchgestellt wurde, es war bereits 00 .05 Uhr. Der Operator versicherte mir, dass innerhalb 30 Minuten ein Taxi mich abholt – rush hour um Mitternacht.
Enttäuscht und müde gehe ich der Strasse entlang zum Hotel Radisson Nähe Creek, mit der Hoffnung, dass beim Hoteleingang die leeren Taxis Schlange stehen. Fehlanzeige. Vor dem Hoteleingang warten mindestens 20 Fahrgäste auf ein Taxi.
Ich versuche es erneut am Creek und endlich – 00.40 Uhr – ein Taxi bringt mich nach Hause.
Donnerstag, 3. Mai 2007
SCHWEIZER BUSINESS TREFF
Jeweils am ersten Mittwoch im Monat findet in der Evory Lounge des Hotels Kempinski der Treff des Swiss Business Council statt. Um 19.30 Uhr traf ich Hanspeter an der Bar. Wahrscheinlich sah ich mit roter Edelweiss Krawatte so schweizerisch aus, dass mir ein Kellner etwa 20 Bons - gedruckt vom CH Business Council - für Gratis-Getränke übergab.
Wir diskutierten eine halbe Stunde lang bei einem Glas Weissen. Schliesslich gesellten sich Norbert und Hans, zwei weitere Schweizer dazu. Hanspeter ist der erfahrenste Schweiz-Dubainer von uns allen.
Bis 21.30 Uhr führten wir einen interessanten Erfahrungsaustausch und wir wunderten uns, dass nicht mal ein Vorstandsmitglied zum Treff kam. Unsere Berufe sind ganz schön verschieden: Hans, ein UBS-ler, Norbert, ein Kosmetik-Marketingman und Hanspeter, ein Möbellieferant.
Mit den 20 Gutscheinen hätten wir uns gleich besaufen können. Die restlichen Gutscheine gab ich aber am Schluss bei der Theke ab.
Mittwoch, 2. Mai 2007
ZEUGNISSE - LETZTER SCHULTAG
An unserer Schule haben die Examen begonnen. Grade 11 und IB 1 Studenten haben ihre Abschlussexamen - als Test für den Übertritt in die nächste Klasse.
Bis zum 20. Mai muss ich von über 300 Studenten im Intranet der Schule die Zeugniseinträge für Musik erstellen. Eine Spalte für Worteintrag (sehr gut - gut - genügend - ungenügend), zweite Spalte Eintrag in Zahlen zwischen 1-7, wobei 7 die höchste zu erreichende Note ist, dritte Spalte Durchschnitt, vierte Spalte Texteintrag wie zum Beispiel: "XXX hat sich angestrengt um die nötigen Lernziele zu erreichen". Zum Glück kann ich von über 200 Aussagen einen entsprechenden Text anklicken und einfügen. Da ich die Kids erst seit 2 Monaten kenne, ist dies ein nicht ganz leichtes Unterfangen, obwohl ich inzwischen drei Tests zur Verfügung habe.
Am 20. Mai sende ich die Zeugnisse an Simon, den Hauptmusiklehrer. Dieser kontrolliert alles - am 24. Mai sendet er die Zeugnisse an den Koordinator. Dann finden für alle Studenten der Klassen 7 - 9 Examen statt, als Test für den Übertritt in die nächst höhere Klasse. Am 20. Juni gelangen die Zeugnisse mit Exameneintrag an den Schulleiter. Dieser bestätigt alle Zeugnisse mit Unterschrift. Am 26. Mai kommen sie ins Sekretariat zum Kopieren und am 27. Juni 07 werden sie verschickt.
Am 21. Juni ist der letzte Schultag für die Studenten und der 28. Juni der letzte Tag für die Lehrpersonen.
Dienstag, 1. Mai 2007
10 MINUTEN STRAMM STEHEN BEI 42 GRAD
An unserer Schule wird nun ein und alles und jeder fotografiert. Waren es letzte Woche die Schulklassen, die Einzelporträts, die Maturanden, die Sportgruppen wie Cricket-, Fussball-, Baseball- und Basketballteams, die Präfekten, die Receycler-Teams usw., so sind es diese Woche die Lehrpersonen. Um 14.45 Uhr auf dem Sportplatz. Carol hat um 14.30 Uhr extra nochmals eine Durchsage gemacht, damit es auf keinen Fall jemand vergisst.
An der Schule gibt es in jedem Schulraum, in den Korridoren, in der Sporthalle, im Schwimmbad, im Theater und in der Kantine Lautsprecher für Durchsagen des Schulleiters. Wir hören gelegentlich wichtige Meldungen während der Lektion. Manchmal ist die Durchsage schon fast zu Ende – wenn dann alle Schüler ruhig sind – und wir setzen die Informationen bruchstückhaft zu einem Ganzen zusammen.
Heute also auf dem Sportplatz – in der Wüste. Zwar gibt es hinter dem Schulgebäude ein schön gepflegter Rasenplatz, aber die Tribüne steht im Sandkasten neben dem Rasen. Wir stellen uns einfach mal alle auf die Tribüne und drei Fotografen geben uns Zeichen, wo wir wie zu stehen haben. Viele Lehrpersonen tragen Sonnenbrille – um nicht erkannt zu werden? – wir blicken alle Richtung Fotografenteam – lächeln – knips – und wieder lächeln – knips. Und nochmals von vorne, weil einige Lehrpersonen verspätet zum Fototermin erscheinen.
10 Minuten stehen wir an der prallen Sonne. Es ist 42 Grad, der heisseste Tag, seit ich hier bin.
Montag, 30. April 07
UNVERANTWORTLICH
Ich sitze auf dem Balkon – anstatt vor dem TV.
Unten fährt ein Mercedes hin – eine verschleierte Araberin steigt aus dem Fahrzeug und begibt sich in die Apotheke im Parterre. Der Motor läuft – das Fenster auf der Beifahrerseite herunter gekurbelt.
Ein Junge – etwa 4-jährig - steigt auf dem vorderen Sitz herum, öffnet das Handschuhfach, gibt einen Blick nach draussen, drückt auf die Knöpfe an der Mittelkonsole und am Autoradio, bewegt das Lenkrad.
Ich sitze besorgt auf dem Balkon - in den Startlöchern hinunter zu rennen, falls der Junge Mist baut. Nach etwa 5 Minuten bin ich erleichtert, die Frau tritt aus der Apotheke, wettert mit dem Jungen, steigt ins Fahrzeug .... und ab.
Sonntag, 29. April 2007
Samstag, 28. April 07
AUTO WASCHSTRASSE – HANDWÄSCHE
In Abu Dhabi habe ich bei der Taxistation Al Ghazal Express ein Taxi genommen.
Da ich an der hinteren Seite der Taxistation ankam, musste ich durch das offene Gebäude gehen und siehe da, ich stehe in der Waschstrasse für alle ankommenden Taxis. Inder und Pakistanis waschen die ankommenden Fahrzeuge mit Wasser aus einem Kübel, Schwamm und Lappen, während sich das Fahrzeug langsam dem Ausgang zubewegt – wie in der Schweiz – aber von Hand.
Freitag, 27. April 07
ABU DHABI
Abu Dhabi ist die Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate. Abu Dhabi ist zugleich das grösste der sieben Emirate – flach und sandig – aber im Stadtinnern wird sehr viel Wert auf begrünte Flächen gelegt – rund 700´000 Einwohner. Auf den ersten Blick gefällt mir die Stadt besser als Dubai.
Entlang der Corniche (Meeranstoss) habe ich einen etwa 10 km langen Spaziergang gemacht, dabei sind mir Jogger und Skater begegnet – dies bei rund 33 Grad.
Via einen Damm gelangt man auf eine Art Insel – das „Venedig des Mittleren Ostens“. Wenn ich richtig informiert bin, entsteht dort der Abu Dhabi Louvre vom Stararchitekten Jean Nouvel. Dazu ein Opernhaus in einem Schiffsbug von Zaha Hadid, ein noch grösseres Guggenheim Museum als in Bilbao vom Frank Gehry und Tadao Ando kreiert ein Meeresmuseum.
Ich habe die Shopping Mall besucht und mich bei Capuccino und Tiramisu ausgeruht. Die Mall ist bis 16 Uhr recht ruhig, weil hier ja Sonntag ist – aber nach 16 Uhr strömen die Leute zum Einkaufen.
Abu Dhabi und Dubai sind die zwei Städte, die sich in den nächsten Jahren mit Architektur konkurrenzieren. Ein Beispiel ist das Emirates Palace (siehe Bilder), ein 6 Stern Hotel - es gilt als das grösste und luxuriöseste Hotel der Welt und wetteifert mit dem Burj al Arab in Dubai. Allerdings hat in Sachen Hotels Dubai die Nase vorn.
Donnerstag, 26. April 07
DER MOND AUF DEM BAUCH
In der Schweiz können wir die Mondsichel in aufrechter Silhhouette wahrnehmen. Hier liegt die Mondsichel mit dem Bauch nach unten. Bei einigen Moscheen sehe ich die gleiche Form mit der liegenden Sichel.
Der Rote Halbmond entspricht wahrscheinlich der Feder eines europäischen Grafikateliers, er steht nämlich aufrecht.
EARTH WEEK AN UNSERER SCHULE
Die ganze Woche war in der Schule von der Earth Week geprägt. Am vergangenen Sonntag war Earth Day und wir haben an der gesamten Schule den Stromverbrauch auf´s Minimum gesenkt. Von 08-09 Uhr keine Klimaanlage, kein Licht, möglichst kein Computer Gebrauch. Dazu gab es während der Pausen und während Lunchtime Kundgebungen von Schülern mit Plakaten und Sprechchören und dazu Referate von Umwelt-Verantwortlichen in Dubai.
Heute versammelten sich alle Klassen grade 7-9 im Theater um ein Referat einer Umweltaktivistin anzuhören. Reduce, recycle waren denn auch die Schlagworte, welche die Schüler und wir Lehrpersonen einprägen sollten.
In den meisten Schulzimmern stehen drei verschiedene Behälter für Abfall: Papier, Plastik und Pet. Und einmal die Woche sammeln die Schüler das Papier zum recyclen ein.
Im Musikzimmer steht erst EIN Bin (Eimer) – nächste Woche will ich mich aber darum kümmern, dass da drei Boxen stehen.
Mittwoch, 25. April 2007
SAFRAN SIRUP
Eigentlich habe ich Safran Sirup nur zum Gwunder gekauft und beim Probieren feststellen müssen, dass mir der Geschmack gar nicht so entspricht. Jetzt verwende ich ihn zum Süssen meines Kaffees. Milchkaffee mit viel Schaum und Safransirup – dabei erhält der Kaffee einen zusätzlich stärkeren Geschmack.
ORIENT IN MEINER WOHNUNG
Endlich hat es doch noch geklappt. Im Carfour habe ich vor einer Woche Duftherzen gefunden. Sie sehen aus wie kleine schwarze Kohlenstücke. Ich habe bereits dreimal ausprobiert. Das richtige Feuern der Kohle, auf die ich das Herz lege, wollte nicht gelingen. Heute nun – ich habe fast ein ganzes BIC Feuerzeug verbraucht – orientalischer Duft verbreitet sich in meiner Wohnung. Wenn ich morgen früh unter Kopfschmerzen leide, weiss ich auch gleich warum.
Dienstag, 24. April 2007
ERHOBENER DAUMEN ( ! )
Bei der Registration am Morgen waren die Jungs meiner Form class 8F letzte Woche sehr schwatzhaft. Sie sitzen jeweils im Kreis ganz hinten. Heute ging ich zu ihnen: „Letzte Warnung, ansonsten sitzt ihr wieder an euren Pulten!“ Ich erhebe meinen Daumen und bemerke ein „OK?“ dazu. Alle finden das OK.
Rod entgegnet mir: „Sir, don´t do this again....“ Sir, machen Sie das nicht mehr, ich komme von Persien und bei uns bedeutet das, wie wenn sie den Mittelfinger in die Höhe strecken.“ Hoppla!
KLASSENFOTOS IM VIERTELSTUNDENTAKT
Drei Tage lang werden an unserer Schule alle Schüler und Schülerinnen abgeknipst – es sind ja über 800 Studenten, Klassengrösse zwischen 16 und 25. Heute um 11 Uhr war meine Form class an der Reihe. Alle Kids müssen sich vor dem Theater in einer Reihe aufstellen, Mädchen und Jungs getrennt - der Fotograf tippt auf einzelne Schüler um sie auf der Treppe zu positionieren. Absolute Disziplin ist angesagt. Die Schüler tragen Uniform, das Hemd bis zum zweitobersten Knopf geschlossen. Yasmine trägt für´s erste Klassenbild ein Schild 8 KB – für Kurt Blum. „Cheese“ und das Foto ist im Kasten.
Dann geht´s gleich weiter – wieder Einerkolonne – für Einzelporträt. Der „Dean of Students“ – hier ist es ja eine Frau – steht immer dabei, damit die Schüler schön diszipliniert bleiben. In nur 15 Minuten ist alles auf der Festplatte des Notebooks und die nächste Klasse steht bereit.
Montag, 23. April 07
COFFEE MUG
Es ist wahrscheinlich eine amerikanische Angewohnheit. Wo immer ich mich hinbegebe, in der Schule, auf der Strasse, im Shopping Center, am Morgen an der Tankstelle – der COFFEE MUG ist bei vielen Personen zum ständigen Requisit und Begleiter geworden, wie das Handy am Hosengürtel, in der Tasche oder am Ohr.
Ich habe mich auch schon dabei ertappt, dass ich mit Kaffeetasse ins Schul-Sekretariat eintrat, Fragen stellte und dabei Kaffee trank. Die meisten Angestellten - ob Schulleiter, Lehrkräfte oder das Administrationspersonal – alle wandeln mit Tasse durch die Gegend und niemand scheint sich dabei zu stören.
Selbst an der Hauptprobe für den Musical Evening kam der Vize-Schulleiter mit Tasse auf die Bühne um die letzten Anweisungen zu geben.
Der Coffee Mug steht auf dem Klavier, auf der Stereoanlage, auf dem Drucker – wo immer möglich griffbereit. Das ist nun auch bei mir zu Hause so.
EINE HEISSE FAHRT
Karu ist der Fahrer, der mich jeweils nach der Schule nach Hause bringt. Karu ist um die 50-jährig, Inder, seine kreischende Stimme und seinen Inder Akzent, wenn er Englisch spricht, kann ich manchmal kaum verstehen.
Seinen Toyota hat er auf dem grossen Parkplatz vor der Schule parkiert. Jerry, der Geografielehrer, fährt ebenfalls mit Karu ins gleiche Quartier wie ich. Wir warten um 14.45 Uhr vor dem Schulportal. Karu kommt dann daher geschlendert und macht meistens eine Bemerkung übers Wetter.
Wenn wir ins Auto einsteigen, kurbeln wir erst mal alle Fenster runter. Die rund 45 Grad im Auto - bei der kurzen Fahrt von weniger als 10 Minuten nach Hause - sind nicht einfach herunter zu kühlen. Dafür hat Karu ein schön gekühltes Fahrzeug auf seiner Rückfahrt.
Sonntag, 22. April 2007
ZU FRÜH
Seit zwei Monaten kann ich mit Mohammed, dem Mathelehrer aus Indien, morgens um 07 Uhr zur Schule mitfahren.
Ich stehe so zwischen 05.55 und 06.05 Uhr auf. Das ganze Morgenprozedere ist bis auf plus/minuas 5 Minuten fein säuberlich geplant, dass ich um genau 06.55 Uhr bereitstehe.
Ein Glas Orangensaft gemischt mit anderen Fruchtsäften, Bereitstellen von Butter, Brot, Konfitüre, Käse, Eier, Milch, Joghurt - damit nichts zu kalt ist, Duschen, Rasieren, Anziehen, Frühstück zubereiten, Morgenkaffee oder Banane auf dem Balkon, Abwaschen, Gelee in die Haare, Zähne putzen, Parfum, Bettdecke zurecht rücken, letzter Check meines Rucksacks, Fenster schliessen, Schuhe anziehen, Papiertüte in den Abfallraum und fertig. Oft habe ich noch etwas Zeit zum Geschirr trocknen.
Was ich nicht leiden kann, wenn es bereits vor 06.55 Uhr an der Türe klingelt, und das passiert des öfteren. Mohammed steht dann an der Türe – seine Uhr geht etwa 10 Minuten vor – und meint: Aha, ich dachte es sei 7 Uhr, kein Problem, lass dir Zeit. Ich könnte die Wand hoch gehen.
Samstag, 21. April 2007
HAUSBAU IM EILTEMPO
Als ich vor zwei Monaten hier ankam, bestand beim Nachbarhaus gerade mal die Tiefgarage (erstes Bild). Inzwischen ist das Gebäude bereits auf 5 Stockwerke angewachsen und die Bauarbeiter sind Tag und Nacht am Schuften.
Freitag, 20. April 2007
LAZY DAY – FAULENZERTAG
Heute lief nichts Besonderes – Faulenzen war angesagt. Am Morgen habe ich eine Stunde am Pool auf dem Dach verbracht. Am Computer habe ich Internet Banking eingerichtet, so habe ich direkte Übersicht über meine Finanzen.
Am Nachmittag bin ich durch´s Netz gesurft, weil ich ab 1. August 07 eine neue Internationale Krankenversicherung abschliessen muss. Nach KVG ist die Krankenkasse ab dem Datum der Abmeldung in der Schweiz nicht mehr gültig. Meine Krankenkasse hat mir noch eine Gnadenfrist bis 31. Juli 07 gewährt. Die health card, die ich hier benützen kann, ist nur für lokale Hospitals und deckt keine Ansprüche aus dem Ausland, z.Bsp. bei Heimaturlaub oder Ferien im Ausland.
Erst um 20 Uhr ging ich einkaufen und ich weiss gar nicht, womit ich so viel Zeit verbracht habe, ich kam erst um 22.45 Uhr nach Hause.
Aber ich habe mich für die Woche mit feinen Dingen eingedeckt: Lam Chops, Muscheln, Cream Dories Filet (Dorschfilet), Lachs, Peperoni, Salat, Cherry Tomaten, Pflaumen, Erdbeeren, Bananen, Mandarinen und was hier in den Shopping Centers riesige Regale füllt, diverse Fruchtsäfte.
Ich freue mich jetzt schon auf´s Kochen und noch mehr auf´s Hinsitzen und Geniessen.
Donnerstag, 19. April 2007
MUSICAL EVENING
Einmal pro Jahr findet an unserer Schule der Musical Evening statt. Alles, was in einem Jahr musikalisch einstudiert wurde, wird aufgeführt. Mit meinen Orchesterklassen konnte ich lediglich auf die Schüler von Grade 9 zählen. Die Band mit Kaius, Sina und Erik spielten Hard Rock - Nate am Sax und Sang Uk am Klavier gaben eine asiatische Version von One Life, one Soul von Gotthard zum Besten und Tim, Sax und Sang Uk, Klavier performten Yesterday von den Beatles.
Mal schauen, was wir bis in einem Jahr auf die Bühne bringen ..... und ob ich überhaupt noch bis April 08 an der Schule unterrichte?
ARBEITSGESETZ UND PRAXIS
Im Schulgarten spreche ich mit einem Securitas Angestellten, Sahij aus Bangladesch. Er arbeitet seit rund zwei Jahren an unserer Schule.
Das UAE Arbeitsgesetz sieht einen arbeitsfreien Tag pro Woche für alle Arbeiter vor. Sahij steht morgens um 4 Uhr auf und wird mit dem Firmenbus zur Schule gebracht. Um 5 Uhr morgens startet seine Schicht, Zwischendurch hat er einige Pausen. Um 19 Uhr wird er wieder abgeholt und kommt 20 Uhr zu Hause an. Freitage gibt es keine – ausser ein Monat Heimurlaub pro Jahr – das Monatgsgehalt 1’200 Dirham (CHF 400).
Mittwoch, 18. April 2007
NEUER SCHULLEITER
Seit 1. April 07 haben wir an unserer Schule einen neuen Schulleiter, Jason Kirwin, 32-jährig – ein Marineoffizier aus Australien. Ein halbes Jahr hat er in Bahrain Erfahrungen als Schulleiter gesammelt und jetzt führt er unsere Schule.
Seit einem halben Jahr haben Carol und Bill als Co-Leitung die Schule in sehr kollegialem Stil geführt. Viele Lehrpersonen glauben nun, dass in Kürze ein anderer Wind weht.
Normalerweise fand das Lehrer-Briefing zweimal pro Woche um 07.25 Uhr statt, für heute war es auf 07.20 Uhr angesagt – nicht mal ein Viertel aller Lehrkräfte war anwesend – peinlich – aber Jason hat punkt 07.20 Uhr begonnen .... allmählich kamen dann doch noch einige mutige Lehrpersonen dazu, andere wagten sich schon gar nicht hinein, denn der strenge Blick von Jason richtete sich immer wieder auf die sich öffnende Türe.
Dienstag, 17. April 2007
NACHBARS KÜCHE
Wissen Sie jeweils, was ihr Nachbar kocht? Nein? Ich weiss es immer. Wenn ich nach Hause komme und die Lüftung ist nicht angeschaltet, rieche ich in meiner Wohnung die verschiedenen Düfte meiner Nachbarn.
Das ist mir erst vor einigen Tagen aufgefallen. Auch wenn ich drei Tage hintereinander nicht gekocht hatte – lediglich Spiegeleier am Morgen – so wunderte ich mich, dass mir der Geruch von angebratenem Fleisch und Gemüse in die Nase stach.
Bei mir kann ich wenigstens die Lüftung an- und ausschalten – bei Mohammed in Nachbarswohnung funktioniert die Lüftung in der Küche überhaupt nicht.
Nächstens werde ich Schabziger-Hörnli zubereiten, dann wird die Lüftung wohl rasch repariert und der Weihrauchofen verspricht ebenfalls Abhilfe.
50 MIO - ÜBERFALL AUF GRAFF DIAMONDS IN WAFI CITY
Am Sonntag Abend wurde die Wafi City – die Shopping Mall mit den Pyramiden – Schauplatz eines dreisten Überfalls. Zwei Audi A-8 rasten durch eine verglaste Türe in die Shopping Mall hinein - vor das Graff Diamonds Geschäft. Drei maskierte Männer überfielen das Diamantengeschäft, schossen einige Male durch die Luft und flohen anschliessend mit den gleichen Fahrzeugen - das Ganze in 105 Sekunden und während der Öffnungszeit. Die Autos wurden später in der Nähe der Mall gefunden. Alle Strassen und Ausgänge in nächster Umgebung und am Airport wurden für kurze Zeit geschlossen. Der Zeitung Gulfnews ist zu entnehmen, dass Juwelen im Wert von über 50 Millionen Dirham (CHF 17 Mio.) gestohlen wurden.
Weder hat es in den letzten Tagen geregnet noch hatte ich einen Wasserleitungsbruch in der Wohung, aber über den Balkonboden zieht sich eine braune Brühe in einer Wasserlache. Bereits zum zweiten Mal überrascht mich die Sauerei auf dem Balkon vor dem Wohnzimmer. Durch einen Überdruck in einer anderen Leitung wurde die sandige Masse nach oben gedrückt.
In Mohammeds Wohnung gleich nebenan wurde die ganze Küche und der Waschraum bereits zweimal verdreckt, bis zur Decke stand alles voll Dreck. Der watchman und seine Helfer haben in mühseliger Arbeit alles fein säuberlich gereinigt.
Am Sonntag kamen zwei Pakistani von der Hausvermietung und haben eine Balkontüre geflickt. Jetzt habe ich weniger Strassenlärm und sichtlich weniger Staub in meinem Schlafzimmer. Auf die Reparatur der Wohnzimmer-Balkontüre warte ich derweil weiter.
Ich denke, die Schule kann sich nicht teurere Wohnungen für ihre Lehrkräfte leisten. Meine 2-Zimmerwohnung kostet 77´000 Dirham pro Jahr (CHF 25´670) oder CHF 2´140 pro Monat.
Das Wohnhaus – erst 4-jährig – ist definitiv prädestiniert zur Reparaturwerkstätte. Solange ich das Dach noch über dem Kopf habe, gefällt es mir dennoch.
Sonntag, 15. April 2007
SCHULBEGINN
Heute hat die Schule wieder begonnen. 10 Wochen - dann sind wieder Ferien. Die Kids waren müde von den Ferien und ich habe ihnen zu Beginn der Lektion 5 Minuten for free gegeben zum Austauschen von Ferienerlebnissen. Das haben sie geschätzt.
In dieser Woche bin ich wohl einige Male nach der Schule mit Proben beschäftigt. Einige meiner Grade 9 Studenten spielen am Donnerstag Abend 19 Uhr am Musical Evening – ein Musikprogramm von 2 Stunden Dauer. Simon und ich haben da noch Einiges an Vorbereitungsarbeit zu leisten, ehe wir den Chor und all die Musikanten auf die Bühne stellen können. Simon war den ganzen Tag kaum ansprechbar – er ist jetzt schon sehr nervös. Ich bestelle das Konzertprogramm bei Simon per Mail.
SELBSTUNFALL
Dass vor meiner Wohnung bei einigen Fahrzeugen die Räder - und bei einigen Automobilisten das Hirn - durchdrehen, war mir bekannt, denn unmittelbar nach der Kreuzung vor meinem Balkon beginnt die schnurgerade Strecke.
Ich liege im Bett – 23.30 Uhr – ich höre Motorenlärm und dann nur noch Geklirre und Geknackse. Ich springe aus dem Bett - zu sehen, was vorgefallen ist. Ein Fahrzeug, übers Trottoir geknallt, steht querwegs in der Wüste. Zwei Fahrzeuge daneben, mehrere Personen rennen hektisch um die Fahrzeuge herum. Ich denke, der Fahrer wähnte sich zu früh auf der Zielgeraden – Achsenbruch.
HÜHNERGEGACKER
Abends 21 Uhr – meine Balkontüre leicht geöffnet. Ich bereite mein Abendessen vor. Seit geraumer Zeit vernehme ich ein Geplapper und Gegacker von draussen, als ob Hühner aufeinander losgehen würden. Der Lärm wird immer stärker. Vom Balkon aus sehe ich, wie drei Philippininnen sich unten beim Hauseingang raufen und einander an den Haaren zerren– haarsträubend. Eine Frau hängt am Handy.
Schliesslich fährt ein Fahrzeug vor. Ein Philippino entsteigt dem Auto, rennt einer Frau nach, sie zu vertreiben, und fährt schliesslich mit den Zurückgelassenen davon.
Samstag, 14. April 2007
EIN PLATZ AN DER SONNE
Meinen Balkon habe ich nun mit einfacher Sitzgelegenheit und halbwegs stabilem Tisch ausgestattet - 56 Dirham (CHF 19) für Tisch und Stuhl. Meinen Morgenkaffee und zwischendurch, wenn nicht grad die Sonne brennt, kann ich kurze Zeit auf dem Balkon geniessen. Der Platz an der Sonne wird eher ein Platz unter Sternen sein - die Temperaturen sind jetzt schon tags auf 40 Grad, nachts etwa 24 Grad - in meiner Wohnung 26 Grad ohne Air Condition.
Bevor ich mich hinsetze, wische ich Tisch und Stuhl immer ab - die Wüste lässt grüssen.
Im Sommer bei 50 Grad wird mir der Plastikstuhl bestimmt unter meinem Po dahin schmelzen.
MEDIKAMENTE - ZU UNSCHLAGBAREN PREISEN
Da ich seit meiner Fujairah Rückkehr offenbar zu viel kalten Wind um die Ohren bekam, habe ich mein rechtes Ohr verstopft und leichte Kopf-, Hals- und Ohrenschmerzen.
Im Parterre meines Wohngebäudes befindet sich eine Pharmacy. Dort habe ich Ohrentropfen „Tropex“ für Dirham 6.50 (CHF 2.20) und ein Schmerzmittel „Advil“ für 17 Dirham (6 CHF) erhalten. Erstaunlich wie billig Medikamente zu bekommen sind. Über deren Wirkung kann ich erst später berrichten.
Der Medikamentenbeschrieb ist auf Postkartengrösse reduziert – kurz und bündig – in Englisch und Arabisch – ob meine Ohren auch Arabisch verstehen?
Freitag, 13. April 2007
APFELBLÜTEN WEIHRAUCH
In Fujairah hatte ich einen kleinen Weihrauch Ofen gekauft, Das Zubehör fand ich heute im Carefour: Zange für Kohle und Duftholz, Gasanzünder und Apfelblüten- und Rose Flavour. Der erste Versuch meine Wohnung zu weihräuchern scheiterte. Die Kohle wollte einfach nicht brennen. Heute Abend, zweiter Versuch: die Kohle glüht für etwa 40 Sekunden, ich lege eine Art feuchten Tabak Apfel Flavour auf die Kohle – Rauch – und nach einer Minute ist wieder Schluss. Wahrscheinlich habe ich einfach das falsche Material falsch angewendet. Auf dem Apfelblüten Paket steht: Smoking is main cause of lung cancer, lung diseases, and of heart and arteries diseases. Rauchen verursacht Lungenkrebs, Lungen-, Herz- und Arterienleiden. Nächste Woche will ich echten Weihrauch aufspüren. Links zur Tabakfirma: www.alfakher.com Mit Tabak lässt sich halt nicht weihräuchern.
Ich werde wohl auch noch eine Wasserpfeife kaufen, damit ich das halbe Kilo Tabak verbrauchen kann. 0.05% Nikotin, 0% Teer - ob das gesünder ist als Zigarette?
Donnerstag, 12. April 2007
MIT MUHAMED NACH DUBAI
Am späteren Morgen packe ich meine Sachen in Fujairah. Ein Taxi bringt mich zum Hotel Hilton, dort erkundige ich mich, ob es stimmt, dass keine Busse nach Dubai fahren. Eine Frau an der Reception bestätigt mir meine Befürchtung. Es gibt nur Sammeltaxis nach Dubai.
Zwischen einigen Emiraten gibt es ein Gesetz, dass Fahrgäste in ein anderes Emirat gebracht werden dürfen, doch auf der Rückfahrt dürfen keine Fahrgäste mitgenommen werden. Sammeltaxis kenne ich zur Genüge aus Westafrika, wo die Fahrgäste wie Sardinen in die Autos gestopft werden und immer wieder aus- und einladen.
Am Ausgang des Hilton frage ich einen Securitas, der soeben seine Tagschicht beginnt, wo sich der Taxibahnhof befindet. Er rät mir, mit dem Privattaxi nach Dubai zu fahren und das sei ganz billig, den Rest seines Geplappers verstehe ich nicht. Er telefoniert aber einem Freund und ich muss wieder mal meine Verhandlungskunst unter Beweis stellen. 180 Dirham (60 CHF) ist mir zu viel. Ich beginne bei 60 Dirham und wir einigen uns bei 100 Dirham (35 CHF) und ohne weitere Fahrgäste im Auto.
Muhamed aus Pakistan ist ein wilder Fahrer wie viele andere seinesgleichen. Beim ersten Kreisel muss Muhamed so brüsk bremsen, dass mein Rucksack auf dem Hintersitz auf den Boden schnellt – zum Glück bin ich angegurtet.
Mit 80 km/h geht´s auf Kreuzungen und Kreisel zu, mit der rechten Hand telefonierend, mit der linken Hand zwischendurch das Steuerrad in der Hand und abwechselnd die Gangschaltung betätigend.
Wo immer möglich, sind wir die Schnellsten mit unserem KIA, meine Beine meistens ausgestreckt, als ob ich manchmal selber bremsen wollte.
Einige Male telefoniert Muhamed mit einem Taxikollegen in Dubai – sein sprechendes Navigationsgerät - welche Strassen er fahren muss um zur Mall of Emirates zu gelangen. Vor meinem Haus angekommen, drücke ich ihm 105 Dirham in die Hand. Muhamed strahlt.
Ein Mitbewohner verlässt das Haus und Muhamed hat Glück, dass er in Dubai gleich noch ein weiteres Geschäft machen kann – eigentlich ist das ja mit einem Taxi aus Fujairah verboten.
Fujairah - Internationaler Marineclub
Mittwoch, 11. April 2007
DUBAI - FUJAIRAH
Heute geht´s für zwei Tage nach Fujairah. Mit Taxi fahre ich zum Busbahnhof in Bur Dubai, doch fehlgeschlagen – Busse nach Fujairah fahren von Deira Busstation. Die Bus-Nr. 20 bringt mich in 25 Minuten an die Busstation. Ich zahle 25 Dirham (8.50 CHF) und für eine wunderschöne Fahrt via Sharjah, durch das Hajar Gebirge ist das nicht viel, zudem ist der 30 Plätzer nicht voll besetzt und ich habe genügend Platz.
Ein Taxi bringt mich zum Fujairah Beach Motel, eine Nacht für 265 Dirham (90 CHF) – eigentlich meinte ich, es liege am Beach, aber zur Zeit wird der gesamte Strand neu gestaltet und es gibt keinen Zugang vom Hotel aus.
In der Nähe des Marine Clubs gelange ich an den Beach am Indischen Ozean. Grosse Container Schiffe ziehen am Horizont Richtung Osten. Ich stapfe durch den Sand, entlang der Wellen, die eine leichte Schaumkrone bilden.
In Fujairah sind die Temperaturen etwas niedriger als in Dubai und die Luft ist spürbar frischer - die Luftfeuchtigkeit recht hoch. Rund ums Hotel muss ich mich gegen die Mücken wehren.
Ein Spaziergang durch den Obst-, Gemüse-, Fleisch- und Fischmarkt regt meinen Appetit an. Im Internationalen Marine Club bestelle ich einen Mixed Grill und ein Glas Rotwein. Was ich bekomme: einen grossen Teller, vollgestopft mit kleinen Würsten, Pouletsteak, ein dickes Rindssteak, Calamares und Frites – klar, dass ich den Teller mit der Hälfte zurückgeben muss.
Am Teppich- und Haushaltwarenmarkt wollen mir Händler aus Asien Geschirr verkaufen, aber da muss ich passen. Auf dem Markt in der Stadt kaufe ich einen Weihrauchofen, das nötige Zubehör und den Weihrauch kaufe ich dann in Dubai.
FRISEUR UND KOPFMASSAGE AUF PAKISTANISCH
In der Zayed Bin Sultan Road in Fujairah finde ich einen Friseur. Der Pakistani schnipselt vorerst nur zögernd mit der Schere an meinen Haaren. Er hat mich nicht verstanden, wie kurz das Haar werden soll. Nach etwa einer halben Stunde schmiert er mir eine Hand voll Gelee auf den Kopf, ich sehe aus wie eine geschleckte Katze. Meine Erklärungen wie ich es gerne haben möchte, fruchten nicht viel. Diesmal verpasst er mir eine Punkfrisur. Das will ich auch nicht – schliesslich nimmt er einige Tissues und entfernt all den Gelee.
Nach einer weiteren Viertelstunde haben wir uns gefunden und er fragt mich, ob ich noch eine Kopfmassage haben möchte. Ja gerne. Er hämmert, zieht und dreht an meinem Kopf herum, als würde er ein Stück Metall bearbeiten. Haare schneiden und Kopfmassage für 15 Dirham (5 CHF).
Dienstag, 10. April 2007
FERIENZIEL FUJAIRAH
Ich fühle mich heute wieder um einiges besser als noch am Montag. So werde ich die folgenden zwei Tage nach Fujairah reisen. Fujairah ist das einzige Emirat an der Ostküste und das nicht am Persisch-Arabischen Golf liegt. Ich lasse mich überraschen.
AUFRÄUMEN
Um 11 Uhr traf ich mich mit Simon im Musikpavillon. Wir haben vor etwas Ordnung in die Räume zu bringen. Alte Keyboards, kaputte Percussionsinstrumente und vor allem viele Noten und Akten liegen überall in Kästen und auf Gestellen herum.
Simon ist erst seit Sommer 06 Head of Music und er hatte bislang keine Zeit dafür genommen, seine eigene Ordnung zu schaffen. Ich musste ihn zuerst dazu auffordern. Doch wenn ich etwas benötige, ist er immer offen dafür und nimmt sich Zeit, so wie heute.
Meine Vorgängerin hatte nur grad 3 Monate an der Schule ausgehalten, ehe sie gekündigt hatte und ab Januar 2007 waren meine Musikschüler mit Kreuzworträtseln abgespiesen worden.
Einige Aktenschränke entrümple ich von Musiktests, alten Bewerbungen von Musiklehrpersonen und Rechnungen – zum Teil sind sie datiert bis 1993 zurück. Eine Stereoanlage, die ich seit meinem Beginn an der Schule nicht gebrauchen konnte, habe ich entstaubt und wieder funktionstüchtig gemacht.
In der Mitte meines Musikzimmers liegt jetzt ein Berg von Abfall zum Entsorgen. Wer weiss, ob die Warte am Sonntag bei Schulstart immer noch dort liegt?
Montag, 9. April 2007
ADSL
Heute morgen hat sich um 10 Uhr ein Techniker von Etisalat für die Installation der ADSL Verbindung telefonisch gemeldet. 10.30 Uhr stand er mit einem weiteren Techniker vor der Türe. Ab sofort kann ich von zu Hause aus Wireless surfen - das Schöne, ich kann jederzeit ins Internet - das Negative, ich komme im Sezzam nicht mehr zum Plaudern mit den netten Angestellten - aber zwischendurch gehe ich dann trotzdem wieder mal dahin - zu einem feinen Dessert.
EINLADUNG OSTERESSEN - ERSTE ERKAELTUNG
Gestern war ich zum Abendessen bei Henning und Joannah im Nachbarhaus eingeladen. Henning ist 57 Jahre alt, aus Südafrika und er unterrichtet Mathematik an unserer Schule. Seine Frau hat ein wunderbares Essen vorbereitet und ich konnte wieder mal Südafrikanischen Weiss- und Rotwein geniessen.
Ich glaube, der Sitzplatz bei Henning und Joannah gestern Abend hat mir zu viel kalte Luft um die Ohren gefegt. Heute lag ich zu 90% im Bett mit Hals- und Kopfschmerzen und mit einer verstopften Nase. Hoffen wir, dass es morgen besser geht.
Sonntag, 8. April 2007
BEGRUESSUNG MIT DER NASE
Wenn sich einheimische Männer des Mittleren Ostens treffen, so begrüssen sie sich meistens mit dem Salaam aleikum, sie legen sich die Unterarme auf einander oder legen die Hände auf die Schulter und tippen einander mit der Nase leicht an – ein etwas ungewohntes Bild für uns Europäer.
JEBEL ALI INTERNATIONAL AIRPORT
An Gigantismus fehlt es in Dubai nicht. In den folgenden Jahren wird Dubai in der Jebel Ali Freezone (40 km südlcih von Dubai) den grössten Flughafen der Welt erbauen – mit sechs parallel liegenden Start- und Landebahnen. Der Flughafen wird 120 Millionen Passagiere abfertigen und 12 Mio. Tonnen Luftfracht pro Jahr umschlagen. Dazu sollen 370 Terminal- und Parkpositionen geschaffen werden, welche Flugzeuge in der Grösse des Airbus 380 abfertigen können.
Samstag, 7. April 2007
OSTERN IN DUBAI
Karfreitag war in Dubai Ruhetag. Heute Samstag morgen wird wieder auf allen Seiten meiner Wohnumgebung gebaut – Arbeitstag.
Morgen Ostern das gleiche, Arbeitstag – aber einige Christen gehen in die Kirche. Es gibt mehrere christliche Kirchen in Dubai. Die nächste von Al Barsha, wo ich wohne, liegt in Jebel Ali.
Am Ostersonntag Morgen habe ich um 10.30 Uhr einen Termin bei einem Marketing Manager in einem Hotel - wir besprechen ein Event.
Im Kempinski, wo ich jeweils ein- und ausgehe, liegen auf den Tischen kleine Osterneste in Glasschalen, ausstaffiert mit farbiger Holzwolle. Im Gourmet Shop von Sezzam gibt es Hasen, Hühner und Eier aus Schokolade – home made. Das erinnert mich ein bisschen an zu Hause. Das erste Mal in meinem Leben, dass ich Ostern nicht in meiner gewohnten chirstlichen Umgebung verbringe.
Freitag, 6. April 2007
COMPUTER ABSTURZ – COMPUTER KLINIK
Im Carefour kaufe ich am Donnerstag einen HP-Drucker, Fax, Kopierer inkl. Bluetooth-Stick für 930 Dirham (CHF 310). Zuhause nehme ich gleich die Installation vor. Doch die Bluetooth Verbindung macht mir Probleme. Nach mehrmaligem Versuch stürzt mein Notebook ab.
In der Computer Klinik von CompuMe lasse ich am Freitag Abend mein Gerät von Grund auf neu installieren. Meine Arbeiten und damit alle Dateien der letzten sechs Jahre gehören nun der Vergangenheit an. Was für mich in Dubai „bei Null anfangen“ bedeutet, gilt nun auch für meinen Computer. Mein Drucker ist derweil noch nicht installiert. Am Samstag gibt es den nächsten Versuch in der Computer Klinik.
Donnerstag, 5. April 07
FUSSBALL BEI 36 GRAD
Donnerstag vor den Ferien. Wir unterrichten an der Schule bis 12.00. Nachher findet auf dem Fussballplatz ein Fussballturnier mit gemischten Mannschaften von Studenten und Lehrern statt. Temperatur ca. 36 Grad. Wir Lehrpersonen, die nicht mitmachen – und das sind die meisten - müssen bis 14.40 Uhr ausharren. Manche verziehen sich bereits 12.30 Uhr. Hennen, Mohammed, die zwei Mathelehrer, die ich gut kenne, und ich diskutieren im 1. Stock des Mathegebäudes – hier ist es wenigstens kühl. Zwischendurch gehen wir ans Fussballfeld unsere Gesichter zu zeigen.
DURCHGEKNETET - GERÄDERT
Nach der Schule werde ich ein Stück weit von einer Mutter zweier Schüler Richtung Deira im Auto mitgenommen. Dann nehme ich den Bus 93 nach Satwa und das Taxi zu Emirates Bank, wo ich die Branch Adresse nach Barsha umschreiben will.
Von meiner Bank kann ich via Visa Credit Card weltweit Geld beziehen. Wenn ich aber ein neues Konto eröffnen will oder sonst eine Dienstleistung beanspruche, muss ich zur Bank gehen, wo ich erstmals ein Konto eröffnet habe, diese liegt in Karama. Das ist ein bisschen kompliziert und weit weg, deshalb möchte ich in Zukunft für Dienstleistungen die Filiale in der Mall of Emirates benützen – eben ganz in der Nähe.
Die Bank war um 16 Uhr bereits geschlossen – also gehe ich Samstag morgen nochmals dahin.
Ich entschliesse mich zum Ferienabschluss für eine Massage im Landmark Hotel, wo ich bereits letztes Jahr logiert habe. Eine Chinesin knetet mich mit ihren flinken Fingern von Kopf bis Fuss durch und ich fühle mich wie auf Wolken getragen, nachdem ich das Hotel verlasse.
Da ich schon in Deira bin, spaziere ich die Strassen entlang Richtung Goldsouq, wo ich mich eingehend über alle Dufthölzer informieren kann. Ich möchte nächstens einen Ofen kaufen und mit Weihrauch meine Wohnung orientalisieren, wie es hier in allen arabischen Haushaltungen täglich praktiziert wird.
Nach meiner Weihrauch Tour nehme ich um 20.10 Uhr am Goldsouq die Nr. 10 – diesmal geht die Fahrt mit dem Bus etwas länger – um 22.40 Uhr komme ich müde und gerädert zu Hause an.
Mittwoch, 4. April 2007
ZWEI STUNDEN FAHRT FÜR 5 MINUTEN ADSL – ANMELDUNG
Mit Mohammed, Math’teacher, fahre ich heute zu Etisalat (in der Schweiz vergleichbar mit Swisscom) an der Sheikh Zayed Road. Mit Passportkopie und Bestätigungsschreiben der Schule kann ich ADSL in meiner Wohnung anmelden. Die administrativen Belange dauern kaum fünf Minuten. In den nächsten drei Tagen wird sich ein Techniker bei mir melden und die Installation vornehmen.
Mohammed lädt mich in einem arabischen Restaurant zum Essen ein. Er wolle dann schliesslich auch von der Wireless-Internetverbindung im Haus profitieren.
Wir essen Lamm- und Rindsspiess, dazu einen grossen Teller mit Peperoni, Zitrone, Ruccola, Pfefferminze, Tomate, Karotten, Essiggurken, Maiskolben und in Essig eingelegtes Gemüse, das Fladenbrot darf natürlich nicht fehlen und dazu Humus – ein Brei aus gekochten und pürierten Kichererbsen und Sesam, was auf’s Fladenbrot gestrichen wird. Allzuviel kann ich davon nicht essen. Draussen putzt ein Inder die Fensterflächen mit Zeitungspapier – wie ich es von meiner Grossmutter gelernt habe.
Mohammed fährt weiter zum Flughafen um einen Bekannten aus Bahrain abzuholen. Ich entscheide mich mit dem Bus nach Hause zu fahren - Ticket 1.50 Dirham (50 Rappen). Es ist 17.35 Uhr: Mit der Nr. 98 geht's durch die bunten Parkanlagen hinter dem World Trade Center bis zum Hauptgebäude von Etisalat. Dort muss ich umsteigen. Die öffentlichen Verkehrsmittel verfügen nicht über ein so komfortables Netz wie die Schweiz.
Mein nächster Bus ist die Nr. 10 – fünf Minuten Fussmarsch über breite Strassen, entlang eines Kreisels – 40 cm Fussgängerzone, daneben rasen Fahrzeuge vorbei. 15 Minuten Wartezeit. Mitttlerweile haben sich so viele Leute angesammelt, dass der Bus gar nicht alle schlucken kann. Ich habe Glück - einsteigen und ich bezahle 2 Dirham (70 Rappen).
Die einstündige Busfahrt führt mich durch Al Quoz, dem Industriegebiet von Dubai. In Al Quoz befinden sich zudem viele billige ein- bis zweistöckige Wohnanlagen für Fremdarbeiter. Zum Teil sind es Barackensiedlungen mit Blechdach, darauf Hunderte von Antennen. Man stelle sich vor: Blechdach im Sommer bei 50 Grad!
Endlich gibt mir der Buschauffeur ein Zeichen zum Aussteigen an der nächsten Bushaltestelle - an der sechsspurigen Autobahn – BUS STOP. Die Mall of Emirates liegt einen halben Kilometer entfernt. Zu Fünft versuchen wir die Autobahn zu überqueren, bevor uns noch ein heranrasendes Auto erwischt. Ich folge einer Afrikanerin, die sich anscheinend auskennt – zwischen Bauabsperrungen und durch den Wüstensand stampfend, gelangen wir zur Mall – Emergency Entry – Notfalleingang … und ich stehe in einem riesiggrossen Food Corner der Mall, den ich noch nie gesehen habe.
Es ist 19.25 Uhr.
Dienstag, 3. April 2007
KÄSE
Heute habe ich im Pizza Hut einen Cäsarsalat bestellt. Der Käse war derart salzig, dass ich jetzt noch den Körperhaushalt mit Wasser ausgleichen muss.
In verschiedenen Geschäften bin ich immer wieder auf der Suche nach meinem Lieblingskäse in Dubai. In der Schweiz war es der Luzerner Rahmkäse - den gibt es hier nicht. Die meist angebotenen Schweizer Käse sind der Emmentaler und der Appenzeller. Vom Emmentaler gibt es aber viele fremdländische Varianten: Emmental, Immental, Emmetal, Emmentale.
BEWÖLKT
Seit mehreren Tagen schlägt das Wetter seine Kapriolen. In den letzten Tagen kam die Sonne eher spärlich zum Vorschein - dafür hat es bereits mehrere Male geregnet und tagsüber zeigt der Himmel eine grau-braune Farbe.
MULTIMEDIA
In einigen Musikstunden erlaubte ich heute den Schülerinnen und Schülern PLAY for FREE. Es ist ja die letzte Stunde vor den Ferien. Sie konnten sich am Keyboard amüsieren, auf dem Klavier spielen, singen, mit Gitarre spielen oder ihre Multimedia Geräte aus den Taschen holen.
Eigentlich verbietet unsere Schule all diese Geräte: Game Boy, Mobilephone, iPOD, USB-Player usw. Trotzdem sind die Hosentaschen der Kids voll damit. Wenn ein Schüler während des Unterrichts mit einem Gerät spielt oder SMS verschickt - falls es die Lehrkraft merkt - wird das Gerät konfisziert und nur die Eltern können es bei der Lehrperson wieder abholen. So steht es mindestens auf dem Papier.
Einige Schüler fragten denn auch zur Sicherheit nach: "Sir, can I listen iPOD?", Sir, kann ich iPOD hören?" Klar - nur heute ... und sie sind ganz stolz darauf, ihre Geräte zu zeigen.
Montag, 2. April 2007
CABLE CLINIQUE
Cable Clinique – so steht es auf dem Fahrzeug des emiratischen Unternehmens für Stromversorgung.
Gestern Abend, auf dem Weg zur Mall of Emirates treffe ich ein grosses Wohngebäude an, völlig im Dunkeln, nur ein Notlicht beleuchtet den Eingang. Stromausfall. Pech für die vielen Bewohner des Hauses.
Auf dem Heimweg herrscht immer noch Dunkelheit in allen Wohnungen. Nur unten bei der Stromversorgung steht ein Fahrzeug. Mehrere lange, dicke Kabel führen in das Innere des Gebäudes – die Kabelklinik ist am Operieren.
Sonntag, 1. April 2007
GEWÜRZMARKT
Am Samstag hatte ich meinen orientalischen Abend. Ich spazierte durch den Spice Souk – Gewürzmarkt. Meistens werde ich mit den gleichen Floskeln angesprochen: Hi, Sir, where you come from? Manchmal sogar direkt auf Deutsch. Hi, Sir, woher kommen sie? Das bestimmt wahrscheinlich den Preis für die Ware, die ich später kaufe.
Kardamon, Safran, Walnüsse, Pistazien, Karkadentee, Pfeffer, Muskat, Zimt – alles riecht durcheinander und ich liebe diesen Duft.
SWISS BRAND
Im Mövenpick gibt es eine spezielle Schweizer Woche mit Raclette und anderen Schweizer Spezialitäten.
Durch die Mall of Emirates schlendernd freue ich mich jeweils auf den Swiss Arabian Perfumes Shop. Nicht weil er Schweizer Parfums verkauft – sondern weil die Duftöle orientalisch riechen.
Messer wie Uhren sind oft mit dem Hinweis Swiss versehen – wenn ich genau hinschaue, steht dann irgendwo klein geschrieben: Made in Korea oder Made in China.
CHOCOLATE PAINTING
Im Time Out vom letzten Wochenende wurde Schokolade in besonderer Form angeboten. Das Hotel Hyatt Regency verkauft Brunch mit Chocolote Painting für Kids. Die Eltern können gemütlich frühstücken, während die Kids bei einem Wettbewerb mit Schokolade ihre eigene Fantasie walten lassen können.
Samstag, 31. März 2007
HALLO DUBAI- ALPNACHER VERBINDUNG
Wenn ich so durch's Netz surfe - finde ich immer wieder neue interessante Dinge über Dubai. Via Artikel über eine Schweizerin bin ich auf swissinfo gestossen und habe Soraya Leupi kennen gelernt und sie kennt mich sogar.
Zum 50. Hochzeitstag von Herrn und Frau Leupi (Grosseltern von Soraya) habe ich anscheinend im Pfarreizentrum Alpnach Klavier gespielt und Soraya Leupi hatte mich damals spielen gehört. Die Welt ist wirklich klein!
Frau Leupi hatte in den 90-er Jahren für den Sheikh Mohammed bin Rashid al Maktoum die erste Website auf deutsch kreiert, die immer noch existiert. Heute arbeitet sie als selbständie Beraterin in Dubai - ihre Firma auf www.tamkin.ae und ihre Infoseite auf www.hallodubai.com
Gemäss einem hohen Geistlichen des Islamischen Glaubens in Dubai ist das Beten am Steuer erlaubt. Natürlich nicht während der Fahrt, aber wenn der Fahrer oder die Fahrerin im Stau stecken geblieben ist. Es gibt sogar eine Anleitung dazu, wie sich der Automobilist in Pose setzt um zu Gott zu beten.
Da viele Gläubige im all abendlichen Stau in Dubai stecken bleiben und ihre Gebetszeit verpassen, sah sich das Glaubensgremium gezwungen zu handeln.
Die nötigen Waschungen am Körper und das offizielle Gebet können zu Hause nachgeholt werden. Gott ist überall.
Freitag, 30. März 2007
GEWITTER ÜBER DUBAI
Donnerstag, 29.03.07: Am Morgen verlasse ich das Haus um 07 Uhr. Der Himmel zeigt sich heute von einer anderen Seite als üblich – dunkel und grau, als würde es gleich mit Regnen beginnen. Das lässt aber auf sich warten. Um 09.20 Uhr – ich sitze mit anderen Lehrpersonen im Garten – beginnt ein heftiges Gewitter – 5 Minuten und der ganze Spuk ist vorbei. Den ganzen Tag bleibt es aber recht trüb. Um 14.50 Uhr fallen nochmals ein paar Tropfen und um 16.05 Uhr scheint die Sonne. Die Pflanzenwelt strahlt heute mit ihrem vollen Glanz.
SCHWER BELADEN
Am Morgen schlurfen die Schülerinnen und Schüler in die Schule. Wie schwer beladene Esel tragen sie auf dem Rücken Schultasche, Sporttasche, ein Musikinstrument und eine Picknicktasche.
Die Schultaschen mit allen Büchern und Heften wiegen bis zu 10 kg, obwohl für jeden Studenten ein Kasten in der Schule zur Verfügung steht. Zweimal in der Woche ist Sport angesagt und für Orchester – ebenfalls zweimal die Woche – wird das eigene Instrument mitgebracht.
Für die Pause und für Lunchtime gibt es Futter aus der Picknicktasche mit Chips, Sandwich, Butterbrot, gebratenem Fleisch, Fisch, Käse, Popcorn, Früchte, Joghurt, Süssigkeiten und literweise Getränke.
So sitzen die Kids in der 20 Minuten Pause oder während der 40 Minuten Lunchpause irgendwo auf einer Treppe oder an einem Tisch im Freien, in einem Korridor oder in der Canteen und leeren ihre Picknicktaschen.
Die letzten Spuren des gefrässigen Treibens sind die Abfallansammlungen auf dem Schulgelände. Dafür sind die asiatischen Saubermacher zuständig.
IBN BATTUTA MALL
Am Nachmittag nahm ich das Taxi zur Ibn Battuta Mall - sie liegt Richtung Süden in Jebel Ali - eine weitere Shopping Mall unter den ca. 40 Malls in Dubai.
Der Name stammt vom Abd Allah El Lawati, einem Reisenden des 14. Jh. mit Beinamen Ibn Battuta. Er war Marokkaner und unternahm eine Pilgerfahrt nach Mekka. Schliesslich ging seine Reise weiter bis nach China.
Die Ibn Battuta Mall ist in 6 länderspezifische Baustile aufgeteilt - Ägypten, China, Indien, Persien, Andalusien, Tunesien - Länder, die Ibn Battuta bereist hatte. Nebst vielen Designerläden verfügt sie über einen Géant (Hypergrosser Lebensmittelmarkt) und 21 Kinos, inklusive IMAX.
Es macht wirklich Spass hier einkaufen zu gehen - hinzitzen - die Leute beobachten und ich brauche nicht mal was zu kaufen - ausser Lebensmittel im Géant.
Donnerstag, 29. März 2007
PAY DAY – ZAHLTAG
Als ich jünger war, habe ich mich jeweils riesig auf das Monatsende gefreut – auf den Zahltag. In der Zwischenzeit wurde das zur Gewohnheit – Ende Monat kommt Geld rein.
Hier ist das Thema PAY DAY in aller Munde – nicht nur auf allen Prospekten, die überall herumliegen und auf Aktionen hinweisen. Bereits vor fünf Wochen, Ende Februar, wurde im Lehrerzimmer und im Rauchergarten nur über Zahltag gesprochen. Ich war natürlich gespannt, wie viel ich erhalte – damals noch ohne Vertrag.
Ende März ist es wieder Thema Nr. 1. Für mich ist es spannend geworden Geld zu verdienen, zumal mein Lohn nur noch auf einen Bruchteil dessen geschrumpft ist, was ich in der Schweiz verdient habe und ich freue mich auf den Zahltag in Dubai.
Heute morgen musste ich denn meinen Lohn wieder auf dem Lohnbüro abholen - cash und ich stecke die Lohntüte in meine Hosentasche. Interessant, was sich die Leute alles kaufen wollen: Fernseher, Stereoanlage, Schuhe, Kleider, Spielsachen für die Kinder – Carfour wird sich freuen - neues Auto, Notebook, Reise nach Mekka.
NEUE WASCHMASCHINE
Endlich hat es doch noch geklappt. Nach zwei Wochen Warten habe ich heute eine neue Waschmaschine erhalten – Marke SANYO für 1'250 Dirham (CHF 420), was die Schule bezahlt.
Ich hatte heute 6 Zwischenstunden, so konnte ich bei Qader immer wieder nachfragen, wann die Maschine geliefert wird.
Bei Qader hinterliess ich am Morgen meinen Hausschlüssel - bis um 15 Uhr und wenn ich nach Hause käme, sei die Maschine längsten installiert.
Um 14.30 Uhr vertröstete mich Qader erneut, die Techniker würden gleich bei der Schule eintreffen. Um 15.20 Uhr kamen endlich zwei Pakistani und um 15.45 Uhr begann mein erstes Waschprogramm – und wie ruhig sie läuft.
Die alte, zweijährige Maschine steht jetzt vor meiner Wohnungstüre – wer die entsorgt, weiss ich auch nicht.
RESIDENCE VISA OF THE UNITED ARAB EMIRATES
Gleich ein zweites Mal werde ich heute überrascht. Ich erhalte im Büro von Qader meinen Pass zurück. Zwar steht alles in Arabisch gedruckt, aber die Zahlen auf der Klebeetikette kann ich ja lesen – Residence Visa bis 26. März 2010.
Damit kann ich – hoffentlich ohne Probleme – TV-, Telefon- und ADSL-Anschluss bekommen und Internet-Banking anmelden.
Mittwoch, 28. März 2007
S – M - L – XXL
Im Mittleren Osten scheinen die Grössenangaben S – M - L – XXL anders ausgelegt zu werden als in Europa. Herrscht in der Schweiz manchmal ein Durcheinander – so ist es hier perfekt.
Ich kaufe Socken – Grössenangabe 39-42 – die Socken sind für Schweizer Füsse Grösse 44+. Bei der Unterwäsche ging es mir umgekehrt – ich kaufe Grösse M in der Herrenabteilung und das T-Shirt ist gerechnet für ein 12-jähriges, mittleres Kind. Aber ich habe ja billig eingekauft. Nächstes Mal kaufe ich Artikel in allen Grössen – oder ich reisse die Packungen auf, wie es hier üblich ist, und schmeisse auf einen Haufen, was mir nicht passt. Chaos pur.
SAUBERKEIT
In Dubai herrscht in allen öffentlichen Anlagen, entlang der grossen Strassen, in den meisten Wohnquartieren und natürlich in allen Touristen-Ressorts perfekte Sauberkeit. Dank billigen Arbeitskräften aus dem asiatischen Bereich kann diese Sauberkeit aufrecht erhalten werden.
Rund um die neuen Bauprojekte sind die Strassen und freien Plätze übersät von kleinerem Abfall. So leider auch in meinem Quartier - auf allen vier Seiten wird gebaut. Steht ein fertiges Gebäude bezugsbereit da, wird sofort rundum alles gründlich gereinigt. Da sind manchmal bis zu zehn Personen am Wischen und Putzen und alles glänzt. Selbst der Sand aus der Wüste wird täglich von den Strassen weggewischt. Wir wohnen ja in der Wüste.
WASCHMASCHINE
Am Dienstag habe ich von Qader das Protokoll über die Mängel in meiner Wohnung erhalten - am Computer abgetippt - professionell. Es geht wieder einen Schritt vorwärts - Erfolgserlebnis. Derweil sich die Isolation, die ich bei den Balkontüren angebracht hatte, sich wegen der Mittagshitze bereits löst. Der Staub wird langsam meine Wohnung zurückerobern.
Heute hat mir Qader mitgeteilt, dass nach 15 Uhr die neue Waschmaschine in meine Wohnung geliefert wird. Ich hatte drei Stunden in meiner Wohnung ausgeharrt. Kein Anruf - keine Waschmaschine. Ich muss mich weiter gedulden.
Dienstag, 27. März 2007
TEMPERATUREN ENDE MÄRZ
In den letzten Tagen sind die Temperaturen bereits auf über 30 Grad gestiegen. Am Morgen fühlt es sich sehr angenehm an, wenn ich nach draussen gehe. Im Laufe des Tages wird es aber wirklich heiss und am Abend normalisiert sich die Temperatur wieder. Das Wetter ist für mich aber noch nicht aussergewöhnlich. Das wird es erst im Juli und August mit Temperaturen bis 52 Grad.
Ich habe einige Temperatur-Angaben über Dubai auf verschiedenen Websites angeschaut. Die meisten stimmen mit der Wirklichkeit gar nicht überein - die Temperaturen steigen da im Sommer kaum über 40 Grad - damit die Touristen nicht abgeschreckt werden - Business.
DIWIDI
Es ist 21.30 Uhr – ich sitze am Notebook im Wohnzimmer. Es klingelt an der Türe. Schnell die Trainingshose überziehen – Blick aus dem Guckloch. Eine Frau steht draussen. Ich öffne die Türe. Einê hübsche, junge Asiatin steht draussen und fragt mich irgend etwas in Kauder-English: „Du iu wan diwidi?“ Ich muss dreimal nachfragen, ehe sie mir aus einer Plastiktüte zeigt, was sie verkauft - DVD. Nein, sorry, ich habe keinen TV-Apparat. Sie packt die Dinger ein und versucht es an der nächsten Türe.
KONSTRUKTIONEN
Ich kann nicht verstehen, weshalb die Apparate mit den Trocknungstüchern oder die Lufttrockner in öffentlichen Toiletten in Höhen angebracht sind, dass das Wasser einem erst bis zum Ellbogen fliessen muss, ehe getrocknet werden kann.
Was ich aber toll finde, in öffentlichen Toiletten und auch in den Schulen werden Pissoirs auch für die ganz Kleinen ganz unten montiert.
Montag, 26. März 2007
SOZIALER STATUS
Um 14.45 Uhr werden viele Kids von ihren Eltern oder von Chauffeur an der Schule abgeholt. Wir haben einen sehr grossen Parkplatz für alle Angestellten, bestimmt über 150 Plätze. Nach Schulschluss herrscht ein Riesen Chaos vor dem Schulgebäude.
An den Automarken, die vorfahren, ist der soziale Status der jeweiligen Familien abzulesen. Mercedes, Range Rover, Porsche Cayenne, Ferrari, Bentley, Jaguar, BMW usw. Die Lehrerfahrzeuge gehören eher zur unteren Kategorie. Derweil bin ich immer noch auf Mitfahrgelegenheit und auf öffentliche Verkehrsmittel und Taxi angewiesen - für mich im Moment die billigste und bequemste Lösung.
TERMINKALENDER ADE
Seit ich in Dubai angekommen bin, habe ich meine Agenda etwa zweimal geöffnet. Es herrscht völlige Desorientierung. Ich weiss nicht mal, wann Ostern ist. Ungefähr kann ich es ausrechnen, denn ich starte in die 6. Woche Dubai – Fastenzeit.
Da ich keinerlei ausser schulische Termine habe, brauche ich bis auf Weiteres keine Agenda mit mir herumzuschleppen – ein Gefühl von Ferienstimmung.
MUEZZIN STATT KIRCHENGLOCKEN
Manchmal bin ich schon recht früh wach am Morgen. Dann höre ich den Muezzin (arabisch mu’adhdin).
Auf Wikipedia lese ich Folgendes: „Der Muezzin ist ein Ausrufer, der die Muslime zum Gebet aufruft. Die erste Person, die die Funktion eines Muezzins übernahm, war der Abessinier Bilal, ein freigelassener Sklave und enger Vertrauter des Propheten Mohammed.
Seine Funktion ist vergleichbar mit dem Läuten der Kirchenglocke durch den Messner im Christentum. Der Muezzin ist kein Geistlicher, sondern gehört zum Personal der Moschee. Häufig wurde ein Blinder mit dieser Aufgabe betraut, damit er nicht vom Minarett aus Orte einsehen konnte, an denen sich Frauen aufhielten.“
In Schoried in der Schweiz war es die Glocke von der Kapelle oder je nach Wind hörte ich die Kirchenglocken von Alpnach oder von Kägiswil.
Am Freitag lag ich über Mittag am Swimming Pool auf dem Dach und es kam mir vor wie eine Redeschlacht – Freitagsgebet - der Wind trug die gesungenen Floskeln der Muezzine von verschiedenen Moscheen in genau meine Richtung. Das bestätigt mir: Gott ist überall.
Sonntag, 25. März 2007
CRICKET WORLD CUP 2007
Was in Europa der Fussball, ist hier Cricket DAS Thema. Zurzeit findet der World Cup 2007 statt. Sri Lanka, Indien, Pakistan, Bangladesh, Südafrika, bestimmt auch UK und USA spielen gegeneinander. Da hier Gastarbeiter aus eben diesen Ländern arbeiten, werden immer wieder spezielle Spielszenen besprochen.
In der Schule ist denn Cricket ebenfalls das wichtigste Thema am Morgen und in den Pausen. Für mich ist das kein Thema, ich verstehe diese Sportart eh nicht, obwohl ich mich schon verschiedentlich bemüht habe, wenigstens einen Ball zu verfolgen und herauszufinden, was der Clou war.
TRINKWASSER
Das fliessende Wasser ist hier sehr sauber. Ich benütze es zum Kochen, Duschen, Zähne putzen, Waschen usw. Die meisten Haushalte kaufen aber 20 Liter Flaschen mit Trinkwasser. Manchmal sehe ich Hausfrauen oder –männer mit ganzen CARFOUR Einkaufswagenladungen am Haus vorbeifahren – voll von Trinkwasser-Behältern - wahrscheinlich war grad Aktionstag. Bei mir steht ebenfalls eine 20 Liter Flasche mit Pumpe in der Küche für 35 Dirham (CHF 12), Nachfüllung für 7 Dirham (CHF 2.50).
Samstag, 24. März 2007
HARTNÄCKIG BLEIBEN
Meine Waschmaschine arbeitet nur noch zu 50%, das heisst, sie wäscht, aber sie schleudert nicht mehr und das Wasser bleibt in der Maschine. Deshalb öffne ich jedes Mal die Türe und den Wasserfilter und lasse das Wasser in den Waschraum fliessen.
Ich habe mich schon beim watchman (Hausmeister) darüber beschwert. Er sagte mir, er würde die Sache mal anschauen. Ich bekam von ihm die Nummer vom Hausbesitzer. Dieser erklärte mir, ich solle mich mit dem Mieter in Verbindung setzen – Qader von unserer Schule kümmert sich um die Immobilien der Schule und um die Einreiseformalitäten der Overseas Lehrkräfte.
Nach mehrmaligen Bestätigungen, dass der watchman die Maschine reparieren würde, ist bis heute noch nichts gegangen.
Qader bat mich letzte Woche eine Mängelliste von der Wohnung zu erstellen und er würde am Donnerstag nach Schulschluss vorbeikommen. Heute ist Samstag und er hat sich noch nicht blicken lassen. Beim Medical Check kam dann die freundliche Meldung von Qader, dass ich nächste Woche eine neue Waschmaschine bekomme. Was wohl nächste Woche bedeutet – eine, zwei Wochen – ein Monat?
Ähnlich geht es mit dem Vertrag. Ich bin nicht einverstanden mit der Klausel: Wenn ich den 3-Jahresvertrag nicht einhalte, darf ich während zwei Jahren nicht mehr in den U.A.E. unterrichten und statt etwa 12 Jahren Schulmusik Erfahrung steht im Vertrag 5 Jahre.
Deshalb ging ich letzte Woche zuerst zu Aji im Sekretariat, Aji schickte mich zu Qader und dieser wiederum zu Carol. Carol, die Schulleiterin, weilt aber bis Montag an einem Schulleiterkurs in Indien. Mal sehen wie es weitergeht. Vielleicht ist das Arbeitsvisum vor dem Vertrag i.O.? Es braucht manchmal einige Hartnäckigkeit, wenn ich etwas erreichen will.
NACHTLAGER AUF DER BAUSTELLE
Bereits mehrere Male beobachtete ich abends auf der gegenüberliegenden Baustelle Lichtkegel von einer Taschenlampe. Es könnte die Securitas sein.
Gestern Abend rauchte ich eine Zigarette auf dem Balkon und wieder sah ich Licht von einer Taschenlampe. Ich konnte beobachten, wie ein Mann im ersten Stock des Gebäudes sein Nachtlager einrichtete. Gloschars habe ich bis jetzt in Dubai keine angetroffen. Es könnte sein, dass der Mann den Bus verpasst hat und so eine Nacht ohne Spesen verbringt.
Freitag, 23. März 2007
RAUCH ÜBER DER SHEIKH ZAYED ROAD
Am vergangenen Dienstag Morgen lasen wir in der 7DAYS - die liegt immer gratis am Schuleingang auf - dass es in Dubai einen Grossbrand gab. Am gleichen Morgen informierte uns Carol, die stellvertretende Schulleiterin, dass ein weiterer Brand an der Sheikh Zayed Road auf einem Hochhaus ausgebrochen sei und die Sheikh Zayed Road für mindestens ein bis zwei Stunden gesperrt sei. Viele Kinder würden wohl später eintreffen. Wir machten um 07.35 h wie gewohnt erstes Briefing und ein zweites war für 10.15 h angesagt.
In meiner Klasse waren am Morgen gerade mal sechs Schüler anwesend, in anderen Klassen war es nicht anders, unmöglich einen normalen Schulunterricht durchführen zu können. Bis zum zweiten Briefing um 10.15 h waren dann die meisten Schüler eingetrudelt. Unsere Schule liegt an der Sheikh Zayed Road.
Die Sheikh Zayed Road ist die Hauptverkehrsachse zwischen Dubai und Abu Dhabi. Sie führt in beiden Richtungen je sechs Spuren. Fast unvorstellbar, wenn diese Strasse mal für den Verkehr gesperrt ist.
PUTZEN - WASCHEN - EINKAUF IN KARAMA
Eigentlich wollte ich an diesem Wochenende nach Ras al Khaiman, ein neues Emirat kennen lernen und ein Kamelrennen besuchen - aber mein Pass liegt in der Schule wegen des Visums. Wenn ich in ein Hotel gehe, muss ich ja den Pass vorweisen.
Also bleibe ich zu Hause und es gibt halt mal ein Putz- und Wasch-Weekend. Qader hat mir für nächste Woche eine neue Waschmaschine versprochen. Und so wasche ich immer noch mit der alten - Überschwemmung vorprogrammiert.
Zudem habe ich genügend Zeit mir in Karama neue Hemden, Hosen und Schuhe zu kaufen. Ich benötige jeden Tag ein anderes Hemd und eine andere Hose, und meine paar Schweizer Hemden sind mir langsam zu langweilig. In der Schule darf ich keine Blue-Jeans tragen.
Karama gilt als das billigste Einkaufsviertel in Dubai. Es liegt etwa 20 Minuten Taxifahrt von meiner Wohnung entfernt. Dort finde ich, was ich brauche und es müssen ja keine Designer Klamotten sein. Hemden und Hosen für ca. 100 Dirham (35 CHF), Schuhe für ca. 150 Dirham (50 CHF).
Donnerstag, 22. März 2007
GEBURTSTAGSFEIER BEI SHEIKH MOHAMMED BIN RASHID AL MAKTOUM
Am Mittwoch, 21. März 2007 feierte Mohammed seinen 14. Geburtstag - der Sohn von Sheikh Mohammed Bin Rashid Al Maktoum, ruler von Dubai (Herrscher) und Vizepräsident der Vereinigten Arabischen Emirate. Mohammed kommt zu mir in den Musikunterricht. So hat er alle Lehrpersonen, die ihn unterrichten, eingeladen. Party um 18 Uhr im Al Maktoum's Palace in Dubai.
Ich war überwältigt von diesem Riesen Fest. Sicherheitshalber habe ich mich in Schale geworfen, allerdings wäre ich zum Kamelreiten und Squadfahren lieber in sportlichem Outfit hingegangen.
Etwa 500 geladene Gäste, die Hälfte Kinder. Aufblasbares Fussballfeld, aufblasbare Rutschbahnen, Trampolin, Rodeo, Kamelreiten, Ponyreiten, Squad fahren, Feuerspeier, Disney Figuren, eine Bühne mit hunderten Geschenken mit Spielzeug für die geladenen Kinder, Gaukler, Schlangenbeschwörer usw.
Zwei lange Fassstrassen mit internationaler Küche beidseits der Bühne, eine Meter lange Geburtstagstorte.
Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich mich auf einen Squad gewagt und ich bin wie andere Erwachsene und Kinder durch den Park gerast, über den schön gepflegten Rasen, zwischen Palmen durch bis hinunter an den Kilometer langen Beach. Eine halbe Stunde genoss ich das Vergnügen - 23 Uhr mit Taxi nach Hause.
MEDICAL CHECK IM JEBEL ALI HOSPITAL
Nach meiner ersten Morgenlektion bringt mich Qader zum Jebel Ali Hospital, ca. 10 Minuten Autofahrt von der Schule entfernt. Qader gibt mir 210 Dirham (CHF 70) zum Bezahlen des Medical Checks. Ich erhalte bei der Anmeldung eine Quittung. Im Warteraum setze ich mich hin, schaue TV und warte auf meinen Aufruf. Das Wartezimmer ist gefüllt von pakistanischen Bauarbeitern, alle warten auf den Medical Check. Nach etwa 10 Minuten höre ich meinen Namen. Ein Arzt drückt mir einige Papier in die Hand sowie eine kleine Kapsel für den Bluttest.
Nochmals warte ich in einem anderen Zimmer etwa fünf Minuten - mein Puls steigt. Auf meinem Papieren merke ich, dass unter meinem Namen SWAZILAND steht - statt SWITZERLAND.
Ich bin an der Reihe. Eine nette Philippinin instruiert mich, was ich zu tun habe - Stupf - und schon ist das ganze Prozedere vorbei. Pflaster auf die kleine Wundstelle und ich begebe mich in den Röntgenraum, wo ich in einer Kabine das Hemd ausziehen muss.
Wir stehen Schlange für das Röntgen der Lungen. Mein Name wird aufgerufen, ich bin die Nummer 50. Da ich bereits bei einigen vorherigen Kandidaten zuschauen konnte, rate ich der Arztgehilfin die Röntgenwand zu desinfizieren, ehe ich meine Brust an den Kasten drücke. Kein Problem. Alles gut verlaufen.
Bei der Anmeldung wird in meiner Health Card Swaziland in Switzerland umgetauft. Kader wartet im Auto, er bringt mich zur Schule zurück. Am Sonntag wird Qader die Resulate telefonisch und schriftlich erhalten.
Ein langer Weg bis zu einer dreijährigen Arbeitsbewilligung geht langsam aber sicher vorwärts.
Mittwoch, 21. März 2007
HEUTE: EINLADUNG BEI SHEIKH MOHAMMED BIN RASHID AL MAKTOUM
Heute morgen lagen in einigen pigeon holes (Infofächer im Lehrerzimmer) Einladungen zur Geburtstagsfeier vom Sohn von Sheikh Mohammed Bin Rashid Al Maktoum für heute Mittwoch Abend. Der Sohn wird 14 Jahre alt und er kommt zu mir in den Musikunterricht. Er hat seine Lehrer eingeladen.
Sheikh Mohammed bin Rashid al Maktoum ist ruler von Dubai (der höchste Mann in Dubai) und zugleich Vizepräsident der Vereinigten Arabischen Emirate. Die Feier findet im Sheikh Rashid Al Maktoum’s Palace in Jumeirah statt. Klar, dass wir Lehrer dahin gehen – um 18.00 Uhr.
Ich gehe kurz ein VICTORINOX Messer kaufen. 80 Dirham (CHF 27), eine Geburtstagskarte, ab unter die Dusche und in Kleidung steigen – mit Taxi Richtung Ruler’s Palace. Morgen kann ich mehr darüber berichten.
NON SMOKING
Die Non Smoking Zone kennen die wenigsten Restaurants hier. Gestern ging ich zu TIG Friday’s essen. Ich verlangte Raucherzone. Die Philippinin sagte mir: „Sir, this is a non smoking restaurant, but if you would like to smoke, there’s no problem.“ – Sir, dies ist ein Nichtraucher-Restaurant, aber wenn Sie rauchen möchten, kein Problem.
An jedem zweiten Tisch sass ein Raucher und eine Serviceangestellte putzte an der Theke eben fünf Aschenbecher sauber.
Die Festival City, die neu eröffnet wurde, ist allerdings rauchfrei. Langsam halten auch hier europäische und amerikanische Regeln Einzug.
Dienstag, 20. März 2007
GASTARBEITER
Meistens abends zwischen 17 und 18 Uhr stehen oder sitzen an allen Strassenecken, wo gebaut wird, Gastarbeiter – bestellt aber noch nicht abgeholt. An ihrer Arbeitskleidung sind sie voneinander zu unterscheiden, für welchen Arbeitgeber sie im Auftrag stehen. Sie werden von grossen, weissen Bussen (50 Plätze) oder von kleineren, grauen (30 Plätze) abgeholt und in ihre Logis gebracht um sie am Morgen wieder an ihren Arbeitsplatz zu bringen.
VOR DIE TÜRE
Leider ist es an der Tagesordnung, dass an der Schule Studenten vor die Türe gestellt werden, wenn sie zu viel schwatzen, frech werden oder sich nicht an Anweisungen halten. Für die nötigen Sanktionen, wie Pausen- oder Mittagskürzung, Meldung via Hausaufgabenheft an die Eltern und an die Klassenlehrperson sind wir Lehrpersonen und die Head of Year (Klassen Aufsichtspersonen) zuständig.
Meine Schülerinnen und Schüler müssen sich vor meinem Schulzimmer in 1-er Kolonne aufstellen (sie sind sich sogar gewöhnt Mädchen und Jungen getrennt hinzustehen) und es kommt nur ins Schulzimmer, wer Hausaufgabenheft und Schreibzeug dabei hat, die Schüler nennen es: Eintrittsticket. Kaugummi raus. Mittlerweile haben sich die Kids an dieses Prozedere bei mir gewöhnt. Nicht alle Lehrpersonen verlangen diese Eintrittsregel.
Wer nicht spurt, kriegt break detention (10 Minuten Pausen-Arrest). In schwerwiegenderen Fällen kann ich die Schüler zu Simon (Hauptmusiklehrer) schicken. Simons und mein Musikzimmer sind nur von einem kleinen Büro voneinander getrennt. Bei ihm kriegen sie gleich Lunch-Arrest (20 Minuten). Wer will das schon? Er ist auch schon in mein Schulzimmer hineingekommen, als es unruhig war und er hat losgeschreit, was das Zeug hält. Da macht kein Schüler mehr einen Muks - derweil kann ich meine Stimme schonen.
Meine Klasse 8F ist in den vergangenen 4 Wochen schön ruhig geworden, weil die Schüler merken, dass sie nicht weit kommen, wenn sie meine Anweisungen nicht einhalten.
DONNERSTAG - MEDICAL CHECK
Am Donnerstag bringt mich Qader zum Medical Check ins Jebel Ali Hospital – ich habe jetzt schon Angst. Bluttest und evtl. Lungen röntgen.
Montag, 19. März 2007
FAMILIENPACKUNG
Am Samstag hatte ich in der Fleischabteilung im Hyper Panda Lust auf die kleinen Ägyptischen Würste. Allerdings als „Versucherli“ konnte ich keine geeignete Kleinmenge ausfindig machen, also kaufte ich die Würste im Halbkilopaket. Wehe, wenn sie mir nicht schmecken!
Zuhause angekommen, legte ich einen Drittel gleich zum Braten in die Pfanne. Aber wie scharf die sind, meine Nase trieft und ich habe noch zwei Portionen Würste im Kühlschrank für Montag und Dienstag.
Viele Produkte gibt es leider nur in der Familienpackung, an den Single-Haushalt wird hier wenig gedacht – Schnitzel, Filet, Steak, Entrecôte im 4-er Pack und mindestens 300 g.
Joghurt im 4-er, 6-er oder Multipack, Butter mindestens 250 g. Die Milch kaufe ich in der 2-Liter-Packung – kein Problem, denn ich trinke viel Milch.
Was ich noch nie gesehen habe: Chips in hyper-megagrosser Familienpackung – diese gibt es zum Glück auch in kleinerer Packung.
Was ich toll finde: Früchte und Gemüse kann ich selber abpacken und bei einer Verkäuferin wägen lassen.
VERTRAG
Heute habe ich meinen Vertrag zum Unterschreiben erhalten, Dreijahresvertrag mit Probezeit 90 Tage – das echte Arbeitsvisum für drei Jahre erhalte ich erst nach dem Medical Check. Da warte ich immer noch drauf.
Im Vertrag speziell fand ich: 15 Tage Krankheit voller Lohn, bei zusätzlichen 30 Tagen Krankheit nur noch halber Lohn .
Und wenn ich länger als 45 Tage krank bin – Ausweisung??? (JOKE)
Krankenkasse wird vom Staat bezahlt. Zusätzliche Internationale Krankenkasse muss ich aber auf eigene Kosten übernehmen – was ganz schön teuer ist. Ich überlege mir, ob ich eine Internationale Versicherung abschliessen soll. Bei Reisen ins Ausland kann ich mit dem Flugticket für die Zeit im Ausland eine spezielle Versicherung abschliessen. Das muss ich mir jetzt gut überlegen.
EINGESPERRT
Als ich heute die Toilettentür im Emirates Theater an unserer Schule öffnen wollte, ging die Falle nicht mehr hoch und ich war eingesperrt. Per Handy habe ich Simon angerufen, dass er mich aus meiner unglücklichen Lage befreie. Nach 5 Minuten schnupperte ich wieder frische Luft.
Sonntag, 18. März 2007
ELECTRICITY, WATER, SEWERAGE
Heute hatte ich in meinem pigeon hole (Info-Fach) in der Schule meine Februar-Rechnung für Elektrizität, Wasser und Kanalisation – 188.20 Dirham (CHF 65). Die Rechnung kann auf verschiedene Arten bezahlt werden - per Internet mit Kreditkarte, per Drive-in and Pay bei über 50 Tankstellen von ENOC/EPPCO mit 24-Stunden-Service per Kreditkarte, cash oder bei verschiedenen Büros der Elektrizitäts- und Wassergesellschaft in Dubai cash.
Jede Wohnung trägt beim Eingang eine Nummer, z.Bsp. 458-08275-3. Diese Nummer dient mir auch zur Bestellung von Telefon-, TV- und Internetanschluss - wenn es dann mal soweit ist.
Samstag, 17. März 2007
ZOO DUBAI
Zufälligerweise bin ich auf dem Weg zu einem Musikgeschäft am Zoo Dubai vorbeigekommen. Er liegt an der Jumeirah Road, Eintritt 2 Dirham (70 Rappen). Etwa eine Stunde lang spazierte ich zwischen den Gehegen durch. Zwar ist die Anlage etwas veraltet, aber die Tiere sind sehr gepflegt und scheinen gut ernährt zu sein. Besonders die Raubkatzen mit Löwen, Tiger, Leopard, haben ein sehr schönes Fell - ohne Wunden. Viele exotische Vögel können bestaunt werden, Serval, Wolf, Giraffen, Krokodile, Schlangen, Bären und natürlich Affen.
FESTIVAL CITY
Im IKEA in der Festival City versuchte ich Isolationsmaterial für meine Balkontüre zu bekommen. Leider erfolglos. Daneben gibt es aber ACE – vergleichbar in der Schweiz mit „Do it yourself“ – Handwerksmarkt mit Gartencenter. Ich wurde fündig.
Festival City ist eine riesengrosse Überbauung, die nächstes Jahr fertig sein sollte. Nebst IKEA gibt es dort einen Hyper Panda, ein hypergrosses Einkaufsgeschäft für Lebensmittel, Spielwaren, Elektronik usw. – ähnlich wie Migros oder Coop. Daneben entsteht der Dubai Goldmarket Place und eine megagrosse Schopping Mall, das Festival Waterfront Center.
REGENTROPFEN IN DUBAI
Heute war der Himmel über Dubai bedeckt, ein Tag ohne Sonne und sehr ruhig. Als ich auf den Bus wartete und mich mit einer Indonesierin unterhielt, fühlte ich etwa 5 Regentropfen. Das gleiche passierte dann nochmals nachmittags vor der Festival City – die Tropfen sind an einer Hand abzuzählen.
GEPLANTE ÜBERSCHWEMMUNGEN
Da der watchman (Hausmeister) meine Waschmaschine noch nicht reparieren konnte, machte ich heute kurzen Prozess. Ich öffnete den Wasserfilter und liess einfach das Wasser aus der Maschine in den Waschraum strömen. Im Waschraum gibt es ja einen Abfluss. Ich füllte die Maschine gleich nochmals mit 30 Grad Wäsche und heute Abend inszenierte ich eine zweite Überschwemmung – Kleider unter der Dusche ausspülen und nass auf dem Balkon aufhängen. Wann die Maschine repariert wird, weiss ich nicht – ist ja egal - ich kann ja trotzdem waschen.
Freitag, 16. März 2007
SUCHE NACH TUBA UND TROMPETEN NOTEN
Ich bin an diesem Wochenende auf der Suche nach Noten für ein Ensemble Tuba, Trompete und Klavier. Falls jemand leichte Noten findet und per PDF zusendet - herzlich willkommen und besten Dank. Der Weg zu Musik HUG ist etwas weit.
STURM
Seite heute morgen stürmt es in Dubai. Ein trockener, warmer und heftiger Wind saust durch die Strassen. Die Sonne lässt sich nur jeweils für kurze Momente blicken. Bei 10 Minuten Fussmarsch zur Mall ist mein Gesicht mit einer feinen Staubschicht bedeckt und zwischen den Zähnen knirscht es. Ich komme mir vor wie auf einem Wüstentrip.
Heute bleiben die Haustüren zu. Vor den Hauseingängen und in den Strassen bilden sich Mini-Dünen und die Watchmans haben alle Hände voll zu tun, alle glatten Flächen vom Staub zu befreien. Die Fahrzeuge sind ebenfalls mit einer beigen Staubschicht bedeckt. Zudem wirbeln viele kleine Plastiktüten, Becher und sonstiger Kleinkram durch die Luft.
ISOLATION
Im November 1993 hatte ich mich in einem kleinen Studio in der Nähe der Sacré-Coeur in Paris eingerichtet. Ich musste die Fenster gegen Kälte und Nässe isolieren. Mir werden Erinnerungen von Paris wach, denn ich muss heute in Dubai meine beiden Balkontüren gegen Sandstaub isolieren. Oben und unten sind es mindestens 5 mm kleine Spalten, welche dem Staub ermöglichen in meine Wohnung einzudringen.
So muss ich während der Woche öfters Staub von den Möbeln und vom Fussboden wischen. Morgen werde ich zu IKEA fahren und schauen, was sich da machen lässt.
14'000 KAMELE
Im Internet kläre ich ab, wann und wo die nächsten Kamelrennen stattfinden und ich stosse auf folgende Informationen.
Der ehemalige Herrscher der Vereinigten Arabischen Emirate, President Zayed, war Besitzer von etwa 14'000 Kamelen. 9'000 Arbeiter hatte er dafür eingestellt, um all die Tiere zu pflegen.
Heute gibt es in den ganzen Vereinigten Arabischen Emiraten etwa 14'000 Rennkamele. Der Preis eines Rennkamels kann in die Millionen gehen. Derweil sind die Kosten für meine Kamele in West Afrika einiges billiger.
Darüber hinaus gibt es grosse Kamel Zuchten. Sie werden gehalten für die Produktion von Milch, Milchprodukten und Fleisch.
Donnerstag, 15. März 2007
ZWEI AIRPORT STORIEShier klicken: DUBAI - MUSCAT - DUBAI - CARGO AIRPORT
NORDPOL
Eigentlich bin ich ja nach Dubai ausgewandert um die Sonne und das warme, trockene Klima zu geniessen. Stattdessen weht mir grad hier, wo ich sitze – im Sezzam - kalte Luft um die Ohren. Bestimmt habe ich morgen Erkältungserscheinungen.
Als ich heute die Klimaanlage in meiner Wohnung auf ON drehte und eine Stunde später vom Swimming Pool zurückkam, hatte ich gleich einen Kälteschock. Schnell kippte ich den Schalter wieder auf OFF. Diese Anlage habe ich noch nicht im Griff.
In der Schule habe ich die Air Condition meistens ausgeschaltet. Es ist ja draussen noch nicht so warm. Die Studenten finden das Schulzimmer aber zu warm und sie fragen meistens, ob sie die AirCon aktivieren können. Es geht dann nicht lange, bis ich mich an den Nordpol versetzt fühle und ich schalte sie einfach wieder aus.
Draussen allerdings steigen die Temperaturen wie heute auf bis 28 Grad. Während ich in den letzten Wochen den Pullover morgens und abends für draussen brauchte, benötige ich ihn in Zukunft wegen der kalten Raumtemperaturen im Innern. Falls ich für’s Klavierspielen Handschuhe benötige, melde ich mich in der Schweiz.
JAHRE LANG ESSEN - MALL OF EMIRATES
Am Donnerstag Nachmittag beginnt jeweils mein Wochenende. Ich habe mir angewöhnt, mich am Donnerstag kulinarisch verwöhnen zu lassen. Heute esse ich im SEZZAM: Feinste Lamb Chops aus Neuseeland mit Lemon-Butter, fein gewürzter Tomate, gerösteten Zwiebeln und Soja Glasnudeln, Fanta (kein Wein) für 76 Dirham (CHF 26).
Natürlich besteht der grösste Teil der Restaurants in der Mall aus Fast Food Cornern in den verschiedenen Food Zones, aber es gibt auch sehr feine Restaurants.
Um in allen Restaurants in der Mall jedes Menu einmal probiert zu haben, könnte ich jahrelang hier essen gehen.
Mittwoch, 14. März 2007
250-METER PLASTIK ZUM WEGSCHMEISSEN
Wenn ich im Carfour einkaufe – und mein Notebook ist immer dabei – wird diese beim Eingang von der Securitas mit Plastik verschweisst. Zuhause kann ich diesen Plastik entsorgen – was soll ich damit. Wenn ich jeden zweiten Tag einkaufen gehe, macht das um die 100m Plastik, den ich nach Hause trage. Kommen noch die Einkaufstüten dazu, sind es pro Jahr mindestens 250 m – und ich bin nur ein Ein-Mann-Haushalt.
Carfour hat begonnen für 2 Dirham (70 Rappen) eine wieder verwertbare Einkaufstüte abzugeben. Wenn sie kaputt geht, wird sie anstandslos ersetzt. Gute Idee! Doch mein Notebook wird immer noch eingepackt.
SALARY
Letzte Woche fragte ich einen Securitas an unserer Schule, was für ein Auto er fahre. Er schmunzelte und ging des Weges. Heute kam er zu mir und erzählte mir, warum er letzte Woche gelacht habe.
Said kommt aus Bangladesh und arbeitet seit 8 ½ Monaten hier, angestellt von einer Securitas-Firma. Er arbeitet 7 Tage die Woche à je 12 Stunden. Sein Monatslohn beträgt weniger als 1'000 Dirham (CHF 350). Die Schule wird 7 Tage die Woche überwacht.
Ein Taxifahrer – die meisten kommen aus Indien oder Pakistan - kriegt pro Monat um die 1'200 Dirham (CHF 400), eine Sekretärin verdient um die 2'000 – 3'000 Dirham (CHF 700 – 1'000). Letzte Woche habe ich einen Artikel in 7DAYS gelesen, wonach Bauarbeiter ca. 900 Dirham (CHF 300) im Monat verdienen. Sie gingen in Streik, weil sie seit mehreren Jahren keine Gehaltserhöhung bekamen.
Dienstag, 13. März 2007
ÜBERSCHWEMMUNG
Gestern Abend hatte ich Putzlumpen in der Waschmaschine gewaschen. Am Morgen öffnete ich die Türe der Waschmaschine. Oh Schreck. Eine Wasserflut breitete sich sofort im Waschraum aus. Türe zu – schon zu spät. Ich stehe in nassen Pantoffeln und Socken im Seich.
Bereits zum dritten Mal habe ich die Maschine in Gang gebracht – zum Auswringen – leider erfolglos. Das Wasser bleibt drin. Morgen muss ich den Watchman rufen.
Montag, 12. März 2007
SONNTAG IST MONTAG
Da die Woche jeweils am Sonntag beginnt, habe ich oft ein "Gnusch", ob jetzt Montag ist oder Sonntag. Am Donnerstag ist hier Freitag und am Freitag ist Sonntag ... das heisst, dass viele Läden und einige Banken am Freitag erst um 16 Uhr wieder geöffnet haben - am Samstag wird auf dem Bau wieder gearbeitet und am Sonntag ist eben wieder Montag ... so eine verflixte Woche und bis ich mich endlich daran gewöhnt habe!!
HEAD OF YEAR- VORGESETZTE
An der Schule gibt es für jeden Klassenzug einen „Head of Year“ (Vorgesetzte) – es sind dies an unserer Schule drei Frauen für die 7. – 9. Klassen. Sie sind zuständig für alle disziplinarischen Probleme, besprechen diese und verhängen Disziplinarstrafen. Höchste Person über dem "Head of Year" ist "Dean of Students" (siehe unter JOB)
Letzte Woche hatte ich mehrere Meldungen an den Head of Year gemacht. Dolores, sie ist für die 8. Klasse zuständig, ging mit mir in einer Freistunde zur entsprechenden Klasse.
Die Jungs mussten austreten vor das Klassenzimmer – einen Meter von der Wand weg stehen – zuerst mal die Uniform zurechtrücken. Das T-Shirt darf nicht unter dem hellblauen Hemd hervorschauen. Kopf hoch – und die Vorgesetzte immer mit Miss ansprechen. Der Vorgesetzten darf nicht ins Wort gefallen werden.
Kleinere Strafen sind: Break detention (10 Minuten im Klassenzimmer nachsitzen) oder Lunch detention (20 Minuten am Mittag nachsitzen) – was jeweils der Hälfte der Pause, bzw. der Mittagspause entspricht.
Sonntag, 11. März 2007
JAMIE CULLUM IN DUBAI
Wohl zurzeit Englands wichtigster Jazz-Export, Jamie Cullum, weilte gestern Abend anlässlich des Jazzfestivals in Dubai.
Um 21 Uhr ging ich zur Media City, wo das Jazzfestival durchgeführt wurde. Das Konzert begann 22.30 Uhr - Eintritt 185 Dirham (CHF 62) und eigentlich wollte ich um 23.30 Uhr zu Hause sein, denn am Sonntag hatte ich ja Schule, aber das Feuerwerk mit Stimme, Klavier, Gitarre und all die Action von Jamie hielten mich bis zum Schlusston auf dem Platz, 01.10 Uhr war ich zuhause. Zum Glück hatte ich einen Pullover dabei, um Mitternacht wurde es kühl.
Jamie ist ein regelrechter Wirbelwind, der mit seinen flinken Fingern die Tasten rauf und runter klimpert, was das Zeug hält. Mal spielt er mit dem Ellbogen, mal mit seinen Füssen auf dem Klavier herum oder er hämmert ganz einfach rund um den ganzen Flügel mit Schlagzeugsticks oder er jumpt auf den Flügel, als wäre er ein Raubtier und es klingt immer top.
ELTERNGESPRÄCHE
Die heutigen Elterngespräche habe ich bestens überstanden. 14 Eltern kamen zu je etwa 5 - 10 Minuten bei mir vorbei. Sie mussten sich vergangene Woche auf einer Liste eintragen. Von Simon, dem Hauptmusiklehrer, erhielt ich vorher einige Blätter mit englischen Ausdrücken, die ich für die Einschätzung der Studenten benützen konnte.
Da die Eltern meistens alleine zum Gesprächstermin kamen, konnte ich mir oft gar nicht vorstellen, über welches Kind wir sprachen. Ich kenne sie ja erst seit drei Wochen. Hauptsache, die Eltern gingen mit einem guten Gefühl nach Hause.
MUSCAT - OMAN - VISUM
Am kommenden Dienstag reise ich per Flug nach Muscat, werde dort einige Stunden auf dem Flughafen verbringen, ehe ich wieder nach Dubai zurückfliege. Bei der Ankunft in Dubai kann ich dann das Arbeitsvisum an einem Schalter abholen und ich kriege den entsprechenden Stempel in meinen Pass - inshallah (so Gott will).
Samstag, 10. März 2007
FRISEUR
Im Hilton Al Ain geniesse ich ein ausgiebiges Frühstück. Im Hairdress-Studio nebenan schneidet mir etwas später ein Ägypter meine Haare. Als ich ihm sagte, er solle doch auch noch die kleinen Härchen an den Ohren entfernen, nahm er einen weissen Faden hervor, machte in schnellen Handgriffen eine Schlaufe und ich wusste nicht, ob er mir damit die Ohren abreissen wollte. Schliesslich erklärte er mir, dass er die Härchen mit einem Ruck ausreissen will. Nach einer kurzen Diskussion, liess er aber doch davon ab. Ich bevorzugte die gewöhnliche Methode mit Elektroschere. Andere Länder - andere Sitten.
AL AIN STADT
Al Ain ist eine Stadt in der Wüste im Emirat Abu Dhabi. Sie ist viel urtümlicher als Dubai, eine etwas veraltete Stadt. Ich sehe wenig Einheimische - am meisten Pakistani und Inder, auch Indonesier und andere Gastarbeiter leben hier. Die Häuser sind nicht höher als etwa 6 - 8 Stockwerke. Es gibt ein Gesetz über die Höhe der Gebäude. Neuere Gebäude gibt es wenige - im Stadtinnern gibt es aber einige Geschäftshäuser, die am Entstehen sind.
Mich hat der Palmenhain, der mir wie ein Irrgarten vorkommt, sehr beeindruckt. In dieser riesigen Grünanlage gibt es viele Parzellen, in denen Dattelpalmen von Pakistanis für Ihre Besitzer gepflegt werden. Im Juni, Juli ist Erntezeit, wie mir ein Arbeiter erklärt. Die Bewässerung verläuft wie früher in den Oasen via Wasserkanäle, die von einer zentralen Wasserpumpe gespiesen werden. Die Wege, die durch dieses Labyrinth führen, sind sehr schön gepflästert und rechts und links von einer Mauer abgegrenzt. Den Ausweg zu finden macht mir etliche Schwierigkeiten.
Freitag, 09. März 2007
AL AIN
Am Samstag bin ich mit Taxi zum Busbahnhof in Dubai gefahren und von dort mit einem kleinen Bus nach Al Ain, das ca. 120 km südlich von Dubai liegt. Neben mir sass ein Pakistani, der mich die ganze Reise mit Fragen überflutete.
Die Landschaft zwischen Dubai und Al Ain ist vor allem geprägt durch Wüste, mit wenigen Büschen und Bäumen. Auf der ganzen Fahrt sah ich viele Kamele, die auf Nahrungssuche waren. Die Strecke ist als komfortable Autobahn ausgebaut, mit Autroraststätten inkl. Moschee.
An der Bushaltestelle in Al Ain wurde ich von einem Taxischauffeur schon mal übers Ohr gehauen. Er verlangte gleich beim Einsteigen 10 Dirham (CHF 3.50) bis zum Hilton Hotel, natürlich hatte er kein Taxometer im Wagen. Auf weiteren, ähnlich langen Fahrten durch die Stadt bezahlte ich lediglich drei bis vier Dirham.
In Al Ain ist alles viel billiger als in Dubai, allerdings das Hotelzimmer fand ich dann schon etwas teuer mit 510 Dirham (CHF 170) für die eine Nacht und mit meinem kleinen Salär. Trotzdem habe ich den Tag genossen, Präsidentenpalast, Dattelpalmenhain mit Irrwegen und ein Schlemmermenu am Abend.
Die Taxifahrer in Al Ain fahren noch halsbrecherischer als in Dubai. Die fahren mit 120 km/h auf einen Kreisel zu, bremsen brüsk und geben gleich wieder voll Gas, dass die Reifen quietschen. Am besten ist es, die Augen zu schliessen. Bei Fast-Zusammenstössen lachen die Taxifahrer, fahren auf gleiche Höhe mit dem Fast-Kollidierten und wettern auf Arabisch zum Fenster raus, dies bei ca. 60 km/h.
Die "Grüne Stadt" Al Ain
Donnerstag, 8. März 2007
VOGELGRIPPE
7DAYS (Gratiszeitung in Dubai) berichtete gestern, dass in absehbarer Zukunft alle ankommenden Reisenden am Flughafen durch einen Scanner gehen müssen, um die Temperatur zu verifizieren. Ist die Temperatur 1 Grad höher als die normale Körpertemperatur 37 Grad, so könnte das auf EIN Anzeichen von Vogelgrippe deuten.
In Dubai kommen täglich 80'000 Passagiere an !
ARBEITSVISUM - MUSCAT
Endlich geht es vorwärts mit meinem Arbeitsvisum. Wenn alles klappt, werde ich am nächsten Montag oder Dienstag nach Muscat (OMAN) fliegen und erneut in die U.A.E. einreisen und in meinem Pass sollte dann der Stempel für das Arbeitsvisum eingetragen sein - inshallah - so Gott will.
ZUBEREITUNG - BETRIEBSANLEITUNG
Die Produkte, die ich hier kaufe, sind verschiedener Herkunft - aus den U.A.E., aus Saudi Arabien, Libanon, Nordafrika, China, Indien, Europa oder den USA. Meist sind sie zweisprachig in Arabisch und Englisch angeschrieben. Die Angaben über die Zubereitung und die Betriebsanleitungen lassen aber meist zu wünschen übrig, sie stehen eher im Kleingedruckten.
Bis ich wusste wie die Köderfallen für die Cockroaches (Käfer) zu handhaben sind, musste ich erst vier Packungen dieses Giftes verschleissen.
DETOUR - UMLEITUNG
Seit meiner Ankunft gibt es an der Verzweigung vor meinem Haus Automobilisten, die in die Gegenfahrbahn einbiegen (siehe Bild: von rechts unten kommend Richtung links), damit sie schneller zur Sheikh Zayed Road gelangen. Alle Wochen wird dort nun ein neues Fahrverbotsschild hingehängt - aber auch das dritte wird ignoriert.
Mittwoch, 7. März 2007
SCHLEMMERN IM CARFOUR
Gestern Abend 22.20 Uhr - ich gehe im Carfour einkaufen. Ein kleiner Junge lehnt sich über ein grosses Kühlfach, öffnet den Deckel einer verführerischen Erdbeer-Eis-Box und wühlt mit seinen Fingern gemütlich darin herum - Eltern sind keine auszumachen. Er soll sich das ruhig schmecken lassen, wenn niemand für ihn Zeit hat.
B E K L E I D U N G - KANDURA - DISHDASH
Männer im Mittleren Osten kleiden sich meist in der Kandura oder Dishdash. weisses langes Kleid und mit Ghutra (Kopftuch mit Kordel). Die arabischen Begriffe lauten überall etwas anders. Die Kandura wird täglich mehrmals gewechselt, je nach Anlass (Arbeit, Gebet, Essen usw.) und sie ist stets sauber in weiss.
Im Winter sind verschiedene Farben angesagt, braun, grau, schwarz. Im Sommer ist weiss vorherrschend, damit das starke Sonnenlicht reflektiert wird.
Eine Araberin hat mir auch noch eine andere Erklärung abgegeben. Um die verschiedene Herkunft auseinander zu halten, tragen Einheimische die weisse Kandura, ausländische Männer tragen entweder braun, grau oder schwarz.
Die Ghutra wird meist weiss getragen, leichtes Tuch oder in Karo (rot, weiss). Die rot-weissen Tücher sind stärker als die weissen und kommen von den Beduinen her, die in der Wüste stärker der Natur und dem Wetter ausgeliefert waren.
Je nach Art des Tragens der Ghutra kann man erkennen WER jemand ist - sozialer Status.
Egal (Kordel, welche die Ghutra zusammenhält) wurde früher von den Beduinen dazu benützt, den Kamelen während der Nacht die Füsse zusammenzubinden, damit sie nicht weglaufen.
Dienstag, 6. März 2007
ÖFFENTLICHE UHR - PUBLIC EYE
Wenn der Zeitungsmann unten hinfährt, weiss ich, dass es ca. 06.20 Uhr ist.
Wenn die sechs Pakistani - in dicke Tücher gehüllt, 15 Grad - die Strasse vor meinem Haus Richtung Baustelle überqueren, dann ist es 06.35 Uhr.
Wenn die schwarze, junge Frau auf der gegenüberliegenden Fahrbahn am Morgen auf die Mitfahrgelegenheit wartet, weiss ich, dass ich in 15 Minuten startbereit sein muss für die Schule.
Mir sind solche täglichen Gewohnheiten in Schoried – in der Schweiz - nie aufgefallen. Ich wohnte ja eher Richtung Wiese und Wald. Hier in Dubai nehme ich viel mehr wahr, was in der Öffentlichkeit passiert und oft ist das äusserst spannend. Auf mein TV-Gerät kann ich immer noch verzichten.
MOTOR ON
Unter meinem Balkon befindet sich die Apotheke. Sie hat täglich von 12 - 24 Uhr geöffnet. Die meisten Lenker parkieren ihre Limousine oder Off Road Fahrzeug halbwegs in der Strasse, den Motor laufend - damit die Klimaanlage das Fahrzeug schön kühlt.
Wenn dann meine Balkontüre vibriert, kann ich auf sicher gehen, dass da unten ein Lamborghini, ein Ferrari oder sonst ein Bolide steht.
Montag, 5. März 2007
ETISALAT – SWISSCOM
Etisalat ist in den Vereinigten Arabischen Emiraten vergleichbar mit Swisscom in der Schweiz. Damit die Gesellschaft mit Telefonieren und Internet gute Geschäfte macht, blockiert sie Internet Telefonanbieter wie MSN oder SKYPE. Schade.
SMS aus der Schweiz benötigen manchmal bis zu drei Tagen, bis sie hier eintreffen – wahrscheinlich werden sie zuerst noch gelesen, ehe sie in den Salat kommen.
Sonntag, 4. März 2007
IMMOBILIEN IN DUBAI
Gemäss Information einer Business Seite im Netz wird sich die Zahl der bezugsfertigen Immobilien bis zum Jahr 2010 verdoppeln. Im Jahr 2008 werden ca. 270'000 neue Wohneinheiten in Dubai fertig gestellt sein. Im Jahr 2007 sind es ca. 100'000. Pro Jahr werden ca. 130'000 neue Wohneinheiten hier in Dubai benötigt. Das heisst, ab ca. 2008/09 werden wohl die Immobilienpreise sinken. Endlich … und erfreulich .
HASCHISCH
Im Food-Corner in der Emirates Mall setzten sich zwei mit Galabya gekleidete junge Männer, locals (Einheimische) neben mich. Nach ihrem Mc Donald’s Food fragten sie mich – allerdings auf Arabisch – ob ich Haschisch wolle. In einem Döschen zeigten sie mir eine Form von grünlichem Tabak, natürlich war es kein Haschisch – sie dachten wohl, das würde ich auch wirklich verstehen. Ich lehnte dankend ab, aber wir unterhielten uns noch weiter und ich habe herausgefunden, dass sie Kamele besitzen. Ich werde mich mal telefonisch bei ihnen anmelden, um die Kamele zu bestaunen.
Samstag, 3. März 2007
ADVERTISING – WERBUNG
Was langsam in der Schweiz auch Einzug hält, ist hier längst gang und gäbe. Die riesengrossen Plakate. Ich staune jedes Mal.
LUST AUF NEUEN NAMEN?
Nachfolgend einige Namen der Studentinnen und Studenten meiner Klassen um nur einige zu nennen. Und diese sollte ich mir möglichst bald einprägen, bei über 200 Jugendlichen, die jede Woche zu mir in den Unterricht kommen – dazu die richtige Aussprache:
Vorgestern hatte ich bei VERRI in der Mall of Emirates eine Hose im Ausverkauf für 130 Dirhams (CHF 45) gekauft. Vorher war sie 600 Dirhams (CHF 200). Nach dem ersten Tragen fiel bereits ein Knopf ab. Nun suchte ich das Geschäft wieder auf. Ich wurde von rechts nach links und gerade aus gelotst, aber ich hatte es nicht gefunden. Hartnäckig wie ich bin, habe ich es schliesslich nach 35 Minuten gefunden. Der Knopf wurde innert 5 Minuten angenäht. In 40 MInuten hätte ich wohl zu Hause 4 Knöpfe annähen können!
Freitag, 2. März 2007
HOPPLA - HOT PANTS
In Dubai sind die meisten Frauen eingehüllt mit Tüchern oder sie gehen aus in Jeans und Bluse, in Hose, T-Shirt oder anderen Variationen. Oft sind nur Augen und Hände zu erkennen.
Im Kempinski Restaurant, wo ich mich grad aufhalte, gehen Hunderte Personen die Mall ein und aus. Kommt mal eine Frau in Hot Pants vorbei - wie grad eben - hat sie sicher alle Männeraugen auf sich gerichtet - selbst jene der in Galabya gekleideten Emiratis. Verbieten kann es niemand.
MALL OF EMIRATES – 2. GRÖSSTE SHOPPING MALL DER WELT
In vielen Shopping Malls in Dubai sind die Öffnungszeiten von morgens 09 Uhr bis abends 22 oder 24 Uhr. Einige haben gar 24 Stunden geöffnet. Praktisch – so kann ich, was ich vergessen habe, auch spät abends noch in der Mall of Emirates einkaufen. Oder ich kann meine Dirham-Noten via Bankomat auf mein Bankkonto überweisen, auch wenn die Bank heute Freitag geschlossen hat.
24 STUNDEN BAUARBEIT
Donnerstag Nacht um 01.35 Uhr habe ich vom Nachbargebäude das folgende Bild geschossen. Da wird 24 Stunden ununterbrochen gearbeitet. Nachfolgend das gleiche Gebäude bei Tag vom Dach aus.
Donnerstag, 1. März 2007
ERSTE LOHNTÜTE
Heute erhielt ich meinen ersten Lohn. Simon, mein Hauptmusiklehrer, hat mich gestern auf den Lohn angesprochen, ob schon erhalten. In allen pigeon holes (Taubenschläge = Informationsfächer für Lehrepersonen im Lehrerzimmer) lagen gestern braune Umschläge mit der Abrechnung, nur bei mir nicht. Also ging ich heute zum Kassier beim Eingang der Schule. Ich erhielt meinen kleinen Lohn für 11 Schultage cash im braunen Umschlag. Unterschrift - alles i.O. - Wohnung gratis - Tax free - keine Steuern.
SCHLÜSSEL
Gestern platzte Simon, mein Vorgesetzter, während einer Musiklektion in mein Schulzimmer und übergab mir freudig meinen Schlüssel zur Schule - endlich - allerdings kein KABA.
HAUSBAU – VERKEHR - METRO
Dubai ist derzeit wohl die grösste Baustelle der Welt und die am schnellsten wachsende Stadt. Was hier innert Monaten entsteht, ist unglaublich. Ein Nachbar erzählte mir, dass der Nachbarblock – ein 8-stöckiges riesiges Wohnhaus – innert 4 Monaten hochgebaut wurde. Die grösste Ansammlung von Baukranen der Welt liegt deshalb hier in Dubai.
Wenn ich von meinem Dachstock über die Häuserblocks hinwegschaue, so finde ich auf fast allen Häuserblocks Baukranen (ob diese Mehrzahlform stimmt?).
Eine 2-Zimmerwohnung (1 bedroom apartment) kostet rund 6'000 Dirhams (CHF 2'000). Die Löhne sind hier eher tief, deshalb wohnen viele Gastarbeiter im billigeren Sharjah, im Nachbar-Emirat von Dubai.
Eine Arabisch-Lehrerin an unserer Schule erzählt mir, dass Sie morgens ca. 04.30 Uhr aufsteht, ca. 06.00 Uhr in Sharjah mit dem Auto abfährt um pünktlich um 07.30 Uhr in der Schule einzutreffen - die gleichen ca. 90 Minuten am Abend wieder zurück nach Sharjah.
Die Strassen sind in der Vorstadt von Dubai morgens und abends überfüllt und so werden denn immer neue Strassen und Brücken gebaut, um den Verkehr schlucken zu können.
Ebenfalls entsteht hier in Kürze eine Metro und Hochbahn. Zum Teil liegt das Bahntrasse unter Tag und zum Teil führt es über Säulen entlang der breitesten und grössten Strasse, der Sheikh Zayed Road. Die Metro sollte ca. 2009 fertig erstellt sein. Inshallah – so Gott will.
Am Mittwoch Morgen, 21. März 2007 liegt in meiner pigeon hole (im Infofach der Lehrpersonen) eine Einladung von Sheikh Mohammed Bin Rashid Al Maktoum, dem Herrscher von Dubai und Vizepräsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate. Sein Sohn Mohammed feiert heute seinen 14. Geburtstag und die Party findet heute Abend ab 18 Uhr im Palast von Sheikh Mohammed bin Rashid statt.
Mohammed kommt einmal wöchentlich zu mir in den Musikunterricht – im Klassenverband. Mohammed ist ein ruhiger und bedächtiger Junge, dem ich seinen Herrscher Ursprung während keiner Musiklektion anmerke.
Zuerst dachte ich, es sei ein Aprilscherz, aber es ist ja erst der 21. März 2007. Also fragte ich mich bei einigen Lehrpersonen durch, in welchem Dresscode ich dort wohl erscheinen soll Und eher früher oder etwas später im Palast ankommen? Einige weitere Lehrpersonen, die ebenfalls Mohammed unterrichten, erhielten die gleiche Einladung.
Erst musste ich nach der Schule in der Mall of Emirates ein Victorinox Messer und eine Geburtstagskarte finden. Gesucht und gefunden. Es ist 16 Uhr. Das Victorinox Messer lasse ich in einer Parfumerie Abteilung mit Geschenkpapier einpacken. I am busy und bitte sehr schön einpacken, es ist für den ruler (Herrscher von Dubai). Geburtstagskarten kaufe ich zwei, falls mir beim Schreiben ein Fehler unterläuft.
Nun unter die Dusche und ich entscheide mich für Gala Dresscode, schwarzer Anzug, weisses Hemd und klassische dunkelblau-schwarze Krawatte, schwarze Lackschuhe.
Mit dem Taxi fahre ich um 17.55 Uhr vor den Palast. Königsgarden lotsen mich in den Park. Rechts der Eingangsstrasse befindet sich der grosse Palast – und geradeaus Richtung Meer wird eben der neue Palast fertig gebaut.
Es herrscht Jahrmarktsstimmung – Rodeo, Trampolin, aufblasbares Fussballfeld, aufblasbare Rutschbahnen, Squads, Schlangenbeschwörer, Feuerspeier, Hunderte von Kindern mit ihren Müttern und viele andere Gäste tummeln sich im Park, Tausende von Ballonen, aufblasbare Palmen und alles schön ins Licht gerückt – im Hintergrund das Siebenstern-Hotel Burj Al Arab.
Das Buffet für den Abend wird erst vorbereitet. Zwei Fassstrassen auf beiden Seiten einer grossen Bühne mit Attraktionen für die Kids – und natürlich auch für uns Erwachsene.
Ich spaziere erstmal durch den riesen grossen Park und bestaune die vielen Tiere im Kleinzoo. Kamelbabys, Ziegen, Ponys, Pferde, etwa hundert verschieden Hunde aller Rassen, Lamas, ein Strauss und Gazellen.
Im Park treffe ich Schüler von unserer Schule, die meisten sind mit einem Squad unterwegs. Ich möchte auch gerne eine Runde drehen. Ich entscheide mich mit Erik zu fahren. Erik ist ebenfalls ein Musikschüler in meiner Klasse, vertrauenswürdig und ich kann mich auf ihn verlassen, dass er anständig mit mir über den Rasen und durch die Strassen fährt.
In allen Strassen stehen Fahrzeuge von Gästen. Wir müssen aufpassen, dass wir keines touchieren. Wir fahren mit anderen Schülern um die Wette. Es ist meine erste Fahrt in meinem Leben mit einem Squad. Super Gefühl.
Gemütlich wandere ich durch den Park zurück Richtung Buffet. Ich treffe einige weitere Lehrerkollegen, Kelly, Colette, Cliff, Hamda, Dolores und wie sie alle heissen Staunen - nichts als Staunen. Auch sie sind zum erstenmal zu Gast beim ruler.
Ich entscheide mich für eine nächste Squadfahrt. Omar, ein weiterer Schüler meiner Musikklasse nimmt mich auf eine Fahrt mit. Ein erster Crash mit einer Honda Accord, Mohammed war zu wenig vorsichtig. Die Beule wird wohl für den Besitzer eine Kleinigkeit sein. Nun fahren wir zum Beach – super Strand. Erstmals treffe ich Mohammed, den Königssohn, an. Ich gratuliere ihm zum Geburtstag. Danke, und er fährt mit dem Squad davon.
Arabische Frauen backen am Boden sitzend Crêpes nach Beduinenweise mit einem Kohleofen. Ich lasse mich verwöhnen und kehre zu meinen Kollegen an den Tisch zurück. Als Mohammed später sich mit einigen Männern aus seiner Familie an einen Tisch setzt, gehe ich zu ihm und übergebe ihm mein Geschenk. Mohammed packt das Messer aus und scheint sich darüber zu freuen. Danke.
Neben der Bühne steht eine weitere Bühne mit einem etwa fünf Meter hohen Berg Geschenke für all die Kids, die eingeladen sind. Am Schluss der Party werden sie verteilt. Micky Mouse und Goofey dürfen natürlich nicht fehlen. Ein Magier zaubert für die Kinder auf der Bühne. Musik – und endlich wird die Meter lange Geburtstagstorte auf die Bühne getragen. Über die Lautsprecher ertönt Happy Birthday auf Arabisch und schliesslich in English. Mohammed – der Königssohn - hat sich längst zurückgezogen.
Beim Eingang zum Palast frage ich einen Securitas, wo ich auf die Toilette gehen kann. Gleich hier die Treppe hoch. Ich stehe am Eingang zu einem immens grossen Vergnügungsraum Mohammeds – hellblauer Samtteppich, hellblaue Polstergruppe für mindestens 20 Personen, Tee und 10 Gläser stehen bereit, ein zwei Meter langer Flatscreen-TV, iPod, Computer mit XXL-Bildschirm, Fitnessgeräte, Küche für 10 Köche.
Ich getraue mich gar nicht weiterzugehen. Eine Frau, die mit ihrem Kind den Raum betritt und mir mein Verlangen wohl ansieht, rät mir, durch die Türe links zu gehen.
Ich stehe in einem grossen Schlafzimmer, rechts die Türe zum Bad. Das ist also eine königliche Toilette – Wasserhahnen aus Gold und Kristall, Spiegel mit Gold umrandet, Parfumflasche an Parfumflasche und nicht etwa kleine, nein, halbliterweise. Doch nach der Toilette suche ich vergeblich nach einem Handtuch – es gibt nur Tissues.
Im Park steht jetzt das Buffet bereit. Eine Frau bittet den Lehrertisch sich zu bedienen. Von europäisch über amerikanisch und arabisch, asiatisch kann ich aussuchen, was ich will – der Teller ist viel zu klein für all die Delikatessen. Ich fasse zweimal und natürlich lass ich mir Zeit für das Dessert.
Meine Lehrerkolleginnen entschliessen sich zu einer Squad-Fahrt. Ich gehe auch mit. Nach längerem Hin- und Herspazieren finden wir einige Schüler, die uns ihren Squad zur Verfügung stellen. Ahmed zeigt mir, wie ich selber fahren kann – links Bremse, rechts Gashebel. Es ist ein verrücktes Vergnügen zwischen Palmen, Autos, auf dem Rasen und auf den gepflasterten Alleen zu fahren, das Tempo dauernd noch etwas zu erhöhen und über die Hügel zu jumpen.
Eine halbe Stunde ist genug. Ich kehre zum Buffet zurück. Mousse au chocolat, Fruchtsalat, Profiteroles, Schlagrahm – all das kommt auf meinen Teller – dazu einen türkischen Kaffee.
Um 23.15 Uhr suche ich ausserhalb des Parks ein Taxi. 23.30 Uhr zu Hause – ein herrlicher Abend geht zu Ende.
Heute morgen ging’s Richtung Süden, nach Muscat (Oman) – mit Taxi dauert die Fahrt von meiner Wohnung zum Flughafen ca. 25 Minuten – Gepäckkontrolle, ich hatte ja nur meinen kleinen Rucksack dabei mit Fotoapparat und einigen Katalogen für Musiknoten-Bestellung an meiner Schule – Check in - Passkontrolle mit Ausreisestempel – wieder Gepäckkontrolle, und ... da blieb ich hängen.
Im Rucksack befanden sich zwei Victorinox-Messer. Mist. Daran hatte ich nicht gedacht.
Der Sicherheitsbeauftragte meinte, ich müsse die Messer hier lassen. Ich insistierte, auf keinen Fall lasse ich die beiden neuen Messer hier am Flughafen. Nach kurzer Diskussion meinte er, ich könnte zurückgehen und sie im Rucksack als Gepäck aufgeben. Ok – bei der Passkontrolle, die Ausreise war ja schon gestempelt, musste ich Pass abgeben und ich erhielt eine Art UAE-Passkopie.
Beim Check-in von Oman Air riet man mir, den Rucksack mit Plastik einpacken zu lassen. Dann brauchte ich noch einen roten Securitas-Kleber auf dem Rucksack, von der Securitas am Eingang des Flughafens.
Also, wieder weiter zurück – Fotoapparat, Sonnenbrile und Kataloge in Plastiktüte - Rucksack in zwanzig Plastikrunden einpacken – und erneut zurück zur ersten Sicherheitskontrolle am Eingang des Flughafens für roten Kleber. Erklärungen, warum ich wieder zurückkomme. Nochmals Leibeskontrolle und …. die Sicherheitsleute fanden auf dem Bildschirm die zwei Messer im Rucksack.
Das war peinlich für sie, weil sie diese beim ersten Check nicht entdeckt hatten. Sie fragten mich aus, wann ich durch die Kontrolle gegangen sei, wer am Bildschirm gesessen habe. Ich schaute mir die Leute an, doch wie sollte ich das noch wissen? Ich sagte ihnen auf welches Band ich den Rucksack gelegt hatte und um welche Zeit. Der Sicherheitsmann schaute eine Liste mit Namen und Zeiten durch und jetzt ging ein Gezehter los. Ich erhielt den roten Kleber und ich begab mich zum Check-in - Rucksack aufgeben.
Bei Oman Air sagte mir nun die Frau, dass ich für Visa-Change-Flug (Wechsel meines Touristen-Visums in Arbeitsvisum) kein Gepäck aufgeben dürfe. Das hätte sie auch früher sagen können. Ihr Tipp hat mich dann aber erleichtert. Ich könne die beiden Sackmesser im Office von Oman Air abgeben und am Abend wieder abholen.
Plastik entfernen am Rucksack – Marsch durch den Flughafen zum Büro von Oman Air. Die Leute waren sehr freundlich. Die Sackmesser legten sie in einen Umschlag, Name drauf und mit Pass könne ich die Sackmesser am Abend abholen.
Ein drittes Mal gehe ich durch die Sicherheitskontrolle am Eingang. Zwei Handys, USB-Stick, Anzünder, Gurt, zwei Brieftaschen, Kugelschreiber separat. Dann geht aber alles sehr rasch. Pass abholen, erneute Sicherheitskontrolle und warten auf den Flug nach Muscat.
Um 12.15 Uhr flog ich in nur 50 Minuten nach Muscat. Meine Wartezeit überbrückte ich mit Kaffee trinken, Kataloge durchschauen und Duty free Einkauf – erste Flasche Rhum.
Der Rückflug war für 15.45 Uhr vorgesehen. Wir flogen um ca. 16.45 Uhr ab.
Beim Visa-Collect-Büro konnte ich mein Arbeisvisum abholen – ein braunes Papier vom Arbeitsministerium. Mit diesem stellte ich mich in eine lange Schlange vor der Passkontrolle. Ich lernte ein nettes Ehepaar aus der Schweiz kennen und die halbe Stunde Wartezeit überbrückten wir mit dem Austausch von Reiseerlebnissen. Endlich, ich war an der Reihe. Der Passkontrolleur schrieb eine Nummer in meinen Pass – Stempel – und die Sache war gelaufen.
Donnerstag, 22. Februar 2007
Am heutigen Tag unterrichte ich die erste Lektion an der Schule bis 08.28 Uhr. Da ich Zwischenstunden habe, nutze ich die Gelegenheit am Cargo Airport in Dubai meine per Luftfracht gelieferten CD’s, Bücher und Kleider abzuholen.
Ein Taxi bringt mich zum Flughafen, bis zu meiner nächsten Lektion um 10.40 Uhr oder spätestens bis zur Aufsicht vor der Kantine sollte ich wieder zurück sein. Simon, den Hauptmusiklehrer , habe ich darüber informiert, ebenso Carol, die Schulleiterin.
Am Flughafen angekommmen, gehe ich zur Import Declaration. In dieser grossen Bürohalle wird also alle Ware, die für Dubai bestimmt ist, verzollt. Warum es einen Zollfrei- und einen anderen Hafen gibt, weiss ich nicht?
Es ist 09.10 Uhr - ich lege meine Papiere von der Firma Gabriel, Ennetbürgen plus den Brief von DNATA in eine Registermappe am ersten Schalter des grossen Bürosaals, 1. Stock. DNATA ist der grösste Dienstleistungsbetrieb im Transportbereich für Dubai – ähnlich wie SWISSPORT in Zürich – ob es diese Firma noch gibt? DNATA hatte mir einen Brief an die Schule geschickt, dass die Ware abholbereit ist.
Am Schalter stehend strecken neben mir etwa vier Pakistani ihre Papiere dem Administrator zu. Dieser nimmt es aber gelassen und fertigt ein Dokument nach dem anderen ab. Als ich an der Reihe bin, macht er einen Griff in einen Kasten und ein Umschlag mit meinen Papieren für die angekommene Ware liegt vor mir. Nur – er sagt mir, dass ich die Ware erst abholen kann, wenn ich die Genehmigung der Schule vorweisen kann. In der Adresse steht die Schule an erster Stelle, dann mein Name, P.O.Box und Dubai.
Ich telefoniere Kader, dass er mir möglichst rasch eine Bestätigung schreibt, damit ich die Ware im Namen der Schule abholen kann. Kader ist für alle Transportangelegenheiten und für die Wohnungen der Schulangestellten zuständig. Kader sagt mir, dass er ausser Haus ist, so gibt er mir die Nummer von Aji an der Schule.
Aji versteht erst nicht, was ich brauche und bittet mich zu warten, er rufe mich zurück. Nach fünf Minuten telefoniert er mir nochmals und fragt mich nach der Fax-Nummer. Ich solle mich gedulden. Ok – kein Problem.
Ich gehe nach draussen, rauche eine Zigarette und gehe alle zwei, drei Minuten zum Faxgerät ins Büro zurück. 10.08 Uhr – die Schulbestätigung ist angekommen. Kosten: 1 Dirham (35 Rp.) Schnell gehe ich wieder an den ersten Schalter. Wieder fuchteln einige Pakistanis und Inder ihre Papiere über den Bürotisch. Warten ist angesagt. Der Beamte bittet mich um Passkopie und um die Bestätigung der Schule. Ohne diese anzuschauen tippt der Beamte etwas in den Computer, druckt Blätter aus, heftet alle Blätter zusammen und bittet mich mit netter Geste am nächsten Schalter die Schreibgebühren zu bezahlen.
Am Schalter 2 sitzt aber keine Person. Langsam schlendert ein Beamter daher – Tee schlürfend. Inzwischen merke ich, dass wir alle vor dem Tresen das Gleiche wollen – rasch vorankommen. Ich strecke meine Papiere über die Schultern der anderen möglichst nah an die Hände des Beamten. Dieser kennt das Prozedere und erklärt uns unbeeindruckt, wir sollen die Papiere in die Box legen.
Nach einem erneuten Schlurf aus dem Teeglas bin ich an der Reihe. Wieder tippt der Beamte einige Angaben in den Computer und heftet nachher weitere Blätter an den ersten Umschlag. Er rät mir, eine Kopie von der Schulbestätigung machen zu lassen. Im Administrationssektor erhalte ich die Kopie. 1 Dirham. Zurück am Schalter 2 bezahle ich die 49 Dirham (CHF 17) und die Sache ist gelaufen. Denke ich.
Ich begebe mich mit dem ganzen Papierkram an den nächsten Schalter auf der gegenüberliegenden Seite. Dort wickelt sich die Verzollung ab. Ein pakistanischer Beamter fragt mich, was für Ware ich zu verzollen habe. Nichts. Alles, was ich abhole ist Gebrauchtware. Trotzdem zeige ich ihm die Inhaltsliste: Bücher, CD’s, Mini Disc Player, Fotostativ, Musiknoten, Kleider, Schuhe usw.
Der Pakistani reicht die Papiere seinem Kollegen nach rechts weiter. Dieser überfliegt kurz meine Papiere und reicht diese auch wieder weiter nach rechts. Ich rutsche dementsprechend nach. Die Araberin ist allerdings am Telefon beschäftigt und ich warte mal weiter. Mittlerweile ist es 10.45 Uhr. Die Pause gibt mir die Gelegenheit Carol an der Schule anzurufen und ihr mitzuteilen, dass ich weder die nächste Stunde noch die Mittagsaufsicht übernehmen kann, wenn das so weitergeht. Carol scheint nicht überrascht zu sein.
Endlich bin ich wieder an der Reihe. Die Beamtin schaut die Papiere durch und fragt mich, was ich zu verzollen habe. Nichts. Gebrauchtgegenstände aus der Schweiz. Ob die Ware für mich persönlich sei oder für die Schule bestimmt ist. Für mich persönlich.
Sie reicht die Papiere in murmelndem Arabisch zurück an den ersten Beamten, den Pakistani. Dieser ist beschäftigt und legt die Papiere erst mal auf die Seite. Nach etwa fünf Minuten bin ich wieder an der Reihe. Ob die Ware für mich persönlich sei oder für die Schule bestimmt. Für mich persönlich.
Wir gehen gemeinsam die Liste durch. Was ihm ins Auge sticht, ist der Mini Disc Player. Ich erkläre ihm, dass ich diesen 1993 in Paris gekauft hätte und er sei wertlos. Im Computer sucht er nach dem Wert des Mini Disc Players, obwohl er dieses alte Modell gar nicht mit eigenen Augen gesehen hat. Jetzt schreibt er je einen Code hinter das Wort Mini Disc Player, Mini Discs, CD’s und Books auf der Inhaltsliste. Noch etwa fünf Minuten unterhalten wir uns über den Mini Disc Player. Schön. Dann sagt er mir, dass ich mir in der Schreibstube nebenan einen Effektenbrief schreiben lassen müsse, was der Inhalt der Ware sei. Langsam aber sicher werde ich „stigelisinnig“.
In der Schreibstube „Abu Khalid Typing Office“ werde ich wieder gefragt, was ich zu verzollen habe. Bücher. Der Inder tippt mir einen Brief, der bestätigt, dass ich nur Bücher zu verzollen habe. Schreibkosten 10 Dirham (CHF 3.50).
Zurück am vorangegangenen Schalter werden alle Papiere mit der Schulbestätigung und dem Effektenbrief wieder zusammengeheftet.
Nächster Schritt: Ich benötige einen Stempel und eine Unterschrift des Handelsministeriums. Dieses befindet sich zum Glück gleich im oberen Stock, Zimmer 2016. Erst rauche ich mal eine Zigarette. Es ist 11.20 Uhr.
Mit dem Lift geht’s nach oben. Hier riecht es nach Parfum – aha – obere Etage, Chefetage. Da kommt mir wieder die Pyramide in den Sinn, oben sitzen die gut verdienenden Entscheidungsträger.
Im 2. Stock, Zimmer 2016 bittet mich ein Angestellter zur nächsten Türe zu gehen. Dort bekäme ich den Stempel. Ich gehe weiter, öffne die nächste Türe und ich stehe wieder im gleichen Büro. Das Büro ist ein langer Schlauch.
Nächste Türe, Zimmer 2014. Ein Pakistani sitzt an einem Bürotisch und liest die Zeitung. Zwei Araberinnen trinken Tee und plaudern. Ich bitte den Pakistani um einen Stempel. Auf einem Papier vermerkt er etwas und fragt mich, was ich in Dubai mache. Die Frauen fragen mich über die Schule aus, wie alt die Schulkinder sind, welche Nationen, was ich unterrichte.
Der Pakistani schickt mich mit den Papieren zum Büro gleich nebenan. Ein Emirati gibt mir die Unterschrift und einen Stempel auf ein Dokument. Good bye.
Korridor – Lift – untere Etage. Im Bürosaal fragt mich der Pakistani wiederum, ob ich die Effekten für mich persönlich oder für die Schule gebrauche…. für mich persönlich.
Er sagt mir, dass ich mit den Papieren zur Schule gehen müsse und dass diese mit einer Unterschrift die Echtheit meiner Angaben bestätige. Ich kann es kaum fassen. Ich soll zurück! Wofür habe ich denn ein Fax kommen lassen mit der Schulbestätigung?
Ich könne es aber auch einfach versuchen, ob die Zollbehörde mein Schreiben akzeptiere. Er schickt mich an den Schalter ganz zuhinterst im Bürosaal. Dort warten weitere Importierende vor den Schaltern.
Ein wohl versierter Händler schaut in meine Papiere und meint, dass ich die Ware ohne eine gewisse Nummer nicht abholen könne. Welche Nummer?
Jetzt ist mir alles egal. Ich gehe an den hintersten Schalter und strecke einem Emirati meine Papiere unter die Nase. Verzollung der Bücher. Aha. Meine Geschichte mit persönlich und Schule beginnt wieder von vorne. Der Emirati reicht das Papier zu seinem nächsten Kollegen nach rechts, ebenfalls ein Emirati. Zusammen besprechen sie etwas um meine Adresse – in Arabisch.
Schliesslich kommen die Dokumente wieder in die Hände nach links. Er erklärt mir, dass die Schule eine Zollnummer habe, die er brauche, um die Ware einzuführen. Ohne diese Nummer könne ich die Ware nicht entgegennehmen. Ich schlage vor im Internet nachzuschauen – wenn doch jede Firma eine Nummer hat, so muss sie doch auch irgendwo beim Handelsministerium verzeichnet sein. Die Suche geht weiter – nichts gefunden.
Der Emirati nimmt meine Dokumente und geht wieder ganz nach vorne zu einem Mann hinter einer Glasscheibe. Supervisor. Schliesslich kommt er zurück und meint, dass ich wirklich die Ziffer der Schule angeben müsse.
Ich telefoniere Kader. Kader ist telefonisch nicht erreichbar. Zum Glück antwortet Carol. Die Schulleiterin sagt mir, dass sie die Nummer suchen will und mich in Kürze anrufe. Ich warte. Carol gibt mir nach ein paar Minuten die Nummer durch: 123 589. Der Emirati sagt mir, dass es nur eine 5-stellige Zahl sein kann. Ich rufe Kader an. Kader ist besetzt. Warten. Kader ruft mich zurück und gibt mir eine 5-stellige Ziffer bekannt. Ich reiche mein Handy dem Emirati, die beiden sollen die Sache eiligst klären. Diese Nummer stimmt auch nicht. Was nun?
Der Emirate meint, dass ich die Adresse beim gegenüberliegenden Schalter umschreiben lassen könne. Das Problem sei, dass in meiner Adresse die Schule an erster Stelle stehe und mein Name Kurt Blum an zweiter. Deshalb sei die Schule für den Import meiner Kiste verantwortlich, weshalb sie die Importnummer der Schule benötigen.
Ich begebe mich zum gegenüberliegenden Schalter. Ein Beamter sagt mir, dass mir die Frau nebenan weiterhelfen kann. Da sitzt aber keine Frau. Ich warte. Es kommt keine Beamtin an diesen Schalter.
Ich entschliesse mich, wieder in den oberen Stock zu gehen, zur DNATA. Mit dem Lift hoch. Durch den Korridor schlendernd versuche ich herauszufinden, welche Parfums sich in dieser Duftwolke verbergen. Allure Sport von Chanel meine ich aus diesem Gemisch zu riechen – hab ich auch zuhause.
Im Zimmer 2014 sagt mir der Pakistani, dass ich unten im 1. Stock zum Supervisor gehen soll, ganz vorne im Bürosaal, hinter Glas, der könne mir bestimmt weiterhelfen. Ok, Lift, Supervisor. Der Supervisor sagt mir gleich, er kenne die Story mit den Büchern. Er rät mir in den oberen Stock zu gehen, wo ich bei DNATA die Ziffer ausfindig machen könne. Falls es nicht möglich sei, solle ich zu ihm zurückkommen.
Lift – 2. Stock - Parfumwolke – eine Frau in blauer DNATA-Uniform spricht mich im Korridor an, was ich suche. Ob ich überhaupt noch etwas wahrnehme? Sie bringt mich zu einem DNATA-Büro. Warten. Ein weiterer Angestellter hat jetzt die Aufgabe die Import-Nummer der Schule zu suchen. Meine Hoffnung ist immer noch, dass Kader die Nummer in seinem Büro finden und mich erlösen wird. Aber kein Anruf von Kader.
Auch der DNATA-Angestellte findet keine Nummer. Die DNATA-Frau, eine Indonesierin, bringt mich zu Büro 2014. Diese kennen mich schon. Der Pakistani liest immer noch Zeitung und die Araberinnen plaudern und kichern. Der Pakistani führt mich nach einem kurzen Gespräch mit dem Emirati im Büro nebenan zu einem Inspector. 100 m Fussmarsch durch den Korridor und durch die Parfumwolke.
Die beiden verhandeln, was sie mit mir machen sollen. Sie raten mir, die Adresszeile ändern zu lassen. Der Inspector fragt mich, was ich bereit sei dafür zu zahlen. Nichts. Mein Name an erster Stelle, die Schule an zweiter Stelle. Es gibt aber noch eine andere Lösung. Unten im Büro, ganz vorne, hinter Glas, ich solle mich zuerst beim Supervisor melden. Sein Name Mohamed*.
Mohamed* ist ein sehr netter Emirati, ruhig und überlegt. Er fragt mich, warum ich nicht gleich zu ihm gekommen sei. Er steht auf und geht zum Emirati, der die Schul-Import Ziffer von mir haben wollte. Warten. Er kommt zurück und sagt mir, dass ich mich zuhinterst im Bürosaal beim Emirati melden soll.
Zurück beim Emirati ganz hinten im Bürosaal nimmt dieser die Papiere, blättert nochmals durch, stempelt alle Papiere und weist mich darauf hin, dass ich 250 Dirham (85 CHF) für die Verzollung hinlegen müsse. Ich sage ihm, dass ich nur noch 25 Dirham in der Tasche habe, jemand habe mir gesagt, dass ich lediglich 30 Dirham bezahlen müsse. Ok, 30 Dirham. Ob 25 Dirham auch reichen? Nein. 30 Dirham und nur gegen Barzahlung. Oh je.
Beim Lift gibt es glücklicherweise einen Geldautomaten. Ich schiebe meine VISA-Karte von Emirates International Bank hinein, das Passwort weiss ich nicht. Sch…. Jetzt darf nur meine VISA-Karte aus der Schweiz mich nicht auch noch im Stich lassen. 500 Dirham cash. Alles ok.
Zurück beim Emirati geht jetzt alles sehr schnell. Unten auf dem Auslieferungspapier steht allerdings, dass die Ware nur nach Zollinspektion ausgeliefert werden darf. Er schickt mich zum Gate 17, wo ich die Kiste abholen kann.
In einem Büro bei Gate 17 muss ich zuerst wieder die Dokumente vorweisen. Name und Telefonnummer. Ich bekomme einen weiteren Zettel und ich werde zu Gate 9 geschickt. Dort wird ein weiteres Dokument erstellt, damit meine Kiste per Hubstapler hervorgeholt wird. In einem riesen grossen Buch muss ich eintragen, dass ich die Ware abhole. AirWaybill-Nummer, Name, Firma, Datum, Unterschrift.
Warten. Nach 10 Minuten steht endlich eine Palette mit zwei grossen Schachteln vor mir. Träume ich? Im Supervisor-Büro dieses Trakts frage ich nach einem Zöllner, der die Schachteln öffnet. Eine Bananenschachtel voll von CD’s wird begutachtet. Kein Buch. Ob das alles die gleiche Ware sei. Ja. Ok. Für die ist wohl Buch und CD einerlei. Die beiden Kartons werden durch einen Detektor befördert. Warten. Schliesslich wieder zurück ins Büro. Erneute Unterschrift, dass ich die Ware erhalten habe.
Und nun … wie transportiere ich die Kisten in meine Wohnung?
Das Verhandeln mit Pakistanis vor dem Gate 9 kann beginnen. 200 Dirham, 180 Dirham, 160 Dirham. Ich telefoniere Medhat, mit dem ich bereits im Oktober 2006 bezüglich Events zusammen gearbeitet hatte. Er schaut nach einer Fahrgelegenheit. Er ruft mich zurück.
Anruf von Medhat: für 120 Dirham kann er mir jemanden aus seinem Büro an den Cargo Airport schicken. Ich verhandle weiter mit den Pakistani. Schliesslich willigen auch sie ein, den Transport für 120 Dirham (40 CHF) zu übernehmen. Telefon an Medhat, dass ich den Transport von den Pakistanis ausführen lasse.
Zu guter letzt bleibe ich mit einem Pick-up und inidschem Fahrer im nachmittäglichen Verkehrschaos von Deira (Altstadt von Dubai) stecken. Der Inder fragt mich, was ich in Dubai mache. Alter, Beruf, Lohn. Er sei gleich alt wie ich, aber das genaue Geburtsdatum kenne er nicht. Seine ledrige Gesichtshaut und die vielen Falten deuten eher darauf hin, dass er 20 Jahre älter ist. 14.35 Uhr: ich komme mit meiner Ware bei mir in der Wohnung an.
Über fünf Stunden habe ich gebraucht um zwei Kartons aus der Schweiz in Dubai einführen zu können. Persönliche Effekten – gebrauchte Ware, nicht für die Schule bestimmt.
Auf meinen Inhaltsangaben aus der Schweiz standen über 20 Begriffe. Auf dem Effektenbrief stand nur noch „Books“, angeschaut wurde nur eine Bananenschachtel mit CD’s. *Name geändert
Zu den Schullektionen an der Schule hat es an diesem Tag leider nicht mehr gereicht. Die Schülerinnen und Schüler waren aber bestimmt nicht traurig über diese Freistunde.